10 Oktober 2011

Besuch

 
Tag 21 nach Beginn der Baustelle: wir sind müde, der Dreck im Garten und auf der oberen Etage macht uns mürbe. Zur Zeit schlafen wir auf der unteren Etage in einem Raum. Das ist noch das Schönste an der ganzen Geschichte. Wir genießen es sehr, mit unseren Kindern das Nachtlager zu teilen. Zumindest in diesem Punkt sehe ich mit Bedauern einem Ende dieser Zeit entgegen. Leider geht es ansonsten nur schleppend voran. Unten steht alles voll. Die Möbel und Sachen von 80 qm zusätzlich zu der Einrichtung unten irgendwo unter zu bringen... das war schon eine Herausforderung. Wir bewegen uns mehr oder weniger durch Schneisen hindurch voran. Ich weiß schon lange nicht mehr, wo sich was befindet, und es macht auch keinen Sinn, zur Zeit etwas finden zu wollen. Bevor man so ein Wagnis eingeht, wie wir das getan haben, hat man schon so seine Vorstellungen davon, wie etwas in der Bauphase sein wird. Machen wir uns nichts vor: Viel zu lachen haben wir im Augenblick nicht. Das Treppenhaus, welches ich in mühevollen vier Wochen erst im Frühjahr diesen Jahres renoviert hatte, ist in einem erbärmlichen Zustand. Zu allem Übel regnet es ohne Unterlaß. Sohn 1 hat seine ersten Ferien,  nahezu alle Freunde sind verreist. Sohn 2 möchte ebenfalls zu Hause bleiben, weil... ist ja "ungerecht", wenn er in den Kindergarten muß, wenn der Bruder zu Hause sein darf... Kann mich nicht irgendwer entführen - ohne Lösegeldforderung, und wieder hier absetzen, wenn alle Arbeit erledigt ist? Ich bin auch pflegeleicht. Ehrlich! Keine großen Ansprüche: nur ein bis zwei  Cappuccini mit fettreicher Milch am Morgen - die hätte ich gerne. Während ich versuche der Forderung der Handwerker gerecht zu werden und die Kinder bei Laune zu halten, klingelt es an der Haustür: Erwin! Der liebe Herrgott hat ihn mir vorbei geschickt.  Über Menschen mit einem lachenden Herzen freue ich mich jederzeit. Und ja, ich freu' mich, als hätte ich meinen besten Freund wieder. Er ist quasi auf der Durchfahrt, muß zwischen zwei Aufträgen etwas Zeit überbrücken . Wir begrüßen uns freudig und machen eine  kurze Pause zusammen - bei einer Tasse Capuccino. Und ach ja... da waren ja auch noch die zwei Gartenscheren, die ich beim letzten Mal vergessen hatte. Und meine Freundin, die hat ja auch noch was...

1 Kommentar:

  1. Oh je! Da habt Ihr ja noch was vor Euch.
    Ich besteche gerade meinen Freund, dass wir in eine größere Wohnung ziehen. Vielleicht wird es ja doch noch vor dem Frühjahr was mit der Entführung!

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