25 Oktober 2012

Für Kurzentschlossene


Immer wieder gibt es Tage, die vom Wetter her sehr ungemütlich sind. Heute war's eisig kalt (Hach, ob nun endlich das Ende der Mückenpopulation gekommen ist...? Wir hassen Mücken!!) und erst stürmisch, dann regnerisch. Oft genug einigen wir uns dann schnell darauf, daß wir an diesen Tagen das Haus nicht verlassen. Wir nehmen uns andere Dinge vor. Allerdings hält das nicht lange an. Zwischendurch fangen wir an, laut zu überlegen: "Hmm, vielleicht sollten wir nur ganz kurz raus gehen." Einen kurzen Moment später: "Besser nicht! Der Himmel zieht sich immer mehr zu..." So geht das hin und her. Etliche Male, bis wir dann, kurz bevor sich der Himmel ausschüttet, entschlossen unsere Drahtesel besteigen und losfahren.


Alle wollen jetzt in den Süden. So kalt wie's heute war, hätte auch ich nichts gegen mildere Temperaturen. Brrrr... it's cold in Germany!


Die ersten Laternenumzüge haben wir bereits vor einigen Tagen aus der Ferne gesehen. Bald nehmen wir mit Sohn2 ein letztes Mal im Kindergarten daran teil. Was lag da näher als unterwegs zwei Weidenruten vom Feldrand mitzunehmen. Nicht genug damit, daß ich bei solchen Touren meist  fahrend aus dem Handgelenk fotografiere, und dabei haarscharf den Straßengräben ausweiche, steigere ich das noch mit dem Transport dieser meterlangen Stecken. Tss ts. Irgendwann lande ich wirklich noch im Graben.


Während unserer fast zweistündigen Tour waren uns die Regenwolken immer dicht auf den Fersen. Wir sind ihnen immer nur wenige Meter voraus gewesen. 


Tja, und so ziemlich genau hier hat der Kleine, auf nassem Laub rutschend, einen ordentlichen Sturz hingelegt. Glücklicherweise waren seine Hände geschützt, so daß es bei dem Schrecken blieb, und es noch nicht einmal Schürfwunden gab. Der große Bruder war sofort zur Stelle und kümmerte sich rührend (handelt es sich hier um die selben Zwei, die so sehr streiten können, daß ich kurz davor bin abzuhauen - zumindest in Gedanken??), und das verunfallte Kind konnte sich so richtig trösten lassen. Noch einpaar Küsse und Umarmungen von uns  - und weiter ging's.


Gerade wieder zu Hause kam ein so heftiger Regen runter, daß wir heilfroh waren, nichts davon abbekommen zu haben. Aber genau so froh waren wir auch, daß wir uns doch noch den kalten Wind haben um die Nase wehen lassen. Wenn man draußen war, dann ist man auch sehr gerne wieder drinnen. Zumindest geht uns das so.

Kommentare:

  1. Wenn ich eure Ausflugsberichte lese, dann fühle ich mich immer wie das größte Weichei auf Erden. Die Fahrräder hab ich gestern eingemottet über den Winter, denn wenn der kalte Wind pfeift, dann kriegen mich keine 10 Pferde mehr aufs Rad. Und bei solchen Wolkengebilden wäre ich wohl auch nicht merh gestartet. Ich gestehe - bei kaltem Herbstregen geh ich nicht vor die Tür.
    Meinen größten Respekt, dass Ihr da trotzdem raus geht.

    Nach allen Kürbisexperimenten muß ich sagen, dass er mir der Hokkaido am besten schmeckt udn das vom Backofenblech und kräftig gewürzt. Er schmeckt dann fast wie heiße Maroni und das passt für mich so richtig gut zum Herbst.
    Verantwortung für fremdes Übergewicht lehne ich übrigens ab. ;-)

    Herzlich, Katja

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    1. Liebe Katja, daß wir solche Frischluftsüchtige werden hätte ich vor den Kindern auch nicht für möglich gehalten. Das war ein Prozeß. Ich habe ziemlich schnell festgestellt, daß es meinen Kindern (und somit auch mir und uns) sehr gut tut, sich an der frischen Luft körperlich zu betätigen. Es hat mich anfangs sehr viel Überwindung gekostet, mich zu solchen Exkursionen aufzumachen. Inzwischen ist es fast andersherum geworden. Und egal,ob wir auch mal eine "Dusche" abkriegen oder nicht - hinterher fühlt man sich immer besser als vorher. Das ist mir inzwischen Motivation genug.

      Ich habe mich, angeregt durch Deine Rezeptvorschläge, gleich für den Hokkaido entschieden. Maronen liebe ich sehr. Und das Backblechrezept fand ich auch sehr ansprechend. Mal sehen, vielleicht probiere ich sowohl das Backblechrezept aus, und auch den Kürbis als Süßspeise.

      Und, ja... sehr bedauerlich, daß Du Verantwortung für fremdes Übergewicht ablehnst. Wäre ja auch zu schön gewesen... Herrlich Katja, Du bist wunderbar, bringst Du mich doch immer mal wieder so zum Lachen.

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  2. oha, das kann ich sofort unterschreiben: wenn man sich dazu überwinden kann, auch bei nicht so tollem wetter rauszugehen, ist das heimkommen danach umso schöner! ganz zu schweigen davon, dass man sich damit auch was gutes tut :o)
    und bei dem temperament meines sohnes sind wir gut beraten, bei jedem wetter rauszugehen *lacht* die kinder brauchen die luft, danach sind sie schön müde und ausgeglichen.

    übrigens, ein riesenkompliment für dein radfahrtalent. fotografieren und und stöcke transportieren, allein beim gedanken daran würde ich schon im graben landen! ;)
    ganz liebe grüße
    ilona

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  3. Ilona, jetzt hast Du mich sehr zum Lachen gebracht. Ein Glück, ich befinde mich im heimischen Umfeld und nicht auf dem Rad - sonst würdeich jetzt neben Dir im Graben liegen :-)

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  4. Ja, wirklich, Du bist ein Radfahr-Transport-Fotografier-Talent, wenn ich da lese, dass euch die Wolken immer dicht auf den Fersen waren, dann musst Du Dich zum Fotografieren auch umgedreht haben!

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