30 August 2011

Auf Entdeckungsreise


Neuerdings, wenn die Kinder bereits im Bett liegen, und mein Papa noch mit ihnen erzählt und kuschelt, machen mein Mann und ich uns auf den Weg. Auf unseren Fahrrädern bewegen wir uns durch den Ort. Der Blick ist meist auf Fenster und Dächer der Häuser gerichtet, an denen wir vorbei fahren. Zusätzlich bewaffnet bin ich mit meiner Kamera, um Objekte abzulichten, die uns in irgendeiner Form gefallen. Ja, Sie vermuten es bereits: wir werden uns demnächst in Unkosten stürzen. Ein neues Dach muß her, ebenso Fenster, Türen - ach was sag' ich - alles eigentlich. Aber da wir nicht auf Geldsäcken schlafen, ist erst einmal das dringlichste Problem zu lösen: Das Dach und einige Fenster müssen erneuert werden. In entsprechenden Katalogen sind wir nicht fündig geworden. Da sind sowieso kaum Fenster abgebildet. Höchstens Fensterrahmen, welche im Querschnitt ihr Innenleben offenbaren. Und da ich keine Fenster-Fachfrau bin, sagt mir das alles herzlich wenig.  Ich muß so ein Teil sehen. Dann kann ich sagen, ob's mir gefällt oder nicht. Und wenn ja, dann muß ich es einige Male aus nächster Nähe anfassen: auf machen, zu machen, auf machen, zu machen. So eben. In den entsprechenden Geschäften ist die Auswahl nicht sonderlich groß. So sind wir zu dieser Abendbeschäftigung gekommen. Ein Gutes hat es: man bewegt sich noch ein wenig, lernt die Umgebung aufmerksamer kennen. Heute haben wir überraschend eine ganz neue Ecke des Ortes entdeckt. Sollte also irgendwann demnächst eine freundlich aufgeschlossene Frau an Ihrer Haustür vorbei radeln, möglicherweise Fotos von Weitem machen, so denken Sie bitte nicht, daß ich den nächsten Coup plane. Sollte ich dann auch noch klingeln, dann seien Sie sicher, daß mir Ihre Fenster über die Maßen gefallen haben, und ich mich lediglich nach einer Bezugsadresse erkundigen möchte. Vielleicht lernen wir uns ja bald kennen...

28 August 2011

Gute Aussichten - oder schön der Reihe nach...

Manchmal verblüffen mich unsere Kinder mit dem, worüber sie sich Gedanken machen. Sie denken u.a. über das Leben und somit auch den Tod nach. So kam vor wenigen Tagen Sohn 2 zu mir: "Mami..." "Hmm?" Der Sohn schaut mich traurig an und spricht: "Mami, also zuerst stirbt Dede (Opa), denn er ist ja schon alt und schrumpft. Dann stirbt Papa." Nun strahlt er über das ganze Gesicht, als hätte er etwas Großartiges entdeckt: "Mama, und dann erst stirbst du!" Fast heiter sagt er dann: "Und dann stirbt abi (großer Bruder)!" Und jubelnd fügt er hinzu:" Und dann... dann sterbe ich, weil ich bin der Kleinste...!" Noch Fragen?!

27 August 2011

Die ersten Schultage


Ich bin überrascht, denn so einfach hätte ich mir die Umstellung von Kindergarten auf Schule nicht vorgestellt. Beide Söhne stehen problemlos deutlich früher auf, als das sonst der Fall war. Sohn 1 bringe ich zum Bus, und er ist so stolz, als hätte er eine Übersee-Reise vor sich. Ich werde mit einem innigen Kuß und winkend von einem strahlenden Kind verabschiedet - noch ist ja nichts peinlich. Allerdings war ich schon das ein oder andere Mal amüsiert, denn am ersten Tag vergaß der Sohn seine Jacke in der Schule. Am zweiten Tag, just aus dem Bus ausgestiegen, war er kurz nach dessen Abfahrt  todunglücklich. Er hatte bemerkt, daß er seinen "Puschel", den er eigens für uns Eltern gebastelt hatte, dort liegen ließ. Also telefonierte ich mit der Buszentrale. Eine sehr nette Dame teilte mir amüsiert mit, daß der Busfahrer da "sowas" gefunden hätte. Zu einem späteren Zeitpunkt konnten wir das auf seiner Rückfahrt an der gegen überliegenden Haltestelle wieder abholen. Der Blick des Busfahrers sprach Bände: "Hat die nichts besseres zu tun, als hinter so einem Ding herzutelefonieren?!..." Wurscht war's mir, das Kind strahle wieder überglücklich und präsentierte zu Hause stolz sein Werk: ein Ponpon aus blau, weiß, roter Wolle und reichlich silbernen Glitzerfäden. Am dritten Tag dann die nächste Überraschung: Das ganze Frühstück kam nahezu unangetastet zurück, dafür befand sich eine zur Hälfte verspeiste Laugen-Brezel vom Schulkiosk in seiner Frühstücksdose. Als ich mich nach dem Verbleib des Notgroschens erkundigte, bekam ich folgende Antwort: "Mama, da war so ein kleines, süßes Mädchen. Die hat mich gefragt, ob ich ihr Geld gebe. Da habe ich das gemacht..." Ach, mein Herz,  wir haben so gelacht. Du bist einfach zu gut für diese Welt, und die Frauen werden dich auch später noch sehr lieben...

