26 Mai 2016

"Abla, kannst du kommen?", oder von einer Essenseinladung

Normalerweise bin ich genervt von WhatsApp-Nutzern, die eher bereit sind, unzählige Nachrichten zur Klärung einer Sache hin- und herzuschicken, als das in wenigen Minuten eines Telefonats zu klären wäre. Aber momentan mache ich die Erfahrung, daß es auch durchaus nützlich sein kann. Einer der A's hat Ende Juni seine Sprachprüfung. Er sagt: "Ich habe Angst davor, durchzufallen. Ich muß viel mehr sprechen, aber außerhalb des Unterrichts habe ich kaum Möglichkeiten dazu." Ich habe mir vor einiger Zeit seine Bücher angeschaut und habe innerlich vor Erleichterung einen Kniefall gemacht: Es handelte sich nicht um einen Sprachkurs des Goethe-Instituts!!! Es gibt doch noch einen Gott. Halleluja! Ab und an schickt er mir Auszüge seiner Hausaufgaben und bittet mich darum, ihm bei Formulierungen zu helfen, oder seine Ausführungen zu ergänzen. Mit WhatsApp kein Ding. Wollte er zu uns kommen, wäre er lange und umständlich mit dem Bus unterwegs. Irgendwann auch noch müßte er zurück fahren - eine Himmelfahrt wäre das. 

Gestern kommt eine SMS. Ob ich Zeit hätte, heißt es darin. Er möchte kochen und würde uns gerne zum Essen einladen. Sohn1 hat Besuch von seinem Freund, der schon bei uns ist. Ich sage mit Sohn2 zu, und wir machen uns zum späten Nachmittag auf den Weg. Als wir eintreffen ist A. schon voll im Streß: er begrüßt uns sehr herzlich mit hochrotem Kopf, aus der Küche gelangen köstliche Düfte zu uns.

Im Wohnraum, eher karg eingerichtet, ist der Tisch bereits für vier Personen gedeckt. Einpaar Blumen stehen auf dem Tisch. T. ist ein hervorragender Gastgeber. Er versorgt uns mit Tee, Sohn2 mit Saft. Wir unterhalten uns darüber, daß sie demnächst erst einen Termin haben, ihre Asylanträge zu stellen. "Es dauert alles so irrsinnig lange", spricht er. Immerzu muß man warten. Wir würden so gerne Geld verdienen, dürfen aber nur 1,-Euro-Jobs annehmen." Er zeigt mir die Übersetzungen ihrer Diplome in Maschinenbau und Bauingenieurswesen. Gute Abschlüsse haben sie gemacht. Eine Übersetzung hat annähernd 650,- Euro gekostet. Ich schlucke, weil ich weiß, wie wenig Geld sie für den Monat haben. Von 280,- Euro geht  genau ein Drittel schon für die monatliche Busfahrkarte drauf. Viel bleibt da nicht mehr zum Leben. "Es ist alles gut," sagt T. "Das kann man schaffen, wenn man nicht noch die Miete aufbringen muß!" Geld für irgendwelche Unternehmungen bleibt da nicht mehr. Ich erkundige mich für Schwimmbadkarten für sie: Mit Schüler/Studentenausweis könnten sie günstiger da rankommen. Aber altersmäßig geht das nur bis 25. Da liegen sie leider knapp darüber. Der einzige, der altersmäßig davon profitieren könnte, hat keinen Studentenausweis. 

Ich interessiere mich für die Miete des Häuschens mit kleinem Garten, welches sie mit sechs Personen  bewohnen und falle in ungläubiges Staunen. Das kleine Haus ist sehr schlicht. Die Miete ist dafür, daß es an einem sehr entlegenen Fleckchen Erde liegt, horrende. Unverschämt ist das, sich das so teuer bezahlen zu lassen. Das selbe Haus in unserem Ort, was eine um Längen bessere Infrastruktur hat, wäre mindestens 300,- Euro günstiger. Ich möchte nicht wissen, wie wieviele Leute sich derzeit mit überhöhten Mieten gesund stoßen, indem sie Asylanten aufnehmen. Die Nebenkosten... ach, ich will jetzt gar nicht in die Tiefe gehen.

