25 August 2012

Grüne Hölle


Ohne Zweifel ist der Garten mein Refugium. Dieses Jahr bin ich kaum dazu gekommen, etwas darin zu pflegen oder zu gestalten. Das meiste blieb sich selbst überlassen, schließlich gab und gibt es im Haus mehr als genug zu tun. Aber dann meinte mein Mann, kurz bevor er für den Rest der Woche beruflich abreiste, den Gehweg vor'm Haus demontieren zu müssen. Offensichtlich war ihm das ein dringliches Bedürfnis, welches keinen Aufschub duldete. Da saß ich dann mit dem trostlosen Blick auf einen Sandweg (und im Gegensatz zu ihm ahnte ich es), und viel, sehr viel Arbeit.


Ich liebe Erde. Das ist wohl mein Glück, denn ich kann es genießen mit meinen Händen darin zu wühlen, den Duft einzuatmen. Ich habe mühevoll 1750 Liter Erde in Säcken herbei geschafft (erst in mehreren Fahrten in's Auto, dann aus dem Auto heraus geschleppt), auf dem Weg verteilt, fest gestampft. Die diversen Pflanzen rechts und links vom ursprünglichen Weg ausgebuddelt, an anderen Stellen wieder eingesetzt. Die alte Brombeere, die dieses Jahr mangels Sonne nicht eine einzige Blüte angesetzt hatte, mußte gänzlich daran glauben. Mit der Axt mußte ich ihren tiefen Wurzeln zu Leibe rücken. Ich habe so viele Büsche und sonstige Pflanzen versetzt, daß zehn Stunden wie im Flug vergangen sind. Am Ende tat mir so ziemlich jeder Knochen meines Körpers weh. Wenn sich alles noch etwas gesetzt hat, wird strapazierfähiger Rasen darauf gesät. Und dann möchte ich auch so eine Spießerkante ;-)...

Kommentare:

  1. Und wie kommt Ihr jetzt ins Haus? Über die Erde?
    Interessantes Projekt, wenn man dann eine Woche nicht da ist. ;-)
    Und großen Respekt für Dich - fast 2 Tonnen Erde alleine zu bewegen.... unglaublich.

    Sei herzlich geggrüßt und vielen Dank für deine lieben Worte -
    Katja

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  2. Liebe Katja, zum Haus gelangt man nun über die Stellplätze vor'm Haus. Für uns, die wir meist aus dem Auto steigen oder die Fahrräder in die Garage bringen hat sich eigentlich nichts geändert. Nur der Postbote guckte verdutzt, als er plötzlich vor den zwei Rhododendronbüschen zum Stehen kam. Ja, mein Mann vertraut da ganz offensichtlich meinen noch vorhandenen Bärenkräften ;-). Aber wenn er den mittlerweile mannshoch gewordenen Grünabfällehaufen sieht, dann hoffe ich nicht, daß ihm das Lachen vergeht. Denn den darf er dann mit mehreren Fahrten entsorgen. So gleicht sich alles irgendwie wieder aus.

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  3. Hut ab, vor so viel schwerer Erde, die Du da bewegt hast und die ganze Gartenarbeit erstmal alleine zu stemmen. Ja, Erde riecht gut, Gartenarbeit tut gut und hinterher weiß man, was man getan hat;-)
    Liebe Grüße, Roswitha

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  4. hihi, die bunten Schaumstoff-Kissen für die Knie, die haben wir hier auch *verschwestertfühl* So einen Garten zu planen und dann auch richtig in Handarbeit anzulegen, das ist echte Schwerstarbeit, finde ich! Hut ab also, denn glaub mir, ich war schon mit dem Anlegen der Beete dieses Jahr ziemlich am Anschlag (oka<, ich war auch recht schwanger zu dem Zeitpunkt, aber trotzdem). Mittlerweile liegen all die Melonen und Gurken und so irgendwo unter Tonnen von Unkraut (also für mich ist es eher eine Blumenwiese, ein Paradies für Schmettis und Bienen und Grashüpfer und so, für echte Gärnter aber wohl auch eine Grünzeughölle *lach*).Ich finde es toll, wie du mitanpackst! Das hab ich nie geschafftund werde eswohl auch nie schaffen. Bei uns baut der Mann um, und ich guck zu (falls ich mal Zeit dazu hab) und nerve ihn mit Extrawünschen ("Meinst du nicht, du könntest hier die Balken auch noch freilegen? Und die Küchenschränke bei Ikea, die finde ich alle so hässlich, baust du mir vielleicht selber welche?" Nerven hat die Frau, also echt!)Euer Zuhause wird wundervoll! Und ihr habt es selber gemacht, selber genistet und euch miteingebracht; darauf könnt ihr total stolz sein!
    herzlich
    Bora

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