03 März 2015

Ein Zahn kommt selten allein

 

Die kleinen Herren ähneln sich in Vielem. Manches ist aber auch komplett anders. Während das eine Kind mit einem Schlag, quasi über Nacht alle Milchzähne hatte und auch früh wieder verlor, warteten wir bei dem anderen ewig lange darauf. Der scheint eine ähnliche Zahnveranlagung wie meine Mutter zu haben, schießt es mir immer wieder durch den Kopf und ich muß an eine viele Jahrzehnte zurückliegende Geschichte diesbezüglich denken.

Meine Mutter mußte operiert werden. Ein chirurgischer Eingriff wurde nötig, der aber ansonsten nichts Schlimmes erwarten ließ. Die OP war erfolgt und mit meinem Vater besuchte ich sie im Krankenhaus. Sie war noch nicht wirklich wieder wach, so daß wir noch ein Weilchen so bei ihr am Bett saßen und sie streichelten. Als sie zunehmend wacher wurde stöhnte sie sehr und packte sich mit beiden Händen an den Kiefer. Verdutzt blickten mein Vater und ich uns an. Die OP hatte in einer ganz anderen Region ihres Körpers stattgefunden. Meine Mutter wimmerte und faßte sich immer wieder an den Kiefer. Ratlos wandten wir uns an den Arzt.

Jetzt muß man dazu wissen, daß meine Mam immer super schöne und gesunde Zähne hatte. Bis ans Ende ihrer Tage hatte sie nicht eine einzige Füllung. Kurz vor der OP müssen sich die Dinge überschlagen haben, so daß man nicht mehr daran gedacht hatte, sie nach dritten Zähnen zu fragen. Die Narkose wirkte bereits, und so hing man sich mit aller Macht an ihre Zähne und zog daran, um doch noch irgendetwas auszumachen, was während der OP heraus müßte. Das erklärte alles und wir lachten damals befreit auf.

 "Je später sie kommen, umso besser!", sagt der Zahnarzt. Das kleine Kind hat endlich ein Paar Wackelzähne. Das hat aber auch gedauert! Den ersten Milchzahn hat nach seinen Aussagen die Zahnfee mitgenommen ;-). Den Zweiten haben wir verloren, weil er im Inneren des Staubsaugers landete. Trotzdem wir den Beutel akribisch auseinander nahmen, fanden wir ihn nicht. Seit Monaten wackelte also der dritte Milchzahn und wir warteten hoffnungsfroh, während das Kind besagten Zahn bereits in alle Himmelsrichtungen zwirbelte. Er fiel nicht aus. Schlimmer noch, nachdem er sich schräg zur Seite gedreht hatte, saß er wieder bombenfest. Das Zahnfleisch schwoll an und quälte den Sohn immer wieder. Als er sich darüber beklagte, da machte ich ihm den Vorschlag, diesen ziehen zu lassen. Und zu meiner Überraschung willigte das Kind sofort ein. Zwei Stunden später saßen wir schon in der Zahnarztpraxis. Es gab eine "kleine" Betäubung - bitte schaut euch doch mal dieses Spritzen-Unheuer an. Bei dessen Anblick wäre ich als Kind 1000 Tode gestorben - mindestens. Nach kurzer Zeit war der Zahn draußen und man konnte schon den herausdrängenden Neuen darunter erkennen. Da sagt das Kind plötzlich: "Du Mama, jetzt fühlt sich das alles sooo verrückt an. Wie bei diesen Frauen, die sich extra was in die Lippen machen lassen, wo das so komisch aussieht. Aber bei mir fühlt es sich nur so an." Wir haben so gelacht. Inzwischen wackelte auch der vierte Milchzahn und insgeheim befürchtete ich, daß wir dem kleinen Kerl alle Zähne ziehen lassen müßten. Als ich ihn gestern bei seinen Hausaufgaben sitzen sah, und wie er immer wieder daran zwirbelte, bot ich ihm an, diesen zu ziehen. Er willigte sofort ein. Mit einem kleinen Stück Küchenpapier umfaßte ich den Querulanten... und zack war er raus. 



Seitdem werde ich von der charmantesten Zahnlücke weit und breit angestrahlt. Gott, ist das schön!