"Ihr müßt hier weg!", sage ich. Ich kenne ihre Stundenpläne. Morgens um 6.30 Uhr müssen sie bereits den Bus nehmen, um zeitig zum Unterricht in die Stadt zu kommen. Dort müssen sie eine Stunde Leerlauf überbrücken. Würden sie erst den zweiten Bus nehmen, kämen sie deutlich zu spät zum Unterricht. An machen Tagen sind sie erst gegen 20.00 Uhr wieder zu Hause. "Wir haben es versucht, aber irgendwie haben wir den Eindruck, daß das vom Amt nicht so sehr begrüßt wird", sagen sie. Zuviel Verwaltungsaufwand vielleicht...

Das Essen ist fertig. A.'s Gesicht glüht. Es gibt Hähnchen aus dem Ofen. Die Beilagen sind Reis und Gemüse. Ich muß zugeben, daß es hervorragend geschmeckt hat. A. habe ich zu Hause ein kleines Päckchen gepackt. Ich weiß, daß er gerne zeichnet und malt. Er hat mir einige seiner Bilder gezeigt. Ich habe ihm Farben, Pinsel, einen geeigneten Mal- und Zeichenblock mitgebracht. "Falls dir an den Wochenenden mal danach ist", sage ich. "Aber ein Bild, das wünsche ich mir von dir. Es hat keine Eile. Irgendwann einmal", sage ich. Er strahlt und bedankt sich sehr dafür.

Zu Hause schaue ich nach Wohnungsanzeigen in unserem Ort. Und siehe da: eine passende Wohnung mit Balkon wäre bezugsfertig zum 1.6. mit Wohnberechtigungsschein zu haben. Das Amt würde knappe 300,- Euro sparen. Sie selbst hätten viel bessere Busanbindungen, Bahnhof, Einkaufsmöglichkeiten, Apotheke und Ärzte in der Nähe. Zu uns könnten sie problemlos radeln. Ich schicke ihnen die Anzeige und bitte sie, ihrem zuständigen Sachbearbeiter auf die Pelle zu rücken. Auch wenn diese Möglichkeit in der Zwischenzeit vielleicht nicht mehr zu haben sein sollte, müssen sie wissen, wie sie zügig bei einer anderen Wohnmöglichkeit zuschlagen könnten. A. sagt mir, daß er morgen zum Amt fahren werde. Ich bin gespannt. "Du mußt denen klar machen, daß sie fast 300,- Euro weniger für eure Unterkunft bezahlen müssen", sage ich. Wenn das nichts nützt, dann weiß ich's auch nicht. Den Garten, sagen sie, werden sie nicht großartig vermissen. Bisher konnten sie ihn erst zwei Mal nutzen. "Es ist ja immer schlechtes Wetter, oder viel zu kalt!", sagen sie. 

Ich bin gespannt, wie es weiter gehen wird. Es wäre sehr schön, sie hier nahe bei uns zu wissen. So könnte man ihnen deutlich öfter noch unter die Arme greifen.

25 Mai 2016

An alle Spinner


...und Spinnerinnen da draußen! Die Liebe zu unserem Kater treibt so manche Stilblüte, wie ich gerne zugeben möchte. Ich bürste ihn alle Paar Tage, was er sich durchaus gerne gefallen läßt. Dabei kommt regelmäßig ein Büschel Katzenhaare mit Unterfell zusammen. Die habe ich nun in einem erneuten Anfall überbordender Liebe angefangen zu sammeln. Kann man Katzenhaare zu Wolle verspinnen? Vielleicht indem man noch richtige Wolle damit vermengt? Wer hat Erfahrung damit? Ich hätte gerne irgendwann mal eine Kleinigkeit gestrickt, wo ich ein, zwei Reihen seines Flausches mit eingearbeitet hätte.  Das würde mir schon genügen.



Ich weiß, ich weiß... Seufz.

23 Mai 2016

”Ich fühle mich, als könnte ich Bäume ausreissen. Also, kleine Bäume. Vielleicht Bambus. Oder Blumen. Na gut. Gras. Gras geht.“

Die Gartenarbeit der letzten Zeit hat sich gelohnt. Ich habe Berge von Giersch aus den Beeten gezogen, leider auch Gras, welches sich dort schön ausgesät und fest verwurzelt hatte. Jetzt bin ich glücklich und zufrieden. Als ich heute morgen aus dem Küchenfenster in den Garten blickte, den Pladderregen hörte und sah, da habe ich mich richtig gefreut. Alle neuen Bodendecker können jetzt fleißig anwachsen bitte! Die Terrakotta-Töpfe, durch die Jahre mit reichlich Patina, überzogen, habe ich mit der Honigblume, Bellis, Männertreu, Stiefmütterchen und etlichem anderen neu bepflanzt. Auch die Granatapfelbäumchen treiben neu aus. Der mediterrane Flair wird noch zunehmen in nächster Zeit. Zumindest der vordere Garten hat so langsam aber sicher Gestalt angenommen. Wer bei mir schon länger mitliest, der weiß, daß ich es im Garten gerne weniger "perfekt" mag.  Aber etwas Struktur sollte schon sein. In der nächsten Zeit ist dann der hintere Garten dran. Ich habe da noch so einige Gierschecken. Für meinen Mann gibt es kein "Unkraut". Eigentlich stimme ich ihm da ja zu. Nur finde ich halt blühende Bodendecker schöner ;-).
 


