10 November 2011

Laternenumzug 2011


Alle Jahre wieder ist es im November soweit. Bei  schlagartig eisigen Temperaturen findet man sich in der Kirche oder Kindergarten ein, nach der Martinsgeschichte mit verschiedenen Darbietungen, den entsprechenden Liedern, setzt sich irgendwann die große Menschenmenge durch die Dunkelheit in Bewegung. Eltern, Großeltern, Geschwister, die gerade geborenen, in den Kinderwagen eingemummelten Frischlinge. Man tappst unbeholfen hintereinanderweg irgendwelche dunklen Pfade entlang, damit beschäftigt, ja in keinen Hundehaufen zu treten, die da böswillig auf einen lauern. Da kann es dann durchaus sein, daß die Lautstärke des Gesangs unwillkürlich nachläßt - schließlich muß man sich konzentrieren, ja keinen Abhang hinunterter zu rutschen. Die Vorneweg sind eh am Ende der zweiten Strophe, während die in der Mitte gerade wieder angefangen haben das Lied vorn vorne anzustimmen. Aber das bekommt kaum einer mit. Ist ja auch egal. Hier und da gibt es schon die ersten  verzweifelt heulenden Kinder. Die mit echter Kerze hatten heute mächtig zu tun: immer wieder bließ der Wind das Licht aus. Eine ging ganz in Flammen auf. Da ist das Geschrei dann deutlich lauter. Krokodilstränen werden geweint. Verzweifelte Mütter versuchen zu trösten.  Als Mutter lernt man von Jahr zu Jahr unweigerlich dazu: bei uns gibt es nur noch elektrisches Licht. Nicht diese Mini-Funzel, die gerne und oft gerade beim Lauf durch Wackelkontakt auszufallen drohen, sondern richtige, kleine Taschenlampen. Die werden quasi am echten, selbst gefundenen Stock befestigt, was man neben zahlreichen anderen Hölzern nach dem letzten Waldspaziergang nach Hause geschleppt hatte. Ja, als Mutter lernt man unweigerlich dazu. Jede noch so irrationale Eventualität wird mit einkalkuliert. Ich kann mich sogar an ein Jahr erinnern, wo ich Mülltüten mit hatte, und als sich wasserfallartig der Himmel über uns entleerte, konnte ich nicht nur die Laterne von Sohn 1 souverän eintüten und retten, der starr vor Schreck noch nicht einmal mehr einen Ton heraus bekam. Es führt kein Weg daran vorbei: als Mutter ist man gewappnet - für alle Fälle.

Kommentare:

  1. Ich liebe ja die Martinsumzüge und hoffe heut abend auch einen zumindest zu sehen. Und das Schöste daran ist, daß die Lieder immer noch die gleichen sind und einfach alle mitsingen können, gibt so ein schönes vertrautes wohliges Gefühl.
    Und ganz wichtig noch: dein 'Rezept' für die Quitten ist notiert, bis jetzt liegen sie ja immer noch rum, aber an einem der nächsten Wochenenden möcht ich es auf jeden Fall probieren, mit dem Klecks Sahne klingt es einfach zu verlockend, ich lieb ja Sahne, die macht alles so rund, egal ob Nachspeise oder feines Sößchen. Dank dir für den Tipp!
    Jetzt aber ein schönes Wochenende und viele liebe Grüße,
    Suzi

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  2. Das Foto schaut schön aus!! :) Marinsumzüge sind was tolles.

    Ich wollte mich hier bedanken für die lieben Worte die du bei mir hinterlassen hast! Danke schön!

    Liebe grüße!

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