27 August 2011

Die ersten Schultage


Ich bin überrascht, denn so einfach hätte ich mir die Umstellung von Kindergarten auf Schule nicht vorgestellt. Beide Söhne stehen problemlos deutlich früher auf, als das sonst der Fall war. Sohn 1 bringe ich zum Bus, und er ist so stolz, als hätte er eine Übersee-Reise vor sich. Ich werde mit einem innigen Kuß und winkend von einem strahlenden Kind verabschiedet - noch ist ja nichts peinlich. Allerdings war ich schon das ein oder andere Mal amüsiert, denn am ersten Tag vergaß der Sohn seine Jacke in der Schule. Am zweiten Tag, just aus dem Bus ausgestiegen, war er kurz nach dessen Abfahrt  todunglücklich. Er hatte bemerkt, daß er seinen "Puschel", den er eigens für uns Eltern gebastelt hatte, dort liegen ließ. Also telefonierte ich mit der Buszentrale. Eine sehr nette Dame teilte mir amüsiert mit, daß der Busfahrer da "sowas" gefunden hätte. Zu einem späteren Zeitpunkt konnten wir das auf seiner Rückfahrt an der gegen überliegenden Haltestelle wieder abholen. Der Blick des Busfahrers sprach Bände: "Hat die nichts besseres zu tun, als hinter so einem Ding herzutelefonieren?!..." Wurscht war's mir, das Kind strahle wieder überglücklich und präsentierte zu Hause stolz sein Werk: ein Ponpon aus blau, weiß, roter Wolle und reichlich silbernen Glitzerfäden. Am dritten Tag dann die nächste Überraschung: Das ganze Frühstück kam nahezu unangetastet zurück, dafür befand sich eine zur Hälfte verspeiste Laugen-Brezel vom Schulkiosk in seiner Frühstücksdose. Als ich mich nach dem Verbleib des Notgroschens erkundigte, bekam ich folgende Antwort: "Mama, da war so ein kleines, süßes Mädchen. Die hat mich gefragt, ob ich ihr Geld gebe. Da habe ich das gemacht..." Ach, mein Herz,  wir haben so gelacht. Du bist einfach zu gut für diese Welt, und die Frauen werden dich auch später noch sehr lieben...

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