Hier ist eine schnell gezauberte Collage mit den meisten, aber längst nicht allen Blüten aus unserem Garten. Die gehen zu ihr, weil bunt ist die Welt...

22 Mai 2016

Ganz stark

Leider gehöre ich nicht zu den Menschen, die gut "langsam" können. Ich muß immer wie  ein Bulldozer durch den Garten pflügen. Ich wühle mich seit Tagen durch die unkrautüberwucherten Bereiche unseres Gartens. Der jüngste Sohn hilft mir etwas, hält plötzlich inne und spricht: "Mami, das was du hier machst, das haben früher Ackergäule, Ochsen und andere starke Tiere auf den Feldern gemacht. Also ganz starke Tiere - wie du..."


Überflüssig zu sagen, wie sehr ich lachen mußte. Herrlich!!!

21 Mai 2016

Who is to blame for it?

Eigentlich wollte ich nichts dazu schreiben. Eigentlich... Aber als ich las, was ihrer  Schwiegertochter in einer Notlage widerfuhr, da schwoll mir der Kamm, weil wieder eigene Erlebnisse in mir hochkochten.

Ich gehe äußerst ungern zum Arzt. Wenn, dann meist nur im äußersten Notfall. Seit Jahren erlebe ich hier im hohen Norden, daß es stets heißt: "Wir haben Patientenannahmestopp", wenn ich dringend ärztlicher Behandlung bedarf. Gerne werde ich dann in die Notfallaufnahme eines Krankenhauses verwiesen, von der man ihrerseits abgewiesen wird, "weil man erst einmal zum niedergelassenen Facharzt" soll. Denn oft genug müssen sich die Krankenhäuser den Vorwurf gefallen lassen, sie würden den niedergelassenen Fachärzten die Patienten abgraben. Schön, wenn man dann in einer besch....... Situation zusätzlich mit diesem Affentanz zwischen Fachärzten und Krankenhaus zermürbt wird.

Ich erinnere mich daran, daß ein Bekannter mit einer aufgeplatzten Bandscheibe wie eine deutsche Eiche umfiel, und er erst ab dem dritten Tag in einem Krankenhaus aufgenommen wurde, als seine Angehörigen äußerst massiv werden mußten. Wer das schon mal hatte, der weiß, was man da für Höllenqualen zu durchleiden hat und absolut hilflos ist.

Ich erinnere mich daran, daß mein Mann mit Beschwerden beim gleichen Arzt am selben Tag zu hören bekommt: "Herr X, Sie können sich auf den Weg machen bitte!", während ich entweder den üblichen Spruch "Patientenannahmestopp", oder Termin in Mo-na-ten in Aussicht gestellt bekomme. Drei mal darf man raten, wer von uns wie versichert ist...

Ich erinnere mich daran, daß ich 1,2 Jahre gebraucht habe, bis ich endlich zu einem speziellen Facharzt kam, weil ich mich wieder verwiesen auf das Krankenhaus, wie ein bockiges Kind weigerte, diesen zu verlassen, bis man mir endlich sagen konnte, wer denn bitte nun sich meiner Behandlung annehmen würde.  Letztlich habe ich mich von diesem Arzt ganz freiwillig verabschiedet, weil er Nullkommanichts für mich zu tun bereit war.

Ich erinnere mich daran, daß ich seit Ende März Höllenqualen mit meinem Knie erlebe. Nach drei Besuchen beim Hausarzt gibt es eine Überweisung zum Orthopäden. Egal, welchen ich anrufe. "Patientenannahmestopp". Nichts Neues ist das -  ich hätte es wissen können.   Irgendwann gerate ich an einen, dessen medizinische Fachkraft mich freundlich wissen läßt, daß ich bitte ab jetzt jeden Morgen um 8.00 Uhr anrufen soll, um zu erfahren, ob ich als Schmerzpatient an jenem Tag kommen darf, oder nicht. Erleichtert sage ich zu, genau das zu tun. Man notiert sich meine Telefonnummer - für Rückfragen heißt es. Ab dem zweiten Tag erreiche ich telefonisch Niemanden mehr. Stattdessen höre ich, wann immer ich anrufe, die Bandansage, ich riefe außerhalb der Sprechzeiten an. 

