26 Oktober 2011

Reichlich Holz vor der Hütte


Wir befinden uns in der fünften Woche seit Baustellenbeginn. Mir kommt das vor wie eine Ewigkeit. Es gibt wenig Privatsphäre. Das Besondere in unserem Fall war, daß der Mensch, der dieses Haus gebaut hat, dabei wenig professionell vorgegangen ist. Ständig gibt es kleinere oder größere Hiobsbotschaften. Es gab viele Überraschungen: auch böse! Eine unangenehme Sache war, daß sich Tonnen von Styroporschnipseln und -Platten wohl zu Dämmzwecken in den Abseiten und den Wänden befanden. Genauso Teppichfliesen. Mal geklebt, mal genagelt, mal einfach so reingeschmissen. Das allein hat Tage gedauert, bis alles in großen Säcken verpackt die Baustelle verlassen konnte, damit man überhaupt weiter kam. Die böseste aller Überraschungen war, daß bis dato verkleidete, tragende Balken durchgesägt waren. Die ganze windige Konstruktion wurde durch zwei kleinere Nägel zusammen gehalten. Wenn man das dann sieht, kann einem schon anders werden. Das hatte einen Baustopp zur Folge. Es mußten Schwerlasten-Winkel und zum Teil neue Balken her. Die Heizungsrohre waren vollig unsachgemäß verlegt. Genauso die Stromleitungen. Es gleicht einem Wunder, daß die Hütte bislang weder zusammen gekracht, noch abgebrannt ist. Ich bin froh, daß jetzt nach und nach alles in Ordnung gebracht wird. Nach so viel Unmut kann mich dann schon der Anblick von einer alten Kinderzimmer-Tapete fast heiter stimmen.


In der Zwischenzeit ist mein Holzvorrat weiter gewachsen. Unfreiwillig. Zwei besondere Pflaumenbaum-Sorten haben die rohen Kräfte der Mannschaft nicht überlebt. Ich weiß nicht wirklich, wie man das so hinkriegen kann, aber nach und nach waren alle Zweige abgebrochen. Am Ende standen die Stämme nackt da, so wie Kohlstrünke. Total hin die ganze Pracht. Schweren Herzens haben wir sie ganz abgesägt. Unser schöner Garten hat arg gelitten. Ich werde noch diesen Herbst versuchen, neue Obstbäume zu bekommen und zu pflanzen. Die dicke, alte Kirsche habe ich massiv eingekürzt. Denn die Kirschen, die in schwindelerregenden Höhen wuchsen, gehörten bislang ausschließlich den Vögeln. Wir haben nie auch nur eine einzige abbekommen. Ich hoffe, daß der nun ca. ein Meter hohe Stamm im nächsten Jahr neu austreibt. Ansonsten werde ich den dritten Baum komplett entfernen müssen. Hat jemand Erfahrung damit?


Ansonsten habe ich die Zweige in kleine Plättchen zersägt. Wenn sie beim Trocknungsprozeß nicht komplett reißen, werde ich vielleicht was draus machen. Was - das weiß ich noch nicht genau. Den Kindern fällt bestimmt was ein. Oder haben Sie vielleicht Ideen?..

1 Kommentar:

  1. Knöpfe! ... wenn das Holz trocken ist, vorsichtig mit fein gekörntem Schleippapier glatt schmiergeln, Löcher durchbohrer, noch mal schleifen und dann ölen.

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