06 Mai 2012

Glimmendes Rot/Orange

Gerade stellt Bora drüben bei sich die Frage, welche Farbe das Wochende ihrer Leserschaft hatte. Hier bei uns ging es heiß her. Im wahrsten Sinne des Wortes. Was kann es für kleine Herren größeres geben, als bei eisigen Temperaturen ein ordentliches Feuer zu machen, es zu beaufsichtigen, einpaar Würstchen über der Glut zu grillen und mit einem gesegneten Appetit zu verputzen?! Holz haben wir ohne Ende (Baustelle, ihr wißt schon... gäääähn...). Dazu dann noch eine riesige Satelittenschüssel, die eigentlich darauf wartet entsorgt zu werden. Aber ich ahnte schon vorher, daß sie sich zu irgendwas nutzen ließe, also habe ich sie noch behalten. Flugs haben wir schnell einpaar Steine auf dem Boden verteilt, die Satelittenschüssel darauf kippsicher abgestellt, allerlei Holz darin aufgetürmt. 


Die Kleinen haben wie immer den Anzündevorgang übernommen, sich gegenseitig unter mütterlicher Aufsicht assistiert. Später dann, gesättigt aneinander geschmiegt, habe ich ihnen erzählt von früher. Als ich etwas jünger noch war als sie und einige Sommer bei Oma Leyla, der Mutter meines Vaters verbrachte, wo reichlich andere Verwandschaft noch lebte. Eine großartige Zeit, die heute noch in meine schönsten Erinnerungen getaucht ist. Dieser Moment am lodernden, knisternden Feuer, so aneinander geschmiegt hatte soviel Nähe, innere Wärme. Trotzdem es längst Zeit war, daß die Kleinen in's Bett mußten, gaben wir uns einfach der Nacht hin - ohne Zeitlimit. Wochenende. Ausschlafmöglichkeit am nächsten Tag. Also haben wir noch 'ne riesige Ladung Holz auf das Feuer geworfen. Die Nachbarn zur einen Seite waren Segeln, die anderen hat der anfängliche Qualm nicht gestört. So haben wir noch einige Zeit am Feuer gesessen, der glimmenden Glut zugesehen. Wie funkelnde Rubine, wie Lawa eines Vulkans, die emporsteigenden Funken bewundernd, die an sich ewig im Kreis drehende Derwische im meditativen Tanz erinnerten. So schön anzusehen.


Als alles beinahe erloschen war kamen wir auf die Idee, mit Taschenlampen bewaffnet eine Nachtwanderung zur Brücke am Fluß zu machen, der sich im nahegelegenen Wald befindet. Wir nahmen uns an den Händen und machten uns auf den Weg. Unterwegs trafen wir ein junges, uns bekanntes Mädchen. Sie hat nun einen sehr netten Jungen zum Freund. Junge Liebe, welch' ein Zauber von ihr ausgeht. Ein kurzer Smalltalk und weiter ging's. Unwillkürlich stellte ich mir vor, daß es nicht ewig dauert, bis wir bei den kleinen Herren ebenfalls mit Damenbesuch rechnen können ;-). 


Im Wald, totale Finsternis. Nur im Lichtkegel konnte man etwas erkennen. Als wir die Hälfte des Weges geschafft hatten, wurden die kleinen Herren immer leiser. Ich fragte sie, ob wir weiter gehen wollen - oder eher umkehren. Nein, es sollte weiter gehen. Sich stark fühlen an Mamas Seite. Zwanzig Meter weiter wieder die selbe Frage. Eindeutige Antwort : "Umkehren!" Sich schwach fühlen dürfen an Mamas Seite. Alles völlig legitim. 


Mitternacht waren wir in unseren Betten. Rechts und links schmiegten sich zwei kleine Körper an mich, schlangen sich zarte Ärmchen um mich herum. "Mama, du bist unser Schutzschild!" Ja, meine Süßen. Das werde ich immer sein. Immer.

Kommentare:

  1. tolle Fotos! Die "Logos" habe ich bei gutmakiert bestellt, die Erdbeere passte gut zu meinem Blog, aber vielleicht findest Du ja auch etwas passendes?

    LG Wiebke

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  2. Du erzählst so wunderbar! Fast wie ein Märchen! Ich danke dir so sehr für deine lieben Worte an mich! Und ich kann mir gar nicht vorstellen, dass du zum Ende der Schwangerschaft nicht ungeduldig warst...wow! Mich nerven allerdings auch sehr die körperlichen Wehwehchen, ich hab schon arge Rückenschmerzen und kann nicht mehr sitzen, deshalb wäre ich gerne mal "befreit" ;-)
    Und ein Schutzschild für die Kinder zu sein- was für eine tolle Vorstellung! (ich hoffe, dass wir auch baln ein Eigenheim haben und Feuer machen können!)

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  3. ah, jetzt hab ich tränen in den augen. ich mag solche zauberhaften wochenenenden. sie sind immer ein bischen eine reise in eine wunschwelt.
    feuer, nachtwanderung, abenteuer, familienkuscheln... so sollte kindheit sein. jawohl. ohne an die woche und was da alles wartet zu denken. einfach im jetzt sein. *toll*
    was ist das denn eigentlich für eine feuerschale? die sieht sehr interessant aus.
    liebste grüße.

    pia*

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