28 November 2011

Resteverwertung


Wen der Hafer sticht, der verläßt bewährte Pfade... Ich habe willkürlich Socken-Woll-Reste gemixt. (Nur der froschgrüne Schaft des ersten Paares besteht aus reiner Merinowolle - das heißt, diese Socken sind deswegen zur Handwäsche verdammt). Abends stricke ich immer noch einige Runden. Das auf dem Markt erhältliche Sockengarn ist sehr vielfältig. Trotzdem finde ich die Socken letztlich "langweilig". Wenn man sich schon die Mühe macht, sollten sie irgendwie auffallen - finde ich. Diese zwei Paar finde ich jetzt auch nicht gerade überragend, aber ich mixe mal weiter. Vielleicht fallen mir schönere Kreationen ein. Sie sehen: Der Mensch braucht Herausforderungen ;-)...


26 November 2011

Baustellen-Alltag


Zehn Wochen seit Baubeginn liegen nun hinter uns. Anstrengende, aufwühlende Wochen waren das. Nach so langer Zeit fühle ich mich, als wäre ich mit unserem Dachdecker verwandt und verschwägert. Seit vorgestern ist das Dach eingedeckt - nur da, wo mal Velux-Fenster rein sollen, schaut man nach wie vor auf die Delta-Max-Folie. Irgendwie,  nach diesen für uns unendlich langen Wochen mit wechselnden, fremden Menschen um uns herum, ist meine Sehnsucht nach sichtbaren Erfolgen gigantisch groß geworden. Noch ist aber kein Ende in Sicht. Und weil meine Geduld langsam aber sicher am Ende ist, habe ich selbst zu Zimmermanns-Hammer und Kuhfuß gegriffen. Das eklige an dieser Art von Abrißarbeiten ist die widerliche, alte Glasfaserwolle. Nach kurzer Zeit ist man mit diesem Kram "kontaminiert" und möchte sofort unter die Dusche. Alles brennt und juckt. Gräßlich! Es ist mir ein Rätsel, wie die Männer das einen ganzen Arbeitstag lang ertragen können. Erst mit voranschreitenden Innenbaumaßnahmen eröffnen sich neue Möglichkeiten. Was man sich vorher nicht vorstellen konnte, wird erst dann möglich, wenn schon die ein oder andere Veränderung umgesetzt wurde. So werden noch einige Wände fallen, so daß es einen größeren offenen Bereich geben wird, was ich sehr begrüße.  Die neuen Heizungen lagern in einem Raum, Türen wurden bestellt, die Fenster werden erwartet. Würde mich nicht wundern, wenn's dann Schlag auf Schlag geht. Hoffentlich!

22 November 2011

Besessen


Allen, die mir mitteilten, sie seien bedauerlicherweise nicht in der Lage, zu stricken - schon garnicht Socken - sei gesagt: überlegt Euch gut, ob Ihr damit überhaupt anfangen wollt. Ich würde gerne, kann aber nicht mehr damit aufhören. Und wie man sieht, habe ich keine überhöhten Ansprüche. Schlicht sollen sie sein, keine Muster, einfach Socken. Diese sind für Paps. Ich weiß, daß er sie liebend gerne tragen wird. Jede Masche, mit gaaaanz viel Liebe, Papa - nur für Dich!


Und diese hier sind für meine eigenen Kinderfüße... Muß ich erwähnen, daß das nächste Paar Socken schon in Arbeit ist?...

21 November 2011

Frost



In der Natur schätze ich die Abwechslung sehr. Gerade wenn es darum geht, der beständig grauen Wolkendecke über einem zu entgehen. Dann bin ich außerordentlich dankbar für Regen, Sonne, Sturm, Nebel, Frost und Schnee. Heute, nachdem ich in windeseile das Auto vom Eis befreit und Sohn 1 zum Bus gebracht hatte, gab es Gelegenheit für einen genußreichen Weg mit Sohn 2 zum Kindergarten. Alles war zauberhaft eingehüllt in ein Eiskleid. Die Luft war so herrlich klar, so wie man sie kaum lieber einatmen möchte. Und schauen Sie mal, welcher Pracht wir unterwegs begegnet sind...