???

Das aber stimmt definitiv nicht! Ich rufe genau zu den Sprechzeiten an. So oft ich aber anrufe, so oft werde ich mit dieser Bandansage konfrontiert. Ich schaue erneut die Sprechzeiten an und bin mehr  als irritiert. Hier stinkt doch was zum Himmel, aber sowas von... (Plötzlich fällt mir ein, daß ich vor Jahren eine Reportage genau zu diesem Thema sah, wo Kassenpatienten, deren Nummer erst einmal erfaßt ist, so schnell nicht mehr durchkommen. Sie werden mit Ansagen vom Band abgeschmettert). Also unterdrücke ich meine Rufnummer und rufe erneut an: prompt geht jemand dran. Ich ringe um Fassung und bekomme einen Notfalltermin für 11.30 Uhr des selben Tages, wo "der Arzt aber nicht viel Zeit für Sie hat. Er guckt da nur mal kurz drauf und gibt Ihnen etwas gegen die Schmerzen." Mit schlimmsten Schmerzen schleppe ich mich zum Arzt. Warten, warten, warten. Vorher werde ich am Empfang mit der Webcam fotografiert, obwohl ich einwende, daß auf meiner Karte doch schon ein Foto ist. "Das hat nicht jeder, bei Patienten ihrer Art müssen wir das machen. Damit kein Betrug passiert!" Unglaublich! Vielen Dank für das Vertrauen!!! Der Arzt schallt kurz mein Knie von vorn und hinten, schließt eine Verdachtsdiagnose aus, gibt mir den Rat nicht zu gehen (???), eher Schwimmen und Fahrradfahren, sagt mir welche Schmerzmittel ich nehmen soll, verschreibt mir aber keine. Kann der Hausarzt machen, sagt er und bittet mich darum, an der Anmeldung einen weiteren Termin zu machen - Mitte Juli wird's. Ich bin entsetzt. Mein Knie wird gegen Gebühr von der medizinischen Fachkraft getaped, und ich darf wieder aus der Praxis kriechen. Die Schmerzmedikamente sind der Hammer. Sollte man nicht länger nehmen, da sie das Blutbild verändern.  Vier Wochen lang war ich kaum in der Lage wenige Schritte am Tag zu machen. Ich hatte Schmerzen bis zum Umfallen. Meinen Hausarzt erneut um Hilfe bittend erfahre ich, daß ich früher einen einmaligen Dringlichkeitstermin bekommen kann, der einem jedoch zugewiesen wird. Hier kann es aber passieren, daß mir dabei zugemutet wird, 180 bis 260 Km zu bewältigen. Sie ist es, die dann feststellt: "Das lassen Sie besser. Dazu sind sie ja gar nicht in der Lage!" Wir erinnern uns: Ich kann kaum kriechen. Kein Wunder, daß je nach Beschwerde, kaum ein Patient diese Möglichkeit für sich nutzen will. Auch ich sehe davon ab. So viel Schreien, wie ich manchmal möchte, kann ich gar nicht. Hätte ich nicht eine gute Hausärztin, ich wäre verloren. Auf die kann ich zählen, aber die hat als Landärztin auch eine großzügigere Budgetierung.


Ich kann verstehen, daß auch Ärzte besser verdienen, und nicht nur den Regelsatz abrechnen möchten. Aber was ich hier seit Jahren erlebe, das ist eine menschenverachtende Farce. Was denkt sich eine Politik, die solche Vorgehensweisen erschafft, wo sowohl Ärzte, als auch der nicht privat versicherte Patient auf der Strecke bleiben??

Zum Glück habe ich selbst alles in meiner Macht stehende getan, um mein Knie wieder in Gang zu bringen. Ich bin wieder halbwegs stabil und mobil. Der ärztlichen Kunst habe ich dabei so gut wie Nichts zu verdanken gehabt. Auf die Fortsetzung dieses Grauens Mitte Juli bin ich schon sehr gespannt. 

Ich wage gar nicht, nach euren Erlebnissen zu fragen, wenngleich ich weiß, daß es viele Opfer dieses Systems gibt.

