09 Juni 2012

Freude


Kaum jemand kann sich vorstellen, wie sehr ich mich über diese neuen Triebe freue. Mein Papa hatte mir letztes Jahr einige kleine Bäume aus der alten Heimat mitgebracht. Unter anderem diesen Liebesapfel-Baum. Ich hatte die Handwerker gebeten behutsam zu sein, weil er zarte Äste hatte. Kaum hatte ich um Vorsicht gebeten, haute ihn einer mit einem Sack entzwei. Es blieb nur ein unansehnlicher Stock übrig. Ich war total traurig, hatte ich ihn doch neben einigen anderen Bäumchen mit meinem Papa eben erst in unseren Garten gepflanzt. Sie hatten schon so toll Fuß gefaßt - und wurden sogleich durch unachtsame Menschen zerstört.  Mir hat wirklich das Herz geblutet. Ich habe es nicht fertig gebracht, dieses kleine Bäumchen, der nur noch einem in den Boden gesteckten Stock glich, zu entfernen. Papa und ich sind dieses Jahr seit seiner Ankunft immer wieder um den Stock herumgeschlichen. Haben immer wieder Ausschau gehalten, ob sich nicht doch irgendwo neues Leben zeigt. Und siehe da! Das Bäumchen treibt neu aus. Ich kann garnicht sagen, wie sehr wir uns darüber freuen.


Dieses Bäumchen ist eines meiner Lieblingsbäume überhaupt: es ist ein Granatapfel-Baum.
Wenn er mal groß ist, dann wird er knatschgrüne Blätter und wundervolle Fruchtblüten in Rot-Orange tragen. In diesen Kontrast habe ich mich schon als Kind in meiner alten Heimat verliebt. Ganze Alleen gab es dort mit diesen Bäumen. Der Anblick raubte mir damals wirklich den Atem. Ich war hin und weg von der kraftstrotzenden Schönheit dieser Bäume. 


Aber über diesen Trieb freue ich mich ganz besonders dolle. Die gehört unserer alten Kirsche, die ich wagemutig um einige Meter "gestutzt" hatte, weil mir die Kirschen immer viel zu sehr in den Wolken hingen. Ich habe quasi einen "Halbstamm" erschaffen. Einfach Glück gehabt, daß der Baum dabei nicht ganz eingegangen ist. Oh, ich freu' mich so...

Kommentare:

  1. Mich fasziniert die Kraft der Natur immer wieder auf's Neue. Wir haben hier einen Khaki-Baum, von dem wir dachten, er hätte den Winter einfach nicht überlebt und jetzt treibt er ganz unten neue aus - ein richtiges Wunder!
    Wegen der Kirsche sagte mir mal ein alter Nachbar hier oben, dass man eine Kirsche nur schwer vernichten kann, die hat Lebensenergie, die man nicht für möglich hält. Er reißt z.B. die Äste richtiggehend herunter beim Kirschensammeln (ich kann gar nicht zusehen) - und hat wirklich wunderbare Bäume, sie erholen sich sozusagen jedes Jahr auf's Neue. Er sagt, sie werden stärker :)
    Alles Liebe und viel Freude mit deinen Bäumen aus der Heimat! maria

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  2. Das Leben kämpft sich mit aller Macht ans Licht. Diese Bäume wollten leben! ich war dieses Jahr auch ganz traurig, weil nihct nru die Magnolien und Gojibeeren tot zu sein schienen, sondern acuh mein feigenbaum, den ich vor vielen Jahren als Winzling aus Korsika mitgebracht hatte. Letzte Woche habe ich entdeckt, dass er jetzt doch nochh austreibt - Anfang Juni... und das war wunderschön.

    Herzlicher Gruß,
    Katja

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  3. Oh, das ist toll, die Bilder sind auch wunderschön, und ich freu mich ganz doll mit dir mit :)) Das sind doch Erlebnisse die das Leben schön machen :)))
    LG
    Keks

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