01 März 2015

Wer sich bewegt, bringt etwas in Bewegung

 

Während des Trainings blicke ich manchmal auf diesen weisen Spruch.
Es ist was Wahres dran.

Wie ich schon ein Mal erwähnt hatte, haben mich die hiesigen Wetterkapriolen dazu gebracht, mich dem Krafttraining hinzugeben. Mein Ziel dabei war ausschließlich Muskeln aufzubauen. Und das hauptsächlich am Oberkörper (Vorder- sowie Rückseite und an den Armen, wo ich ziemlich kraftlos bin). Inzwischen ist der Probemonat, den ich gebucht hatte, rum. Und mein Fazit kommt nun.

 

Hier könnt ihr einige der Muskelpartien sehen, die ich neben anderen, hauptsächlich gefordert habe.




Die ersten Male war ich eine nicht unbeachtliche Zeit damit beschäftigt, die diversen Stellschrauben, mit denen ich die Geräte auf meine Maße bringen konnte, zu suchen ;-). Inzwischen geht das wie im Schlaf.

Pro Woche habe ich drei Mal trainiert, und ich meine damit wirklich trainiert.  Nicht, wie ich das oft beobachten konnte, die Zeit mit Quatschen verbracht. Meine reine Trainingszeit variierte dabei von mindestens 6 bis 7,5 Stunden pro Woche. Anfangs habe ich mit sehr überschaubaren 15 kg begonnen und habe im Laufe der Zeit sowohl die Gewichte, als auch die Übungswiederholungen gesteigert. Inzwischen habe ich noch einige Geräte mehr zu meinem üblichen Repertoir aufgenommen.

Vor ziemlich genau zwei Jahren  zwang mich ein Rodelunfall dazu, beinahe zwei Monate ausschließlich zu liegen. Was das für fatale Folgen hatte, konnte ich am eigenen Leib erleben: am Ende hatte ich ungelogen die Kondition einer Greisin. Meine Muskulatur bildete sich in Nullkommanichts zurück. Ich begriff da erstmals, warum es alte Menschen nach einem Hüftbruch unter Umständen nicht mehr schaffen, ihr Lager lebend zu verlassen. Unter der langen Bewegungslosigkeit habe ich psychisch genau so gelitten, wie auch physisch. Ich träumte davon, meine ersten Schritte ohne Geh- und sonstige Hilfe zu bewältigen und meine gewohnte Unabhängigkeit wieder zu erlangen. Das aber stellte sich als eine große Herausforderung heraus. Mit viel Disziplin und Ehrgeiz schaffte ich es in einer verhältnismäßig kurzen Zeit wieder auf die Beine zu kommen. Seitdem weiß ich einmal mehr meinen Körper und seine uneingeschränkte Bewegungsfreiheit zu schätzen. Das ist so ein großes Geschenk.

Es gibt Zeiten, in denen es wichtig scheint, äußerlich gut auszusehen. Mit zunehmendem Alter aber werden zumindest mir noch andere Dinge wichtig. Jetzt, da sich langsam aber sicher der Hormonhaushalt umstellt, eine ungeliebte Trägheit sich in meinem Leben breit macht, die ich ganz und garnicht schätze, stelle ich fest, daß ich mehr für meinen Körper tun muß. 

Ich gebe unumwunden zu, daß ich Anfangs mit mäßiger Begeisterung den Weg zum Training angetreten habe. Ich bin ein Glückspilz: mein innerer Schweinehund hatte in meinem Leben selten die Oberhand. Nehme ich mir etwas vor, dann mache ich das. Die Frage, ob ich gerade will oder nicht, stellt sich mir dann nicht. 