17 November 2011

Zufallsbekanntschaft

Ziemlich genau vor vier Jahren habe ich meine Freundin Barbara beim Pilzesammeln im Wald kennen gelernt. Das Rotkäppchen  war da noch keine drei Jahre, und mit dabei war das kleine  Puffelchen, noch kein Jahr alt, was etwas Abseits im Kinderwagen saß und uns interessiert von dort aus beäugte. Später, durch gemeinsame Unternehmungen, lernte ich sie immer besser kennen. Auf der Stelle verliebte ich mich in ihren wunderschönen Garten, wo sie ganz viele Pflastersteine selbst verlegt hatte. Diese Leidenschaft habe ich seitdem ihr zu verdanken. Ich liebe es, Dinge selbst zu machen. Wenn diese dann auch noch nicht zu perfekt aussehen, ist's für mich perfekt. Ich habe sie um Erlaubnis gefragt, um einige Bereiche ihres Gartens hier zeigen zu dürfen. Ich habe noch viel mehr schöne Aufnahmen davon, aber leider  stehen sie mir zur Zeit nicht zur Verfügung. Nach einem Totalausfall meiner externen Festplatte versucht man diese gegen horrende Summen in einem Speziallabor wieder herzustellen. Wenn ich mir diese Bilder ansehe, werde ich ganz wehmütig. Denn meine liebe Freundin wird Anfang des kommenden Jahres zu ihrem einzigen Kind, und Enkelkind auswandern. Verständlich, denn sie ist nicht mehr die Jüngste und seit vielen Jahren Witwe. Aber was red' ich hier rum - genießen Sie einfach die Garten-Teilansichten...












  


















15 November 2011

Liebeserklärung der besonderen Art

Eines muß ich vorweg nehmen: Sohn 2 ist u.a. ein leidenschaftlicher Fleischverzehrer. Wenn Wurst oder Aufschnitt eingekauft werden, haben wir anderen kaum eine Chance eine Scheibe Brot mit Aufschnitt belegen zu können. Da war dann meist einer sehr viel schneller. Der Knirps verdrückt das alles ohne Brot. Mal eben so. Früh morgens war es, als ein kleiner, warmer Körper sich an mich schlang. Noch verschlafen murmelte ich ihn küssend und kosend: " Mein Herz, mein Süßer, du bist mein Knusperkeks, mein Butterflöckchen, mein...". Jäh werde ich unterbrochen: "Mami, und du bist meine Wurst!" Ich bin heute den ganzen Tag mit einem Dauergrinsen unterwegs gewesen. Aaah, ist das schön! Und ich genieße das so sehr. Auch wenn mir klar ist, daß jemand anderer eines Tages "die Wurst" sein wird... und ich mit wohlwollen dann vielleicht noch das Brot.

Socken über Socken...

Nun ist auch das dritte Paar Socken fertig. Diese sind für meinen Mann. Wer denkt: "Mann, hat der kleine Füße!", der irrt. Optische Täuschung. Die Socken sind wahnsinnig groß. Meine Füße würden da beinahe zwei Mal rein passen. Bis auf einen winzigen Rest sind beide Knäuel aufgebraucht. Seit gestern bin ich auch schon an Sockenpaar vier dran. Dieses Mal für meinen Papa. Der liebt selbst gestrickte Socken über alles. Und ich freue mich, daß ich einen Papa habe, dem ich sie schenken kann. Es kann nicht mehr lange dauern, dann sind auch seine hier zu sehen...

13 November 2011

Unsere alte Buche


Darf ich vorstellen: das ist "unsere" alte Buche. Sie steht tief im Wald und gehört uns natürlich nicht. Aber wenn wir unterwegs sind in den Wald, dann führt uns unser Weg auch stets zu ihr. Wir besuchen sie gerne zu den unterschiedlichen Jahreszeiten. Und es ist immer eine Freude, sie zu sehen, ihre unglaubliche Stärke zu spüren, ihre Schönheit zu bestaunen. Ich liebe Bäume. Sie stehen für Leben und Tod, Werden und Vergehen.



