29 Mai 2012

In der Ruhe liegt die Kraft


Es gibt Tage auch in meinem Leben, da könnte ich schlechte Laune bekommen. Meist passiert das dann, wenn sich Dinge des Alltags "verabschieden". Als erstes gab mein uraltes Handy, was zuletzt notdürftig mit Tesa zusammen gehalten wurde, den Geist auf. Gewiß, es gibt Schlimmeres, aber meine Erreichbarkeit ist u.a.. auch für meinen Papa wichtig. Wann immer er mich anruft, düse ich los, um ihn abzuholen, oder irgendwohin zu bringen. Er ist nun wahrlich nicht mehr jung. Da ist es eine große Unterstützung, wenn sich seine Wege verkürzen lassen. Genau für solche Fälle habe ich ein sehr einfaches und günstiges Ersatz-Handy. Aber finde das mal in den zig Kisten und Kartons. Dabei weiß ich genau, daß ich es vor wenigen Wochen noch in der Hand hielt. Inzwischen habe ich alles mehrfach abgesucht, dabei mindestens eine Hand voll Dinge entdeckt, die ich in den vergangenen Monaten gesucht hatte, die ich nun aber nicht brauche. Ach, manchmal ist es doch wirklich verzwickt. Aber Hilfe naht: Übermorgen gibt's ein relativ günstiges Handy beim Discounter. Einfaches Model. Ich muß damit auch nur erreichbar sein, oder selber telefonieren können. Den restlichen Schnickschnack brauche ich nicht.


Was hier nach überdimensioniertem Hagel aussieht, ist das Eis aus dem Tiefkühlbereich unseres Kühlschranks. Keiner hatte großartig Lust, sich dieser Arbeit hinzugeben. Eine kleine Ewigkeit sind wir drumherum geschlichen, bis sich die Schubfächer kaum noch öffnen ließen.  Und wenn Gefahr droht, schlechte Laune zu bekommen, dann muß ich etwas tun. So habe ich mich eben daran ausgetobt, das Gefrierteil zu enteisen - abtauen kann man die rabiate Vorgehensweise mit einem Messer wohl kaum nennen. Nach getaner Arbeit blitzt und blinkt der Kühlschrank nur so. Allerdings hat mich das auch einen komplett halben Tag gekostet, an dem die Küche zur Sperrzone erklärt wurde.


Ganz nebenbei habe ich Brot gebacken aus Dinkel-Vollkorn-Mehl. Frisch verzehrt wurde es mit Knoblauch-Salz-Butter. Einfach köstlich! Für mich persönlich ein Festmahl.


Zwischendurch habe ich angesichts der noch zu waschenden Wäscheberge fast die Nerven verloren, weil die Waschmaschine drohte den Geist aufzugeben. Irgendwie war viel Wasser auf dem Kellerboden, dafür kaum welches in der Maschine. Papa sei Dank ist es jetzt wieder so, wie's sein sollte. Nachdem auch dieses Problem behoben war, haben wir uns ziemlich geschafft vor die Haustür gesetzt, wo unser Fliederbaum steht. Gerade jetzt sondert er einen unwiderstehlich, betörenden Duft ab, der einen wirklich benommen macht. So ein Erlebnis erdet mich ungemein.


Desweiteren habe ich Sohn 1 unnachgiebig gebeten, seine diversen Kruschpelecken aufzuräumen. Seine Antwort erhielt ich in schriftlicher Form, weil er ganz offensichtlich seiner fordernden Mutter entgehen wollte. Zugegeben: ich mußte innerlich sehr lachen. Das hat man davon, daß das Kind nun lesen und schreiben kann ;-). Revolte mal anders. So süß...

Später, beim Einkaufen, habe ich aus einer sich sehr spontan ergebenden Situation heraus meine vier Jahre alte Digitalkamera noch im Geschäft an einen Mann verkauft, der mir dafür reichlich Geld geboten hat. Da konnte ich nicht nein sagen. Und das trotzdem ich ihm mehrfach mitgeteilt habe, daß einige Funktionen garnicht, bzw. nur noch eingeschränkt nutzbar sind. Ja, ich muß gestehen, daß meine Kameras eine geringe Halbwertzeit haben. Und da sie dem ständigen Gebrauch ausgesetzt sind, geht das auch nicht ohne Spuren an ihnen vorüber. Jetzt sitze ich aber auf dem Trockenen, weil das neue Objekt meiner Begierde noch garnicht in den Geschäften erhältlich ist. Voller Ungeduld muß ich noch ausharren. Bis dahin nutze ich die Kamera von Papa.


Wie gut, daß wir die warmen Tage im Freibad so ausnutzen konnten. Denn bald werden wir uns wieder irgendwo um und bei 12°C einfinden. Da gibt es doch kaum etwas feineres als am Abend, nach einem ausgedehnten Freibadbesuch, einige Maiskolben über der Glut zu garen und den Abend durch eine Lesung des Sohnes im Garten ausklingen zu lassen.

Kommentare:

  1. Oh ja, kaputte Gegenstände die man laufend braucht, das ist eine Plage... wenn du das nächste Mal wieder etwas zum abreagieren brauchst... hier steht noch einiges an Bügelwäsche :D
    Gruß
    Keks

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  2. Gottlob gibt es hier noch ausreichend Ecken mit "Potential", an denen ich mich im Falle eines Falles austoben kann. Danke für's Angebot;-)

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