In den vergangenen Wochen habe ich hocherfreut festgestellt, daß gezielter Muskelaufbau genau mein Ding ist. Du trainierst einen ganz bestimmten Bereich deines Körpers, und genau da wachsen die Muskeln: wie wunderbar! Meine manchmal durchwachsene Laune löste sich nach dem Training immer in Wohlgefallen auf. Ist das toll?! Ich finde schon. Wo ich anfangs noch lustlos den Weg dorthin antrat, konnte ich es bald kaum erwarten, bis es wieder so weit war. Früher, wenn ich morgens aufstand, hatte ich fast immer Rückenschmerzen, die sich mal mehr, mal weniger im Laufe des Tages auflösten, manchmal waren sie so schlimm, daß ich kaum noch laufen konnte. Inzwischen kann ich sagen: Rückenschmerzen adè! Machen wir uns nichts vor, äußerlich sieht man keine Veränderungen nach dieser verhältnismäßig kurzen Zeit (in meinem Alter kommt es eh mehr auf die inneren Werte an ;-)), aaaber meine Lieben, man kann bei mir inzwischen anklopfen. Unter einer gewissen Speckschicht habe ich einen Stahlpanzer. Und den kann ich überdeutlich spüren. Dadurch wiederum hat sich meine Haltung verändert - sowohl im Sitzen, als auch im Stehen. Das sind so viele positive Dinge auf einmal, daß es für mich keine Frage ist, damit weitermachen zu wollen. 

Jetzt gibt es eine kleine "Verschnaufpause" von zwei Wochen, in der etliche andere Dinge anstehen. Mit dem Betreiber habe ich verhandelt, denn ich möchte mich nicht auf einen Ganz- oder Halbjahresvertrag festlegen. Das Freibad macht bald auf (freu), wo ich wieder meine Bahnen ziehen werde. Im vergangenen Jahr habe ich furchtbar gelitten, als es wieder zu machte. Jetzt weiß ich, daß ich dann übergangslos wieder im Fittnesscenter trainieren werde. Das sind richtig tolle Aussichten, und ich freue mich sehr darauf!

P.S.: Übrigens habe ich in diesem Zeitraum etliche nette Menschen kennen gelernt. Ein erfreulicher Nebeneffekt.



27 Februar 2015

Klappern gehört zum Geschäft

Sorry, hat ein wenig gedauert, aber da bin ich wieder! Die letzten Wochen waren geprägt von vielen Terminen bezüglich der weiterführenden Schule. Höchstinteressant war für mich dabei zu sehen, mit welch' harten Bandagen die Schulen um künftige Schüler kämpfen. Es gibt tatsächlich Grundschulen, die im ersten Jahr die Taxi-Fahrten ihrer sehr entlegen wohnenden Schüler übernehmen, damit diese ihnen nicht durch die Lappen gehen. Im zweiten Schuljahr allerdings müssen die Grundschuleltern selbst zusehen, wie sie ihren Nachwuchs mit dem unzureichenden Busnetz in die jeweilige Schule bekommen. Das nur am Rande, denn damit hatten wir nichts zu tun.


Werbung in eigener Sache läßt sich durchaus auch subtiler gestalten. Eine geschichtsträchtige Schule im alten, gut saniertem Gemäuer, was jedoch aufgrund der großen Entfernung von einer Dreiviertelstunde Fahrtzeit mit Bus/Bahn nicht in Frage kam. Der Sohn mußte das aber auch noch vom Schulleiter höchstpersönlich hören. Ich bewundere ja Leute, deren Kinder sich die Schule aussuchen dürfen. Bei uns läuft das anders: das Kind hat Mitspracherecht auf jeden Fall, aber entscheiden tun in diesem Fall die Noten und wir Eltern. Das Kind kann noch garnicht absehen, was auf der weiterführenden Schule noch zusätzlich auf ihn einströmen wird. Wir schon.

Wir sind noch eine ganze Weile durch die schönen Flure gelaufen, haben uns in Ruhe umgesehen, eh wir uns in unserem Beratungsgespräch wieder fanden. Danach bestätigte sich auch für den Sohn: der Weg ist zu weit, zu weit...

In einer anderen Stadt besuchten wir den Tag der offenen Tür, was wir in der oben gezeigten Schule ausgelassen hatten. Ein dreistündiges "Programm", für Eltern und Kinder war sorgsam erstellt worden. Viele Stellwände zeugten von den  im Unterricht erarbeiteten  Dingen. Ich war regelrecht erschlagen. Das Schulorchester spielte, Reden wurden gehalten, verschiedene Darbietungen wurden erbracht, so daß ich später insgeheim an jeder Flurecke tänzelnde Cheerleader mit Puscheln erwartete. Amerikanischer Wahlkampf war nix dagegen! Und ehrlich, die Lehrer, sie taten mir leid. Während wir nach drei Stunden Tamtam wieder fuhren, stemmten sie das ganze Programm erneut für die Abendbesucher - und das nach einem schon abgeleisteten Unterrichtstag. 

