21 März 2012

Allgegenwärtig

Während meine Freundinnen mir am Telefon von frühlingshaften Temperaturen allerorts berichten, kratze ich hier morgens immer noch das Eis von der Winschutzscheibe. Als ich Sohn 1 zum Bus bringe und wir bibbernd warten, da sagt das Kind mit bedrückter Stimme plötzlich: "Mami, und das arme Baby liegt in der kalten, dunklen Erde und friert..." Gottlob hatten wir noch einpaar Minuten, sodaß ich meinem Sohn noch einige Sätze dazu sagen, ihn in meine Arme nehmen und an mein klammes Herz drücken konnte. Die Tragödie ist kaum mehr als zweieinhalb Monate her. Und manchmal kommt es mir so vor, als wäre da etwas Unwirkliches geschehen. Aber egal wie der momentane Eindruck sein mag, im Grunde unseres Bewußtseins ist es allgegenwärtig. Ich wage zu bezweifeln, ob etwas derart Schwerwiegendes, Erschütterndes einen je wieder losläßt.

1 Kommentar:

  1. Ich glaube, auf solche Fragen (oder Sätze) gibt es nicht "die richtige Reaktion". Unser zweites Kind durften wir auch nicht lange ins Leben begleiten und meine große Tochter redet fast jeden Tag davon, obwohl wir damals den Eindruck hatten, sie hätte das gar nicht so "richtig mitgekriegt", sie war ja noch nicht mal 2 Jahre alt. Ich kann darauf nicht adäquat reagieren, wie man so schön sagt. Ich kann sie nur in den Arm nehmen und ihr sagen, dass ich auch sehr traurig bin. Dann geht der Alltag weiter. Irgendwie. Ich glaube, man lernt damit zu leben. Aber loslassen wird einen diese Erfahrung wohl nie. Glaube ich. Vielleicht ist es auch gut so. Wer weiß. Alles Liebe, auch für deinen Jungen. maria

    AntwortenLöschen