29 Januar 2012

Alltag schaffen

Seit Wochen ist mir, als hätte sich eine dicke Decke auf unser Leben gelegt. Alles fühlt sich dumpf an, wie von weit her dringen Geräusche her. Es kostet mich Mühe, zu einem normalen Alltag zu finden und diesen in gewohnter Weise zu bewältigen. Am liebsten mache ich derzeit Sachen, die eintönig sind und mir aufgrund der sich ständig wiederholenden Tätigkeit einen gewissen Halt vermitteln. Von Hand spülen, putzen, sortieren gehört dazu. Da ruht man für eine Weile in sich. Abends, wenn alle Arbeit getan ist, dann fließen schon mal unvermittelt leise Tränen. Einfach so. Wir sprechen viel mit unseren Kindern über das Unglück, was geschehen ist. Ja, wir stehen Rede und Antwort. Kinder stellen einfache, aber sehr tiefschürfende Fragen. Wo ich herkomme, da sagt man, daß man mit dem Sterbenden nicht sterben könne. Soll wohl heißen, daß das Leben trotz aller Schmerzen weitergeht und auch weiter gehen soll. Ich behaupte, daß wenn geliebte Menschen von uns gehen, immer auch ein Stück von uns mit geht. Unser Kleiner hat eine Pappkiste gebastelt. Er hat mir erklärt, daß es eine "Trauerkiste" sei und wie sie funktioniert. "Da tut man Sachen rein Mami, die einen glücklich machen. Und wenn man traurig ist, dann packt man sie aus. Wenn man dann die Sachen sieht und in die Hand nimmt, erinnert man sich. Dann ist man nicht mehr so traurig..."

1 Kommentar:

  1. Oh...

    das mit der Trauerkiste von Deinem Sohnemann finde ich eine wirklich gute Idee...

    wie einfach und dennoch von Herzen können wirklich nur Kinder denken...

    und das ist schon das schöne daran...

    GLG

    Andrea

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