17 Juni 2012

Schätze


Noch immer nieselt es, schüttet es, stürmt es... Wir haben es uns dieses Wochenende zu Hause gemütlich gemacht. Zeit zum Spielen, Basteln und Malen, in Ruhe kochen und sich unterhalten. Unterhalten mit Erzählungen: ich liebe es, Vergangenes wieder zum Leben zu erwecken. Mit Bildern, Worten und manchmal auch Taten. Viele, viele schöne Erinnerungen sind der Humus nicht nur meiner Seele. Unser Erstklässler wird von einer jungen, grandiosen Referendarin in Deutsch unterrichtet. Es ist mir ein Fest zu sehen, wie die Saat aufgeht, die sie geschickt sät. Ein Geschichtenheft wurde vor einigen Wochen ausgeteilt. Jeder darf und soll nach Belieben ab und an mal eine eigene Geschichte verfassen: mal mit vorgegebener Illustration, mal aus ganz eigenem Ideenreichtum erschaffen. Jedes mal bin ich ergriffen in meinem Innersten, wenn ich in diesem Heft blättern, oder einer kleinen Lesung daraus beiwohnen darf. Es wimmelt nur vor lauter Rechtschreibfehlern darin, aber es heißt, man soll sie so machen lassen. Die Kinder sollen in diesem Stadium das aufschreiben, was sie tatsächlich meinen zu hören. Ach, und ich kann nur sagen: das hat solch' einen Charme, all diese Fehler. Und fast bedaure ich schon jetzt, daß das im kommenden Jahr anders gehandhabt werden soll und muß. Die Formulierungen, die Rechtschreibung, die Schrift... alles zusammen läßt diese besondere Zeit der kindlichen Wahrnehmung in dieses Heft fließen. Solche Schätze, ja Schätze, hüte ich wie meinen Augapfel. Sie gehen mitten in mein und unser Herz hinein. So etwas muß man einfach beachten, achten und bewahren. Haben Sie auch solche, oder ganz andere Schätze? Erzählen Sie davon, und hauchen Sie Vergangenem neues Leben ein.

Kommentare:

  1. Hier war es brütend heiß den ganzen tag udn so haben wir ihn draußen im Schatten verbracht wo es ging.
    Tatsächlcih hebe ich fast jedne bemalten oder beschrifteten Fitzel vom Nachwuchs auf, jedes Bild, jede Nachricht, jeden Liebesbrief - um mich dann in Teenagerzeiten daran zu klammern, wenn ich kurz davor bin, ihn an die Wand zu nageln... ;-)
    Und meine eigene Vorschulmappe und die Zeichnungen aus dem Kindergarten, die hab ich auch aufgehoben.

    Einen schönen Sonntag Abend und herzlicher Gruß,
    Katja

    AntwortenLöschen
  2. Da sprichst du was an, was ich so maßlos unlogisch finde. In der hiesigen Grundschule ist es so, dass die Kinder in den ersten 2 Jahren das schreiben sollen, was sie hören, und man soll sie nicht verbessern. Ab dem 3. Schuljahr aber wird erwartet, dass sie über Nacht auf einmal alles richtig schreiben. Wie soll das denn gehen, wenn sie vorher alles falsch gelernt haben. Ich finde das ziemlich dämlich wenn ich ehrlich bin...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich verstehe, was Du meinst. Ich kann mir das nur so vorstellen, daß man den Kindern durch die ewige Verbesserei (denn sie bauen ja in beinahe jedes Wort mehrere Fehlerein ;-)), nicht die Freude am Schreiben nachhaltig verderben soll. Funktioniert bei meinem Kind aber eh nicht, weil er mich ständig fragt, ob er's richtig geschrieben hat. Ich bin nun dazu übergegangen, falsch geschriebene Worte "überdeutlich" auszusprechen, damit er die einzelnen Buchstaben besser heraus hören und sich selbst verbessern kann.

      Löschen