12 Juli 2012

Lieblingsbeschäftigung


Früher, als wir noch keine Kinder hatten, träumten wir davon eine Familie zu sein, mit unseren Kindern zu wühlmäuseln. Schon in unserer Phantasie schmolzen wir dahin. Damals hatten wir lediglich eine vage Ahnung davon, daß das Leben mit Kindern auch anstrengend sein kann. Trotzdem unsere Kinder sehr pflegeleicht waren, gab es Anstrengungen. Aber das Wühlmäuseln war im Gegenzug dazu um Lichtjahre schöner als in unserer Phantasie. In meiner Familie gibt es den Ausdruck "sekerlemek" (ausgesprochen wird das in etwa wie schekerrlämmeck" - und unter das s kommt ein kleines Häkchen, was ich hier aber nicht darstellen kann). Sekerlemek bedeutet soviel wie zuckern, süßen. Wir benutzen das als Synonym für's Schmusen und zärtlich sein. Kaum eine Gelegenheit wird ausgelassen, um unsere Affenliebe zu leben. Wo wir gehen uns stehen gibt es Umarmungen und Küsse. Ob das nun mein alter Herr ist, mein Mann oder eben die kleinen Herren. Heute morgen wurde unser Bett okkupiert. Plötzlich hatte ich kleine Füße vor meinem Gesicht. Und auch heute noch, kann ich nicht widerstehen, diese Füße zu liebkosen und zu küssen. Manchmal denke ich, daß wir uns nicht sehr von Affen unterscheiden. Wie bei den Affen auch wird auch bei uns gekrault und Rücken werden gekribbelt. Nicht daß wir uns mißverstehen: auch hier gibt es Auseinandersetzungen. Nur fallen sie eben nicht unter die Kategorie "sekerlemek" ;-)...

Kommentare:

  1. Was für ein schönes Wort.
    Und ja, zärtliche Berührungen und Worte sind der Zucker und das Sahnehäubchen auf dem Leben. Notdürftig überleben kann man auch ohne, aber mit ist es ungleich schöner. Seelennahrung.
    "Mama, ich hab Kuschelfieber" heisst das bei uns. ;-)
    Ich hatte die Füsse heute Nacht auch im Gesicht. Schlafen Kinder eigentlich immer quer oder verkehrtherum? ich schätze, das hab ich auch getan früher.

    Lieber Gruß,
    Katja

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  2. Ja, ich glaube oft tun sie das. An manchen Tagen wanke ich aus dem Bett, weil mir alle Knochen im Körper weh tun. Trotzdem sind unsere Kinder jederzeit in unserem Bett willkommen, weil wir wissen, daß auch diese herrliche Zeit irgendwann sich verändern wird. "Kuschelfieber" finde ich sehr geistreich. Es hört sich so behandlungsbedürftig an - sehr schlau, wer sich das ausgedacht hat ;-).

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  3. Jetzt weiß ich auch, woher der Ausdruck Schlecker-mäulchen kommt, der erste Teil hört sich doch sehr ähnlich an;-)
    Ich liebe Kinderfüße. Und wie gut die riechen.
    Wie schön eure Affenliebe und so ein schönes Foto!
    Herzliche Grüße von Roswitha

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