11 November 2011

Zeitreise


Heute am späten Nachmittag bin ich mit den Söhnen hierher gefahren. Für mich war das wie eine Zeitreise in die Vergangenheit. In der Zeit von 16 bis 18 Jahren war ich in diesem Jugendfreizeit-Treff mit diversen festen und wechselnden Aktivitäten ein gern und oft gesehener Gast. Streng genommen war ich selten zu sehen, denn eigentlich habe ich meine kompletten Wochenenden nahezu ohne Ausnahme in der Dunkelkammer verbracht. Um dort reinzukommen, mußte man sich auf Listen eintragen, was ich tat. Aber war ich einmal dran und drin, gab es ab und an reichlich Unmut, weil ich da freiwillig nicht wieder heraus fand. Meine ersten Filme habe ich dort erst unter Anleitung, später selbständig entwickelt und abgezogen. Eine vollkommen neue Welt mit ungekannten Möglichkeiten hatte sich mir eröffnet. Mein Taschengeld ging damals weder für Schminkzeug noch für Klamotten drauf: Barytpapier hieß das spezielle Fotopapier mit dieser besonderen Haptik, was alles Geld verschlang, was ich je in die Hände bekam oder aber selbst in den Ferien verdienen durfte. Eine Einladung zum heutigen Tag hatte ich vor längerer Zeit anläßlich des langjährigen Bestehens erhalten. Überall waren Fotowände mit alten Bildern aufgestellt. Einpaar Gesichter habe ich hie und da darauf ausmachen können. Einen alten Bekannten habe ich wieder getroffen, mit dem ich damals aber weniger zu tun hatte. Ansonsten waren alle Sozialpädagogen, Erzieher und andere aus dieser Zeit da, die z.T. heute noch hier arbeiten.  Heute mit deutlich weniger  und ergrautem Haupthaar, mit den ersten Gebrechen, die das stetig voranschreitende Alter so mit sich bringt. Schnell fanden wir in der einstigen Teestube bei aufgetafelten Leckereien zusammen und erinnerten uns an weit zurück liegende Begebenheiten.

10 November 2011

Laternenumzug 2011


Alle Jahre wieder ist es im November soweit. Bei  schlagartig eisigen Temperaturen findet man sich in der Kirche oder Kindergarten ein, nach der Martinsgeschichte mit verschiedenen Darbietungen, den entsprechenden Liedern, setzt sich irgendwann die große Menschenmenge durch die Dunkelheit in Bewegung. Eltern, Großeltern, Geschwister, die gerade geborenen, in den Kinderwagen eingemummelten Frischlinge. Man tappst unbeholfen hintereinanderweg irgendwelche dunklen Pfade entlang, damit beschäftigt, ja in keinen Hundehaufen zu treten, die da böswillig auf einen lauern. Da kann es dann durchaus sein, daß die Lautstärke des Gesangs unwillkürlich nachläßt - schließlich muß man sich konzentrieren, ja keinen Abhang hinunterter zu rutschen. Die Vorneweg sind eh am Ende der zweiten Strophe, während die in der Mitte gerade wieder angefangen haben das Lied vorn vorne anzustimmen. Aber das bekommt kaum einer mit. Ist ja auch egal. Hier und da gibt es schon die ersten  verzweifelt heulenden Kinder. Die mit echter Kerze hatten heute mächtig zu tun: immer wieder bließ der Wind das Licht aus. Eine ging ganz in Flammen auf. Da ist das Geschrei dann deutlich lauter. Krokodilstränen werden geweint. Verzweifelte Mütter versuchen zu trösten.  Als Mutter lernt man von Jahr zu Jahr unweigerlich dazu: bei uns gibt es nur noch elektrisches Licht. Nicht diese Mini-Funzel, die gerne und oft gerade beim Lauf durch Wackelkontakt auszufallen drohen, sondern richtige, kleine Taschenlampen. Die werden quasi am echten, selbst gefundenen Stock befestigt, was man neben zahlreichen anderen Hölzern nach dem letzten Waldspaziergang nach Hause geschleppt hatte. Ja, als Mutter lernt man unweigerlich dazu. Jede noch so irrationale Eventualität wird mit einkalkuliert. Ich kann mich sogar an ein Jahr erinnern, wo ich Mülltüten mit hatte, und als sich wasserfallartig der Himmel über uns entleerte, konnte ich nicht nur die Laterne von Sohn 1 souverän eintüten und retten, der starr vor Schreck noch nicht einmal mehr einen Ton heraus bekam. Es führt kein Weg daran vorbei: als Mutter ist man gewappnet - für alle Fälle.

09 November 2011

Fröbel-Diplom


Müßte ich sagen, wieviele Stunden mich dieser Stern bisher an Zeit und Nerven gekostet hat, würde ich mich schämen. Ich habe bis in die späten Nächte hinein über diversen Anleitungen gebrütet, gefummelt, bis die Papierstreifen wie zu weich gekochte Nudeln trostlos an meinen Fingern herab hingen. Ich habe mal laut, auch mal leise geflucht. Aber... nach unzähligen Versuchen, Begegnungen mit Menschen, die ihn beherrschen, und anderen, die ihn nie beherrscht haben, ist es mir nun einige male gelungen, ihn herzustellen. Ab jetzt ist es nur noch Übungssache, bis jeder Handgriff sitzt. Ein Glück - es ist noch ein Weilchen Zeit bis Weihnachten...