Bereits vor einem Jahr hörte ich von einem Vater: "Also, wir haben uns alle Schulen im Umkreis angesehen. Die Schule X hatte die schlechteste Performance!" Und schon damals war ich verwundert, daß es doch Eltern zu geben scheint, die eine Schule nach der "Performance" auswählen. Die Dinge, die mich interessieren, die stehen zum Teil auf einer Schul-Homepage. Solche Tage sind nicht alleinig aussagekräftig genug, um darauf basierend eine Entscheidung zu fällen. Letztlich ist doch klar, daß alles mit den Menschen steht und fällt, die miteinander zu tun haben. 

Im Übrigen gab es noch ein Beratungsgespräch und einen Abend-der-offenen-Tür bei der Schule X, von der wir im Vorfeld erfahren hatten, daß sie bei besagtem Vater am schlechtesten mit der "Performance" abgeschnitten hatte. Inzwischen haben wir eine Entscheidung gefällt. Die kleine Darbietung war in unseren Augen völlig ausreichend. Die Schulleiterin gab zusätzliche Informationen. Wir hatten sowohl im Vorfeld, wie auch an jenem Abend genügend Zeit und Gelegenheit, um mit den betreffenden Lehrern der angehenden Sextaner und Schülern aus höheren Klassen ins Gespräch zu kommen. Alles gut soweit. Den Rest wird ohnehin der Sohn stemmen müssen, der sich glücklicherweise  darauf freut.

Übrigens schneidet bei vielen Eltern eine Schule am besten ab, die das Problem der Außendarstellung ausgelagert hat, indem sie es in professionelle Partymacher-Hände übergeben hat. Da fallen alle anderen hinten über. Zumindest, was die Performance anbelangt ;-). 

Wie sehr sich Schule in den letzten Jahrzehnten doch verändert hat...

15 Februar 2015

Wir sind alle eine Welt!

 

"Wir sind alle eine Welt"
FEBRUAR
Nach einer Idee von KrokodiLina

Eines unserer wichtigsten Werkzeuge sind unsere Hände, und ich mag sie sehr! Kaum auf der Welt fangen wir an, mit ihnen die Welt zu begreifen. Mit unseren Händen nehmen wir etwas in Besitz, genauso wie wir so viel damit geben können. Hände beherrschen viele Gesten: sie können abwehren, mit einer einzigen Handbewegung können wir sogar Dinge und Menschen abwerten. Sie können zärtlich sein, Schutz geben, retten, helfen, Beistand leisten, aber auch strafen. Mit Händen kann man Zeichen setzen: Widerstand aufgeben, um Gnade bitten. Unsere Hände können Freude, Begeisterung und Jubel ausdrücken, genauso wie Anerkennung. Mit gefalteten Händen wird in allen mir bekannten Religionen die Gebärde des Betens ausgedrückt. Nicht nur in der Gebärdensprache können wir mit unseren Händen sprechen. Hand in Hand gehen wir, wenn wir uns vertragen und ergänzen. Strecken wir die Hand nach jemandem aus, so drücken wir damit die menschliche Nähe und Verständnis, sowie das Verlangen danach aus.

Jeder von uns hat Hände. Damit können wir anderen Menschen die Hand reichen, einander entgegen kommen und auch Versöhnung anbieten. In diesem Sinne laßt uns weiterhin Zeichen setzen.

10 Februar 2015

Kleinstprojekte

Es ist schon einige Zeit her, daß ich gestrickt habe. Inzwischen mache ich am liebsten nur noch überschaubare Dinge wie Mützen, Handschuhe, Socken, Schals. Bei meinen Kindern sind die doppelt gestrickten Mützen der Hit. Zum ersten Mal gesehen hatte ich etwas in der Art hier. Da ich diese Art von Mützen durchgehend in zwei rechts, zwei links stricke, passen sie übergangslos vom Kinder- bis zum Erwachsenenkopf, was ich angenehm wie praktisch finde. Vor einigen Jahren etstanden also die ersten Mützen dieser Art für die kleinen Herren, was sie sehr gerne getragen haben. Leider ging eines recht bald verloren und wurde auch nicht mehr wieder gefunden. Geknickt war der Sohn, aber so schnell ließ sich eine neue, selbst gestrickte Mütze auch nicht herzaubern. So ging reichlich Zeit ins Land und bereits im vergangenen Jahr wurde eine neue Mütze angeschlagen.

