12 Oktober 2012

Unterwegs durch die Jahre


Wir haben zwei wunderbare Kinder, die wir um nichts auf der Welt missen möchten. Von Anfang an waren sie pflegeleicht, und während meine zwei Feundinnen, die zeitgleich Mütter geworden waren, abwechselnd bei unseren Telefonaten in den Hörer schluchzten, begriff ich nicht wirklich, was da los war. Wie auch? Sohn 1 war ein ganz gemütliches, aufgewecktes Kerlchen, der seinen Vier-Stunden-Rhythmus schon in der Klinik drauf hatte. Erst mit seinen sechs Monaten bekam ich eine Ahnung davon, was Anstrengungen bedeuten. Es dauerte nicht lange, und ein weiteres Wunschkind krönte unser Glück. Bis auf wenige Nächte, die ich an einer Hand abzählen konnte, war auch dieses ein zuriedenes, fröhliches Baby -  wenngleich die einfachsten Dinge nun doch deutlich schwieriger zu machen waren, weil es eben nicht mehr nur ein Kind zu versorgen galt. Bis ich das Haus verlassen konnte, da brauchte es dann doch schon mitunter eine Dreiviertelstunde beinharte Organisation. Den nächsten Anstrengungsschub erfuhr ich, als das Baby nun seinerseits mobil wurde. Da gab es Tage, wo ich die Stunden zählte, bis ich sie hinlegen konnte. Und kurz nach ihnen kroch auch ich in's Bett. Heute sind sie aus dem Gröbsten raus, mir sogar zeitweilig selbst eine echte Hilfe. Aber da, wo ich dachte, daß vieles einfacher würde, wenn z.B. das ewige Windeln wechseln von zwei Kindern und diverse andere Dinge aus Altersgründen irgendwann entfallen würden, veränderten sich lediglich die Anstrengungen. Heute habe ich zwei Jungens, die gerade momentan eine große Konkurrenz durchleben. Das zerrt sehr an den Nerven. Gottlob gibt es auch Tage, die harmonisch und frei von  Dauerstreit sind Manchmal, so ganz in Gedanken, ziehe ich still und leise die Tür hinter mir zu, und gehe. Wohin? Egal! Einfach nur weg. Das mache ich natürlich nie wirklich. Wie gesagt, nur in Gedanken manchmal. Und die sind ja bekanntlich frei... Und was mir an den anstrengenden Tagen ein echter Trost ist...? Alles ist eine Aneinanderreihung von Phasen, und die gehen bekanntlich vorrüber - die guten wie die schlechteren. Das Wiederum mahnt mich zur Gelassenheit. Die Jahre sind so schnell verflogen bisher, vielleicht haben wir nochmal so viele, um sie zu begleiten, sie zu unterstüten in dem, sich selber zu entdecken und kennen zu lernen. Ja, wenn ich mir das vor Augen führe, dann ist jegliche Anstrengung nahezu wie weggewischt (zumindest im Nachhinein). Dann weiß ich, wie wichtig das ist, was ich hier tue. Und dann tue ich es auch wieder gerne, und von ganzem Herzen.

Kommentare:

  1. Diese Gedanken mache ich mir auch immer, wenn ich mal wieder stöhne, weil ich mein bett nicht für mcih habe, oder einen kindlichen Riesen auf dem Schoß. Wie lange wird das noch so sein? Wie lange werden sie noch unsere Nähe suchen? Bald sind wir ihnen peinlich und jede Umarmung eine Zumutung. Also lieber genießen die Zeit, die sie uns gerne so nahe sind, denn unweigerlich wird sich sowieso das bald ändern.

    Herzlich, Katja

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  2. Das mit der "Phase" sage ich mich auch. Jede Nacht. Die Zwillinge schlafen einfach nicht durch, sondern sind regelrecht wach mitten in der Nacht. Meist da, wo der Kleinste schläft. Aber... es ist ja nur eine Phase... ich hoffe, es ist wirklich so :)
    Alles Liebe. maria

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  3. Verspäteter Kommentar - eine Erinnerung, gaanz lange her ;): Mein Erstgeborener war in den ersten Monaten recht unruhig, eine Zeitlang ließ er sich tagsüber gar nicht hinlegen, sondern weinte sofort und war nur zufrieden, wenn ich ihn mit mir herumtrug. Nach zwei Wochen war ich so fertig, dass ich meiner Schwester (die schon ein Jahr vor mir Mutter geworden war) am Telefon die Ohren vollheulte... Ich weiß noch gut, was sie sagte: "Ich kann dir gar nicht viel raten, aber du wirst sehen: Das wird jetzt jeden Tag ein bisschen besser!" So war es auch. Und das habe ich mir in den späteren schwierigen Phasen noch öfter gesagt.

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