08 Januar 2012

So'n Käse


Ich kann es selbst nicht glauben: unser Dachdecker hat sich tatsächlich vom Acker gemacht, ohne ein Wort. Nicht aber ohne das Geld, welches er für die Fenster erhalten hatte. Dachdecker weg, Geld für die Fenster weg, Fenster weg, unfertiges Dach und Baustelle ansonsten noch da. Ich war unsagbar wütend, unendlich enttäuscht. Enttäuschung schwächt mich. Wut macht mich mutig. Ich bin gestern kurzerhand kilometerweit durch die Dunkelheit gefahren, bin in der Kneipe aufgetaucht, wo der Herr und einige seiner Mitarbeiter gerne einkehren. (Gründlich recherhiert hatte ich im Vorfeld). Wo die mir bis dato unbekannte Freundin des Dachdeckers hinter dem Thresen steht. Ich habe mir in aller Seelenruhe etwas zu trinken bestellt und habe mich seiner Freundin vorgestellt. Ich habe sie um einige Minuten Gesprächszeit gebeten. Sie schien schon eine andere Variante der Geschichte zu kennen. Ich habe ihr unsere Variante erzählt. Was mir da noch nicht klar war, daß ihr Freund, also unser besagter Dachdecker, bei meinem Anblick sofort in die Küche entschwunden ist... und zweieinhalb Stunden dort Blut und Wasser geschwitzt hat. Sich erst wieder heraustraute, nachdem ich schon Minuten weg war. (Das habe ich heute von einem gemeinsamen Bekannten erfahren). Warum ich mich an die Freundin gewandt habe? Nun, uns Frauen eint, daß wir gerne in geordneten Verhältnissen leben. Und meist haben wir es auch nicht gerne, wenn der Freund/Gatte Dreck am Stecken hat. Jaaaaa, Frauen haben Macht. Egal, ob oder was das Gespräch gebracht haben mag: noch ist das ganze Werkzeug hier. Schön fein zusammen gesammelt und gut verstaut. Ich habe vernommen, daß er alles von Jemandem in der nächsten Zeit hier abholen lassen will. Nun, daß kann er gerne machen - wenn er zuvor wenigstens die Dacharbeiten beendet. Dann kann er sein Werkzeug höchstpersönlich in Empfang nehmen - und kein anderer! Und höchstpersönlich lasse ich mir jedes einzelne Kabel, Maschine, was auch immer von ihm quittieren, was er hier rausträgt. Man sieht sich immer zwei mal im Leben - vielleicht auch öfter. Im Anschluß an meinen Exkurs war ich noch bei einer Freundin. Ich habe sogar wieder schallend lachen können. Da hat doch so'n  Kleiderschrank von Mann Schiß vor mir... Sie hat alles Käse aus dem Kühlscharnk rausgeholt, und diese "Hundeköttelwurst"... es war köstlich. Viel Genuß, reichlich Geschnatter, viel Gelächter...

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