23 Oktober 2012

Davor - Danach


Zur Zeit wird es früh dunkel. Wohin wir auch blicken empfängt uns eine schöne, bunte Herbstlandschaft. 


Unterwegs gibt es viele Einladungen, wie hier zum Beispiel. Der eine klettert,


der andere schnitzt ein Stöckchen.  

 
Und manchmal holen wir die bunte Farbenpracht  von draußen in unser Haus. Mir geht jedes mal das Herz auf, wenn ich sehe, mit welcher Schaffenslust die kleinen Herren ausgestattet sind. Ein Restestoff, etwas Stoffmalfarben, manchmal nur ein Blatt Papier mit einem Stift... und sie werden tätig. 


Wäre ich vermögend, würde ich vermutlich einen Großteil des Geldes in Kunst investieren. Damit meine ich nicht die irrsinnig teuren Gemälde irgendwelcher zu Weltruhm gelangten Künstler. Ich finde es grundsätzlich spannend, was dem menschlichen Geist entspringt. So bin ich eigentlich zu Blogs gelangt und bin so eine Art Ideensammlerin geworden. Die größten aller Künstler sind für mich Kinder. So, wie sie sich jetzt ausdrücken in ihrer Kunst, werden sie später nie mehr in der Lage dazu sein - nicht in dieser reinen Form. Daher ist alles, was die Söhne produzieren für mich viel kostbarer als alles, was der Kunstmarkt je abwerfen könnte.


Bevor ich Mutter wurde, da nutzte ich meine Wohnung phasenweise als Durchgangslager. Ich war wochenlang unablässig unterwegs, genau so wie es Zeiten gab, in denen ich mich bewußt zurück zog in mein Schneckenhaus und kaum vor die Türe ging.


Das änderte sich schlagartig, nachdem ich Mutter wurde. Mehrere Stunden am Tag war ich erst mit Sohn1, später dann mit zwei Kleinen unterwegs. Unsere Kinder sind pflegeleicht. Das sind sie aber meist nur deshalb, weil wir ihnen genügend Gelegenheit geben, sich in der Natur auszutoben. Sie brauchen viel, sehr viel Bewegung. Das Wetter war dabei nie ein Hindernis. Auch bei Orkanböen war ich mit den kleinen Herren am Strand unterwegs, wo sogar hartgesottene Hundehalter nicht mehr anzutreffen waren.  Das Gute daran war, daß es nur äußerst selten unausgeglichene Kinder gab. Der eindeutige Nachteil: auch mir hing dann die Zunge aus dem Hals ;-)...


So bin ich seit Jahren sehr viel an der frischen Luft, was ich eindeutig unseren Kindern zu verdanken habe. Ja, unser Leben hat sich sehr verändert. Es gibt ein Leben davor - und eines danach. Beides hatte sein Gutes, aber dieses danach, also JETZT, das ist es, was wir lieben.


Dieser riesige Hügel gehört zu einem Baustellengelände, welches zur Zeit frei zugänglich ist. Im Winter wäre das ein prima Rodelberg. Jetzt wird es von den kleinen Herren genutzt, um rasant hinunter zu brettern. Immer wieder. Und wer meint, Mama würde nur unten stehen und Fotos machen, der täuscht sich gewaltig. 


Völlig ausgepowert müssen auch wir irgendwann wieder Heim. Zu Hause genießen wir noch ein warmes Süppchen, bevor zwei kleine Jungs in der Nacht von neuen Herausforderungen träumen.

Kommentare:

  1. Ja, das stimmt. Bei mir gibt es auch ein Leben davor und danach. Weniger bei den Aktivitäten als bei der Frage, wie sehr ich bei mir selbst bin, wie ich mich wahrnehme und wie ich mit mir selber umgehe. Was in mir steckt, wie stark ich sein kann, aber auch wie verletzlich ich bin, wo meine Grenzen sind und warum ich besser respektiere, das hat mich erst das Mamasein gelehrt.
    Schöne Eindrücke hast Du im Bild festgehalten. Draußen sein macht mir mit meinem Sohn auch am meisten Spaß und dafür oft wegen der Arbeit keine Zeit zu haben, das ist mir das schlimmste...

    Herzlich, Katja

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  2. Ja, das hast Du sehr schön in Worte gefaßt,liebe Katja. Auch ich durfte stets von und mit meinen Kindern lernen. Ich habe sie zwar zur Welt gebracht, aber sie haben mich erst zu einer Mutter gemacht - mit allem, was dazu gehört.

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    1. Wenn ich es richtig verstanden habe, dann wird dafür die frische Seife auf Blätter gestrichen und danach abgezogen. Warum das nicht bricht dabei kann ich mir nicht vorstellen, man kann durch das Blatt durchschauen, so filigran ist es...

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  3. Mit den Kindern kann man selber ein Stück Kindheit wiedererleben - das fand ich immer so toll! Ohne meine drei Buben hätte ich bestimmt nie wieder das Rollschuhfahren probiert - hätte keine so lustigen Winternachmittage am Rodelhang verbracht (und ganz gewiss habe auch ich nicht nur zugeschaut!) - wäre nicht an dunklen Novemberabenden mit einer Laterne in der Hand singend durch die Straßen gelaufen - hätte nicht mehr "Kalle Blomquist" gelesen, und vieles mehr.
    Ja, und irgendwann sind sie selber über diese Vergnügungen hinausgewachsen, und man beginnt sich allmählich alt zu fühlen - da gibt es jetzt nur eine Hoffnung: Enkelkinder...möglichst bevor man wirklich zu alt ist... ;)

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    1. Kinder halten einen lebendig. Das ist tatsächlich so. Nichts desto trotz fühle ich mich an manchen Tagen auch so ganz alt. Nur tief in mir, da schlägt noch immer ein wildes Herz.

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  4. Liebe Pünktchen,

    herrliche Fotos voller Kinderglück.

    Ja, das Leben verändert sich mit Kindern.
    Und es verändert sich noch einmal, wenn die ersten flügge werden. (und dann bald die nächste Generation kommt.)
    Alle Phasen sind spannend, aber ich bin froh, dass die drei "Kleinen" noch hier sind und unseren Alltag bunt machen. Es ist so schön, wenn die Jüngste durchs Haus singt, irgendwann das Schlagzeug vom Mittleren zu hören ist, die Geige ertönt. Dann wieder wird gemalt, gewerkelt oder Streifzüge durch die "weite Prärie" vor der Haustür unternommen.

    Liebe Grüße
    Nula

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  5. Liebe Nula, Du hast so recht. Kinder sind absolut bereichernd. Diese Zwei sind unsere Lebenslichter. Wir lieben sie unendlich.

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  6. Hier ist schon alles gesagt, wie ich es ähnlich erlebt habe. Ich habe endlich Spaß am Schlittenfahren bekommen und war die Letzte, die aufhören wollte. Früher hatte ich Angst.

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