11 November 2011

Zeitreise


Heute am späten Nachmittag bin ich mit den Söhnen hierher gefahren. Für mich war das wie eine Zeitreise in die Vergangenheit. In der Zeit von 16 bis 18 Jahren war ich in diesem Jugendfreizeit-Treff mit diversen festen und wechselnden Aktivitäten ein gern und oft gesehener Gast. Streng genommen war ich selten zu sehen, denn eigentlich habe ich meine kompletten Wochenenden nahezu ohne Ausnahme in der Dunkelkammer verbracht. Um dort reinzukommen, mußte man sich auf Listen eintragen, was ich tat. Aber war ich einmal dran und drin, gab es ab und an reichlich Unmut, weil ich da freiwillig nicht wieder heraus fand. Meine ersten Filme habe ich dort erst unter Anleitung, später selbständig entwickelt und abgezogen. Eine vollkommen neue Welt mit ungekannten Möglichkeiten hatte sich mir eröffnet. Mein Taschengeld ging damals weder für Schminkzeug noch für Klamotten drauf: Barytpapier hieß das spezielle Fotopapier mit dieser besonderen Haptik, was alles Geld verschlang, was ich je in die Hände bekam oder aber selbst in den Ferien verdienen durfte. Eine Einladung zum heutigen Tag hatte ich vor längerer Zeit anläßlich des langjährigen Bestehens erhalten. Überall waren Fotowände mit alten Bildern aufgestellt. Einpaar Gesichter habe ich hie und da darauf ausmachen können. Einen alten Bekannten habe ich wieder getroffen, mit dem ich damals aber weniger zu tun hatte. Ansonsten waren alle Sozialpädagogen, Erzieher und andere aus dieser Zeit da, die z.T. heute noch hier arbeiten.  Heute mit deutlich weniger  und ergrautem Haupthaar, mit den ersten Gebrechen, die das stetig voranschreitende Alter so mit sich bringt. Schnell fanden wir in der einstigen Teestube bei aufgetafelten Leckereien zusammen und erinnerten uns an weit zurück liegende Begebenheiten.

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