24 August 2011

Mutanten der Ostsee



Bei unserem letzten Besuch an der Ostsee haben wir nicht schlecht gestaunt: das Meer war voll von Monster-Quallen. Für kein Geld dieser Welt hätte ich mich zum Schwimmen in das Wasser begeben. Ich kann mich nicht daran erinnern, daß es die früher so in dieser Form dort gegeben hätte.

22 August 2011

Happy birthday, "double-u"!


So viele Jahre  sind in's Land gegangen, seitdem wir einander begegnet sind. Wenn mir einer am Anfang gesagt hätte, der da wird dein Mann - ich hätt's nicht geglaubt. Wie gut, daß sich manche Dinge im Leben einfach wie selbstverständlich ergeben. Zwei prächtige Kinder sind in unser Leben getreten. Manches wäre bestimmt auch einfacher ohne dich, anderes wäre garnicht erst möglich. Vieles ist mir vorstellbar und so schön nur mit dir - aber ganz ohne dich... ehrlich, das wäre mir unerträglich! KadS.

17 August 2011

Rock it, Babe!

Heute war ein besonderer Tag, der weit zurück liegende Erinnerungen in mir wach rief. Ein kleines Mädchen, sich krampfthaft festhaltend an der Hand der Tante, auf dem Schulhof stehend. Die geliebten Eltern sind seit einigen Monaten in Deutschland, und wollen es bald nach holen. Unvorstellbar weit weg für ein Kind ist diese große Entfernung. Auf dem Hof tragen alle Schüler Uniform, die Nationalhymne wird gesungen. Mit bleiernen Schritten folgt das Kind an der Hand der Tante der lärmenden und drängelnden Masse in die Klasse. Erfüllt mit Angst, leise schluchzend, bleibt es allein zurück.  Es dauert nicht lange, bis sie sich eingewöhnt hat. Aber erste Eindrücke wiegen schwer. Die Einschulung von Sohn 1 war dagegen ein Spaziergang. Es gab etliche Gelegenheiten in den letzten Wochen und Monaten, das Schulgebäude, den ein oder anderen Lehrer, sowie den Klassenraum kennen zu lernen. Im Schoße der Familie geborgen erfolgte die Einschulung. Sohn 1 hat sogar eine Rarität abbekommen: einen Klassenlehrer! Einen ganz sympathischen noch dazu. Mit einem äußerst kindertauglichen Nachnamen. Wow...


Meine Männer. Gott, wie sehr ich jeden einzelnen von ihnen liebe...


14 August 2011

Wieder vereint


Mein Papa lebt die meiste Zeit über im Ausland. Heute haben wir ihn vom Flughafen abgeholt. Er ist eigens für Sohn 1 angereist, um ihm bei seiner Einschulung die Ehre zu erweisen. Wir sind überglücklich, ihn bei uns zu haben. Die nächsten Wochen gehört er uns, uns, uns. Jaaaaaa... Alles fühlt sich rund an, übervoll mit diesem Reichtum, pures Glück. Wir sind komplett! Ich schwebe. Danke Papa ! Du bist mein Held. Wir lieeeeeben dich so sehr.

