16 März 2012

Dies und das

  
Der erste Griff am Morgen, wenn ich betriebsbereit bin für den Tag, ist der nach meiner Pünktchen-Tasse. Ein heißer Cappuccino, meist nachdem ich Sohn 1 zum Bus gebracht habe, ist drin. Dann geht's weiter mit dem neuen Tag.


Endlich sind die Kupferleitungen für die Heizungen da. Ich habe zugesehen, wie sie mittels eines mittelalterlich anmutenden Werkzeuges gebogen wurden. Faszinierend.


Dämm-Material für die neuen Heizungsleitungen...


Seit sechs Monaten leben wir im Haus auf einer Baustelle. Das war und ist eine harte Zeit. Nicht genug damit, ist nun auch Baustelle vor'm Haus. Ob wir irgendwo was unterschrieben haben, was uns entfallen ist?... Krach drinnen, Krach draußen - und das meist schon morgens ab sieben. Das einzig Positive: die Bauarbeiter! Ich habe noch nie mit so freundlichen und zuvorkommenden Menschen zu tun gehabt, wie mit diesen. Trotzdem hier immer wieder Privatfahrzeuge aus der Straße fahren, obwohl mit großen und schweren Arbeitsfahrzeugen gearbeitet wird, wird jedesmal ohne Murren und Knurren augenblicklich Platz gemacht. Insgeheim frage ich mich, ob diese Männer vielleicht an einer Schulung teil genommen haben, die da gelautet haben könnte: "Wie gehe ich mit Anwohnern um, die in der Nähe der Baustelle wohnen?" Wirklich vorbildlich, wie die Männer das machen. Schade, daß wir das von den diversen Handwerkern rund um unsere Baustelle im Haus nicht sagen können. Man kann wohl eben nicht alles haben. Oder so.


Ein großer Wunsch meines Mannes wurde Realität: endlich hat er mir einen "Blaumann" kaufen dürfen. In der Hoffnung, daß ich ab jetzt nicht mehr den ganzen Dreck durch's Haus trage und mich in meiner sonstigen Klamotte auf dem Bau einsaue. Zur ordentlichen Demonstration dessen, daß das wohl auch künftig nur ein Traum von ihm bleiben wird, habe ich beim Spachteln direkt mal ein Pfund Spachtelmasse zielgenau zwischen meinem Oberteil und dem neuen Blaumann versenkt. Träum' weiter, mein lieber Mann...

Heute hat uns der Zimmermann hängen lassen. Einfach nicht gekommen. Kein Anruf. Nichts... Sowas macht mich unglaublich wütend. Wir haben ohne viel nachzudenken selbst weiter gemacht. Das Werkzeug dazu haben wir ja.


"Yes, we can!" Na bitte, geht doch. Verspachtelt ist auch schon (gleich nach der Aufnahme). Wenn der Heizungsmensch fertig wird, dann werden wir den Rest verkleiden, verspachteln, schleifen. Danach werde ich zum ersten Mal in meinem Leben tapezieren. Mal sehen, was mir das wieder für Erkenntnisse bescheren wird. Denn tapeziert wird mit Glasfasertapete. Die übersteht auch unbeschadet mittelschwere Kinderspuren.


Während wir werkeln, schaun die Kinder vorbei. Manchmal auch für länger. Dann wird mit allem gebaut, was die Baustelle so hergibt.


Bewährtes Nadelgeklapper am Abend. Paps, die stricke ich für Dich. Ich weiß, daß Du sie so gerne trägst.


Ganz offensichtlich habe ich die letzten sechs Monate kaum noch auf das neue Leben in unserem verwüsteten Garten geachtet. Die Knospen gehören den von mir geliebten Hortensien. Ich finde es so unglaublich faszinierend, daß aus diesen unansehnlichen "Stöcken" das Leben förmlich herausplatzt. Dann, nach weiterer Zeit, ein kraftstrotzender Strauch, der den ganzen Sommer über mit unglaublich schönen Blüten bezaubern wird. Ich freue mich so sehr darauf.



Im Herbst schneide ich Bäume und Büsche zurück. Manchmal, wenn ich bei Freunden und Bekannten bin, darf ich mir von deren bereits abgeschnittenen Zweigen nehmen, wozu man mich nicht extra auffordern muß. Diese Zweige stecke ich in einen größeren Topf, der in unserem Garten eigens für solche Dinge bereit steht. Danach vergesse ich bis zum Frühjahr, daß ich das gemacht habe. Und da ich nichts erwarte, freut es mich gigantisch, wenn der ein oder andere Zweig tatsächlich Wurzeln gebildet hat. Hier und da kann man eine kleine Knospe ausmachen. Oh, wie ich das liebe. Ich liebe es, wenn Leben wächst und gedeiht. Ich brauche dann nur noch für einen ordentlichen Platz in der Erde zu sorgen. Und dann kann ich mich erst recht freuen über das alljährliche Wunder in der Natur. Wie wunderbar das ist.



Ableger von Rhododendren. Diese blühen in einem wunderschönen Rot. Sie scheinen tatsächlich die eisigen Wochen überlebt zu haben - im Gegensatz zu meinen heißgeliebten Zitronenbäumchen, die ich dieses Jahr vergessen habe rein zu holen. Genau wie die Azaleen, die tausende von Kilometern aus der alten Heimat zu mir gefahren kamen. Einst züchtete mein vor Jahrzehnten verstorbener Onkel Azaleen und Fuchsien. Ja, und aus deren Nachfahren stammten meine Azaleen. Ich glaube nicht, daß sie die eisigen Wochen überlebt haben. Das stimmt mich traurig. Ich habe in diesem Bautrubel einfach nicht mehr wie sonst daran gedacht, meinen lieben Pflanzen ein Winterquartier im Haus herzurichten.

Kommentare:

  1. Puh, ganz schön intensiv bei euch! Bei uns ist die Baustelle gottseidank im Moment oben im Dachboden und draußen. Aber immer, wenn es in der "Wohngegend" ist, bin ich sehr schnell sehr gereizt wegen dem ganzen Dreck, der sich dann noch zusätzlich zum restlichen WAhnsinn verteilt... ach, ein "Blaumann", das wär auch mal was für mich :)
    Viel Energie weiterhin! maria

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  2. da ist ja einiges los bei euch. Klingt anstrengend aber irgendwie gut.

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