02 Mai 2012

Zum 1. Mai


Endlich, endlich rollen sich die Blätter unserer Eßkastanie deutlich wahrnehmbar aus. So ganz allmählich wird's was hier mit schönem Wetter und so. Ich habe heute sogar tatsächlich die Wintersachen eingemottet. Gestern hatten wir herrlichen Sonnenschein. Spontan wie ich bin habe ich meine Freundin dazu überredet, unser ausgefallenes "Osterfeuer" nachzuholen. Und spontan wie sie ist, hat sie "Ja!" dazu gesagt. Unsere Männer weilen beide für längere Zeit außer Haus. Mit "Tanz in den Mai" hatte es sich für uns erledigt... wenn wir auch zwischendurch doch mal daran gedacht haben. (Aber unser spontanes Treffen entwickelte sich so wunderbar, da haben wir uns nicht noch zu später Stunde aufraffen mögen).

Die kleinen Herren haben sich über die Maßen gefreut. Also wurde flugs reichlich Holz von unseren Baustellenbeständen zusammen gesammelt, alles in's Auto gepackt, nützliche Utensilien zusammen gesucht, eine einsame Würstchenpackung aus dem Kühlschrank geholt, mit Senf und anderen Saucen mitgenommen.

Meine Freundin hat einen riesigen, schönen Garten, deutlich größer als der unsere ist. Da kann man dann schon eher mal ein größeres Feuer machen, ohne daß sich die Nachbarn gleich gestört fühlen. Die Feuerstelle wurde in einem ihrer Gemüsebeete frei gegeben. Ab da waren die kleinen Herren für das Feuer zuständig. Und geübt wie sie sind, vorsichtig sowieso, hatten wir alsbald ein prächtiges Feuer.




Bei der Gelegenheit wurden die Kleinen so ganz nebenbei zu kleineren Aufräumarbeiten im Garten animiert. Sie sammelten sämtliche Tannenzapfen auf, die herum lagen und eröffneten nebenan eine kleinere Feuerstelle. Der erwünschte Qualm war prima, um mit einem darüber gehaltenen alten Bottich Rauchzeichen in den Himmel zu schicken.


Unsere Holzbestände schrumpften zusehends. Da haben wir kurzerhand alles zusammen geklaubt, was noch in den hinterletzten Ecken des Gartens zu finden war. Und es war reichlich, was wir da noch hervorgezerrt haben. Riesige, alte Balken und Planken. Zwischenzeitlich holte die Hausherrin auch noch ihre Vorräte. Die Kleinen wurden gut versorgt, wir tranken genüßlich noch etwas Bier - wovon allerdings die Hälfte zu später Stunde in der Finsternis im Erdreich versickerte. Das tat unserer Bombenstimmung überhaupt keinen Abbruch. Wir sind auch bestens gelaunt ohne Alkohol. Ja, wir zwei älteren Mädchen, wir haben noch Flausen im Kopf, Träume im Herzen. Unter der Magmakruste, da regt sich noch was. Und während die Herren uns mittlerweile in Seifenblasen einhüllten, schwelgten wir in alten Erinnerungen. Da mußte sofort noch ein Rezept von Walter, dem längst verstorbenen Papa meiner Freundin, umgesetzt werden. Lecker das!


Hach, es war soooo herrlich, die Stunden bis Mitternacht so unbeschwert verrinnen zu lassen. Erinnern, erzählen, genießen, lachen. Das war der schönste Tag seit langem. Wir haben beschlossen, das bei Gelegenheit mit den kleinen und den großen Herren zu wiederholen. Dank unserer Baustelle ist reichlich Holz ja noch vorhanden ;-)... 





1 Kommentar:

  1. Vielen, vielen Dank für deine lieben Kommentare bei mir! Nun durchforste ich mal deinen Blog ;-)
    Euer nachgeholtes Osterfeuer hört sich sehr entspannt und so natürlich fröhlich an.

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