12 August 2011

Auf zur Insel


Die Herren sind aufgeregt, denn heute wird gefeiert: Party, Party... Ein guter, langjähriger Freund hat zur Geburtstagsfeier eingeladen. Ein runder Geburtstag mit sechzig geladenen Gästen. Das Wetter ist seit Tagen alles andere als schön. Im Regen und bei bewölktem Himmel setzen wir über zu einer Insel in Dänemark. Alles Wichtige scheint der Kapitän an Bord zu  haben - man achte auf die  halb leere Flasche Wein am Fenster ;-)  Gefeiert wird nicht wie ursprünglich erhofft unter freiem Himmel, sondern in einem eigens dafür hergerichteten  Schuppen mit Bühne. Es gibt Aufgaben zu lösen, der Gastgeber hält eine bewegende Rede. Mir steigen vor Ergriffenheit mehrfach die Tränen in die Augen.  Das Kuchenbuffet wird eröffnet, wohliger Kaffeeduft erobert den großen Raum. Kerzen brennen, immer mehr Gäste treffen ein, Unterhaltungen werden geführt, verschiedene  Darbietungen werden erbracht, später wird das Buffet zum Abend eröffnet. Fremde machen sich miteinander vertraut. Aus den Augenwinkeln sehe ich drei geschäftige junge Leute. Eine Frau und zwei Männer. Die Männer tragen Boxen rein, Beleuchtung, Mikrofone, Kabel, viel Zeugs eben. Etwas später hat der eine davon eine Gitarre in der Hand, die junge Frau wird singen. Es ist die Band. Der Dritte im Bunde kümmert sich im Hintergrund um die Technik. Na, denke ich, das kann ja heiter werden. Eine Zwei-Personen-Band, sechzig Gäste. Ob da Stimmung aufkommen wird? Schwierige Sache. Ich habe Bedenken. Der Gitarist greift zum Mikrofon, einpaar Worte der Begrüßung, die ersten Takte werden hörbar. Meine Augen, Ohren, Herz gehen auf. Ich bin auf der Stelle hin und weg, wie alle anderen auch. Die Stimmung könnte nicht besser sein, und draußen klart der Himmel auf. Wir hatten einen wundervollen Abend, interessante Begegnungen, musikalischen Hochgenuß bis in die späte Nacht hinein. Lieber Jürgen, mögest Du noch lange zehren von dieser schönen Feier. Mareike, ich habe mich verliebt in Deine 85 jährige, so köstlich humorvolle Mutter (warum hat es nur 29 Jahre gedauert, eh ich diese Perle kennen lernen konnte???), in Euch als Paar, und die Band... in die sowieso. Unsere Herren hatten viel Spaß, so wie wir auch. Habt Dank für die Einladung, für diesen grandiosen Tag!

06 August 2011

Gesunde Ernährung für Technikinteressierte

Wenn man zwei Söhne hat, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, daß mindestens einer davon sich für technische Zusammenhänge begeistern kann. In unserem Fall trifft das in der Hauptsache auf Sohn 1 zu, aber auch Sohn 2 erforscht gerne Wirkungsweisen und Zusammenhänge. So war es uns vorab schon klar, daß unser Geschenk an die Herren ihnen sehr viel Freude bereiten würde. Gestern also konnten wir ihnen das Paket übergeben, welches sie ganz aufgeregt und neugierig öffneten. Hervor kam ein merkwürdiges Ding, dessen Bestimmung sie auf den ersten Blick nicht sofort durchschauten. Als wir es gemeinsam zusammen bauten, und der erste Apfel daran aufgespießt wurde, auch da leuchteten noch einige Fragezeichen auf. Aber dann..., als zum ersten mal rechts gekurbelt wurde, und links geguckt... tja, meine Damen und Herren, da war die Begeisterung unendlich groß. Wenn Sie sich seit geraumer Zeit fragen, wie Sie mehr Obst in Ihre Kinder hineinbekommen, dem empfehle ich wärmstens einen Apfel-Schäler. Den letzten Zweiflern sei gesagt, das Glück der Erde liegt nicht auf dem Rücken der Pferde. Das Glück der Erde bringt der Apfel-Schäler. Seit gestern wurden 12 Äpfel voller Begeisterung geschält und genossen. Ich befürchte mittlerweile einen Pektin-Schock ;-) Und wer meint, daß irgendwann einmal die Langeweile hätte Einzug halten müssen... Nein, keinesfalls! Denn der Ehrgeiz kleiner Menschen kann gigantisch groß werden. Von Mal zu Mal versuchten sie die längste Apfelschale der Welt am Stück zu produzieren. Die haben Ideen. Einfach großartig. Haben Sie heute schon einen leckeren Apfel genossen? Die Herren freuen sich bereits: in unserem Garten gibt es drei kleinere Apfelbäumchen mit köstlichen Äpfeln. Die müssen nur noch etwas reifen.