27 September 2011

46 Jahre alte Fundstücke


Bestimmt haben Sie mich heute mehrfach stöhnen hören. Und den feinen Holzstaub, der wie Saharasand durch die Luft zu Ihnen geflogen kam, den habe ich produziert. Ja, warten Sie noch, eh Sie die Fenster putzen. Es wird noch was nachkommen. Gewiß. Am Montag habe ich nahezu den ganzen Tag "geglotzt". Ich war vor unserem Haus und habe der Dachdecker-Mannschaft bei ihrem "Ballett" zugesehen. Die Ziegel sind im hohen Bogen vom Dach zielgenau in den Container geflogen. Beeindruckend, wenn man bedenkt, daß so ein Ziegel 2,5 kg wiegt. In mir scheint ein halber Kerl zu schlummern, ansonsten weiß ich nicht, wie ich meine Begeisterung für schwere Transportfahrzeuge oder Maschinen aller Art erklären soll. Ich kann da stundenlang zusehen. Und das ist wirklich spannend! Dann wurden alte Latten runter geholt, und es wurde neu aufgelattet. Mittels Kompressor und entsprechendem Druck wurden irre lange Nägel mit  gigantischen Maschinen in das Holz gejagt.  Bei der Gelegenheit entdeckten die Männer dort oben alte Briefe und viel anderes Zeugs zwischen den Latten.  (Der Koffer mit dem vielen Geld ist noch nicht aufgetaucht. Die Besitzverhältnisse sind jedoch bereits geklärt. Har har...) Ich habe mir die Mühe gemacht, die besser erhaltenen Briefe zu säubern. Sie gehen an das "Fundbüro" von Mädchen blogt. Es sind 46 Jahre alte Briefe einer jungen Frau, die an ihren Freund bei der Bundeswehr schreibt. Er ist offensichtlich zur See gefahren und man stand kurz vor der Verlobung. Am zweiten Tag, also heute, war ich aktiv. Ich habe sechseinhalb Stunden lang an meinem liebsten Arbeitsgerät, einer Tischkreissäge, alle alten Latten zu Kleinholz verarbeitet. (Glücklicherweise habe ich meine Ohren geschützt - sonst wäre ich nicht imstande noch etwas zu hören). Die sind unbehandelt. Nicht die Ohren - das Holz. Was sollte also dagegen sprechen, sie im Winter zu verheizen. Einen Kamin, nein, den gibt es nicht. Noch nicht. Ich hoffe sehr darauf, daß wir es diesen Winter gaaaanz gemütlich warm haben werden. Und da ist es doch prima, wenn das Holz schon entsprechend klein gesägt und bereits vorhanden ist. Und was sonst noch geschehen ist...? Nicht mehr allzuviel. Ich habe den Staub und Dreck von mir gewaschen, und jetzt tut mir ungelogen von den Füßen  bis zu den Haarspitzen alles an meinem Körper weh. Ich fürchte, daß sich daran morgen früh nicht viel geändert haben wird. Und das war das Holz von nur einer Dachhälfte. Sie dürfen gespannt sein, ob ich in den kommenden Tagen überhaupt noch "Piep" sagen kann. Bis dahin gibt es noch einige Bilder zu sehen...


Es scheint, daß wir reichlich Mitbewohner unter dem Dachstuhl beherbergt haben. Das waren nur zwei der unzähligen Insekten-Nester.


Alte Betondachpfannen adè...


Dreck, wohin man schaut.


Das sollte man unbedingt können, bevor man sich auf dieses finanziell große Abenteuer einläßt.


Post!


Ein altes Foto von der wilden See.

 

Eine Menge Holz.


 Mein Freund.

Kommentare:

  1. Beeindruckend! Mein Herz schlägt höher bei den gefundenen Briefen. Zwischen den Latten wurden die Dokumente gefunden? Können Sie sich erklären warum? Wurde es als Stopfmittel genutzt?
    Ich habe das nämlich öfter gesehen, dass unter Dielenböden und Dachböden von Altbauhäusern manchmal Dokumente und anders altes Zeug auftaucht, welches als Stopfmittel, in Mangel an Materialien nach dem II.WK, genutzt wurde. Spannend, nicht?

    AntwortenLöschen
  2. Die Dachdecker meinten, es sei nicht ungewöhnlich, solche Funde zu haben. Manchmal gäbe es auch Uniformen mit allen erdenklichen Orden aus der Zeit des Nationalsozialismus. Bei uns gab es ansonsten noch Styroporplatten und olle Teppichfliesen, die man wohl zwecks Wärmedämmung irgendwo reingestopft hatte. Ich kann nur sagen: gebracht haben diese Maßnahmen nicht viel. Unser Haus hatte den Charme eines Gemüsefachs im Kühlschrank. Brrrr...

    AntwortenLöschen
  3. was für herrliche fundstücke! viel erfolg beim weiteren ausbau!!

    AntwortenLöschen