20 Mai 2016

Unermüdlich

 

Die vergangenen Tage habe ich reichlich im Haus geackert, sowie viele Stunden im Garten verbracht. Es gibt so viel zu tun, und manchmal weiß ich nicht, wie ich das schaffen soll. Während andere vielleicht dazu neigen, ständig ihre Inneneinrichtung umzustellen, kann es hier durchaus passieren, daß Zwei-Meter-Bäumchen, die jahrelang ein Schattendasein im hinteren Garten frißteten, nun plötzlich im vorderen Garten in der Sonne stehen. Das erfordert viel Kraft, und mit meinem seit Ostern dauerschmerzenden Knie, auch viel Durchhaltevermögen (Orthopädentermin Mitte Juli - wenn's nicht so weh tun würde, würde ich schallend lachen). Meine Oma sagte früher immer: "Wenn ich woanders Schmerzen habe, dann merke ich den Rücken gar nicht mehr!" Kann ich bestätigen. Wenn ich abends ins Bett gefallen bin, da hat mir so ziemlich alles weh getan. Knie habe ich da fast nicht mehr gespürt. 

Kater Mautz ist mein treuer Begleiter und legt sich, mir zärtliche Blicke zuwerfend, auf frisch aufgeworfene Erdhügel, während ich versuche, dem überbordenden Giersch den Garaus zu bereiten.

Dabei habe ich immer wieder das Vogelhaus im Blick. Ich kann die Kleinen hören. Die Eltern beschaffen unermüdlich Nahrung für ihre Jungen. Ein mich sehr bewegendes Naturschauspiel ist das.

Habt ein feines Wochenende! Obwohl ich sehr müde bin, besuchen wir heute wieder unsere syrischen Freunde. Sie haben so nett gefragt...

18 Mai 2016

Von Pleiten, Pech und Pannen

 

Die Jersey-Shirts, die ich mir letztes Jahr genäht hatte, habe ich fortwährend getragen. Also wollte ich für Nachschub sorgen und setzte mich an die Nähmaschine. Der Schnitt ist einfach und meinem Können angepaßt. Und ich hatte ja bereits sechs Mal danach genäht.

 

Beim ersten Jersey-Shirt habe ich wieder alle denkbaren Fehler gemacht, die man machen kann. Dabei dachte ich, darüber hinaus gekommen zu sein. Leider mußte ich feststellen, daß dem nicht so war. Von Shirt zu Shirt wurde es leichter, und als es mir so richtig gut und fehlerfrei von der Hand ging, wurde ich übermütig und wollte mir das aus einem anderen Stöffchen nähen.

 

Dabei machte ich den Kardinalsfehler schlechthin: Leinen ist nicht Jersey! Als ich voller Stolz das Hemd anzog, da war ich recht geschockt: ich sah aus, wie in einer Wurstpelle und brauchte sogar noch Hilfe, um da wieder rauszukommen. Immerhin hat diese letzte Nummer für reichlich Lacher im Hause gesorgt. 

Nach der zweiten Wäsche der neuen Jerseys dann der nächste Schock: Jersey ist auch nicht gleich Jersey. Die Stücke sind sehr viel mehr eingelaufen, als die Jersey-Stoffe, die ich vom Hollandmarkt hatte. Diese waren sogar teurer... 

 

Ihr erinnert euch noch an diese Pflänzchen hier...? Alsbald mußten sie pikiert werden. Was für eine Sträflingsarbeit! Der Gärtner, mit dem ich schon mal beim Einkaufen zu tun habe, sagte mir lachend: "Das ist Arbeit für Leute, die Vadder und Mudder erschlagen haben!" Desweiteren sprach er: "Die Leute beschweren sich immer, wenn sie veredelte Tomaten, Gurken etc. kaufen über den Preis. Dabei vergessen sie gerne, daß die Pflanze dabei durch drei Hände geht und Arbeit damit verbunden ist." Unglaublich aber wahr, aber nicht ein Pflänzchen hat meine Pikierungsbemühungen überlebt - obwohl ich so verdammt vorsichtig war. Für das nächste mal habe ich mir vorgenommen, daß Pro Töpfchen nur ein bis maximal zwei Sämlein vorgesehen sind. So wird das noch am ehesten was.

Habt ihr auch schon mal beim Nähen unfreiwillig für solche Lacher gesorgt? Wie geht ihr vor, wenn ihr Pflanzen aus Gesätem zieht? Verratet ihr mir euer Erfolgsgeheimnis?

Wißbegierige Grüße von einer weiterhin Ambitionierten ;-).