04 Juli 2012

Schneeweißchen und Rosenrot


Endlich, endlich liegt nun der Boden auch in unserem Kleider-Kabuff. Bis auf einiges ist der größte Klamottenberg verstaut. Nur Feinheiten fehlen noch.


Wir haben gestern unser Schlafzimmer bezogen. Immer noch recht provisorisch, aber es wird ;-) Nachdem wir seit Monaten in einem Raum mit unseren Kindern geschlafen haben, kam ich mir plötzlich so unendlich verwaist vor. Alles war so derart ungewohnt mit einem Mal, daß ich in der Nacht kaum ein Auge zu bekommen habe. Auf mich wirken Möbel, und wie sie in einem Raum verteilt sind, ganz extrem. Heute war also Möbelrücken im Schlafzimmer angesagt. Dabei bin ich ausschließlich meinem Bauchgefühl gefolgt. Und so, wie's jetzt ist, kann es bleiben. Jetzt fühlt sich alles richtig und gut an - trotzdem es sich immer noch um die selben Möbel im selben Raum handelt. So kann's gehen. Ja, so wie's jetzt ist, so kann ich mich hier wohl fühlen. So gefällt es auch meinem Mann. Und unseren Kindern. Wenn ich auf unserem Bett liege, dann schaue ich in einen lichtdurchfluteten Raum, mit viel Weiß, etwas Grau und hellem Holz. Was mein Herz aber ganz weit werden läßt ist der Blick aus einem der Fenster - direkt vom Bett aus. Dann sehe ich auf die ganz nahen Zweige unserer Eßkastanie. 


In der Gartengestaltung lasse ich mich genauso von meinem Bauchgefühl leiten, wie in den heiligen Hallen. Und obwohl ich englische Rosen wunderschön finde, befindet sich keine einzige Sorte davon in unserem Garten. Nur an zwei Rosen konnte ich nicht vorüber gehen. Sohn1 wurde mir nach seiner Geburt von rechts präsentiert. Er ist eher der hellere meiner Kinder. Also kaufte ich diese wunderschöne Freilandrose und pflanzte sie ohne großartig zu überlegen ein.


Sohn 2, man kann es sich denken, wurde mir nach seiner Geburt von der linken Seite präsentiert - er ist die eher dunklere Version meiner Söhne. Also, pflanzte ich links von dem anderen Rosenstrauch diesen ein. Und wenn sie bald blühen, dann genieße ich mit einem Schmunzeln ihren wunderschönen Anblick, erinnere ich mich an die atemberaubenden Momente meines Lebens und bin glücklich. Und da Glück und Liebe größer werden, wenn man sie weiter gibt, erzähle ich diese Geschichten natürlich auch den Söhnen, die sich ihrerseits freuen über ihre Rosen.

Kommentare:

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  2. Der eine eher Typ Mitteleuropäer: hellere Haut, Augen, Haare, der andere mehr der Mediterrane Typ: dunklere Haut, Augen, Haare ;-).

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    1. Die Idee mit den Rosen ist sehr schön. Zeigst Du sie uns mal, wenn sie blühen?
      Ich mag Rosen sehr gerne. Immerhin auch fast ein Teil von meinem Namen. Bei uns im Garten halten die meisten Rosen nicht lange. Aber eine habe ich jetzt, eine kräftige reichblühende tiefrote Kletterrose, die ist nur aus Reisern "gezüchtet" und doch keine wilde Rose geworden. Das kann keiner glauben. Nur die Harten kommen in meinen Garten :-)) Ich muss gerade innerlich so sehr lachen, denn ich fühlte mich mal sehr hart an und fühle nun viel weicher.

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  3. Was für eine wunderschöne Idee mit den Rosenbüschen für jedes Kind. Eigentlich hatte ich das auch vor mit einem Baum, aber da ich keinen besonders grünen Daumen habe, hatte ich immer Angst, der Baum geht ein, was ich dann sicher als schlechtes Omen gesehen hätte.
    Meine Mutter hat meine Schwester und mich früher übrigens immer Schneeweißchen und Rosenrot genannt - weil sie fand, dass wir charakterlich so sehr unterscheidlich waren, dass es kaum sein könne, dass wir Geschwister sind...

    Ein umgestellter Raum mit neuen Farben kann komplett anders wirken, obwohl die Möbel bleiben. Ich erlebe in meinem Beruf immer wieder großes Erstaunen, wie vorhandene Möbel sich verändern können, wenn man sie nur umstellt, in einen anderen Kontext bringt, oder vor andere Farben.

    Bei Stachelbeeren kommt es extrem auf die Sorte an. Aus meienr Kindheit und Omas Garten kenne ich auch noch die Stachelbeeren mit richtig spitzen Stacheln auf der Haut, die ich deshalb nicht so gern roh im Mund hatte. heute gibt es ganz glatte Sorten, die auch viel Süßer sind. trotzdem finde ich zum Naschen Erdbeeren und vor allem Himbeeren noch besser, weil die frisch vom Stock einfach köstlich schmecken und sehr süß sind. Vor allem bei meinem Sohn sind sie deshalb viel beliebter.

    Herzlicher Gruß,
    Katja

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