21 Oktober 2011

Die Spießerkante



Nur um es vorweg zu nehmen: in unserem Garten sieht es nicht so aus. Das ist eines der perfekt angelegten Gärten aus unserer Nachbarschaft. Ja, und Sie sehen richtig - da hinten, zwischen Buchsbaum und Hortensie, ist der Hausherr auf allen Vieren unterwegs. Ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich zum ersten Mal so eine akkurat abgetochene Rasenkante gesehen habe. Und schallend habe ich gelacht, als ich die mir bis dahin unbekannte Begrifflichkeit dazu vernahm... Unsere Rasenkanten wehren sich heftig, wenn ich versuche, ihnen  eine ähnliche Form zu geben.  Bevor ich aber eines Tages vielleicht doch noch zu einer Spießerkante komme, gibt es hier noch reichlich anderes zu tun. Ich düse gleich mit zwei gelangweilten, kleinen Herren los, um neue Natursteine von Bauern zu besorgen, die sich an den Feldrändern ansammeln. Vor zwei Jahren habe ich die rechte Fläche vor'm Haus eigenmächtig damit gepflastert. Die linke Seite steht noch aus. Da sind mir irgendwann die Steine ausgegangen. Denn im Grunde genommen, liebe ich selbst gepflasterte Flächen, die dann schön begrünt werden. Die erinnern mich an den Garten meiner längst verstorbenen Oma. Ich liebte die ausgetretenen, nicht perfekten Wege durch ihren wunderschönen Garten.

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