 

Die Wolle dazu hatten sich die kleinen Herren selbst ausgesucht, und auch mir gefiel dieses kunterbunte Allerlei. Bis vor wenigen Tagen ruhte alles. Ab und an mache ich einpaar Ründchen, wenn ich am Abend nicht zu müde bin und mir die Fingergelenke nicht einen Strich durch die Rechnung machen

 

Die kleinen Herren haben sehr klare Vorstellungen davon, was sie (tragen) möchten, oder auch nicht. Für die beidseitig tragbare Mütze suchte sich einer dieses Grün aus.

 

Der andere erwählte dieses Blau.

 

Sowohl die melierte, als auch die unifarbene Wolle ist von Arwetta. 80% superwash Merino-Wolle und 20% Synthetikfasern. Das Garn fühlt sich sehr angenehm an, und ich verstricke es mit der Nadelstärke 3. Für den nächsten Winter dürften die beiden Mützen fertig sein.

05 Februar 2015

Licht und Schatten

Seit über einem Jahr habe ich Bauchschmerzen, was die "weiterführende Schule" des Sohnes angeht. Ich habe mich gründlich informiert, mich umgehört und bin dabei mich umzusehen. Die Leistungen des Sohnes sind eindeutig, während mein Bauchgefühl mir auch Contra bezüglich der Begleitumstände signalisiert. Letztlich werden wir gezwungen sein, das kleinere Übel in Kauf zu nehmen, was für den Sohn bedeutet, täglich seine 1,5 Stunden (immerhin ist das die Zeit für die Hin- und Rückfahrt) im Bus bewältigen zu müssen - und das stehend, weil die Busse zum Bersten überfüllt sind. Den Gedanken daran finde ich beinahe unerträglich, könnte er diese Zeit doch ganz anders für sich nutzen - und wenn er nur entspannen und sich dabei in der Nase bohren würde... Es gibt viele Termine in nächster Zeit, so daß es hier gewohnt ruhig bleiben wird. So ist das eben.

 

Bereits vor einiger Zeit hatte ich unseren riesigen Bücherbestand aufgeräumt und war nach tagelanger Beschäftigung damit überglücklich, daß mir eine tolle Ordnung gelungen war. Unsere Kinder brauchten nicht ganz so lang, bis das mit der Ordnung wieder ziemlich hinfällig war. Momentan ist insbesondere das kleine Kind sehr intensiv mit Malen beschäftigt. Das führt dazu, daß auch der große Bruder sich dazu gesellt und experimentiert. So tauchten Fragen auf, wie man denn zum Beispiel Licht malt. Die Dunkelheit darzustellen erschien ihnen einfacher zu sein. Wie gut, wenn Mama da mit einem gezielten Griff ein Buch aus dem Bücherbestand hervor holen kann und man neugierig und staunend betrachtet, was möglich ist. Seitdem wird stundenlang experimentiert! Faszinierend finde ich das Buch ebenfalls, sonst hätte es den Weg zu uns kaum gefunden. Eine lohnenswerte Investition, wie ich finde.

 

Und wo wir schon mal bei Büchern sind, gibt es hier noch ein "Brikett", bestehend aus 400 Seiten. Einige der heute noch funktionierenden Haushaltstipps von Omma kennt bestimmt jeder. Hier sind noch etliche andere zu allen möglichen Lebenslagen aufgeführt. Manches davon so simpel, wie auch faszinierend. Gerne blättern wir auch mal "nur so" darin herum.

Ansonsten telefoniere ich regelmäßig mit meinem Vater. Mein Verdacht vom Sommer 2014 hat sich bestätigen lassen. Es ist emotional nicht leicht, diese Anrufe zu führen, weil ich nie wissen kann, in welcher Verfassung er gerade ist. Und doch bin ich so überglücklich, wenn er mich immer noch erkennt, auch wenn er in nächster Sekunde vergessen haben wird, daß wir miteinander gesprochen haben. Es tut so gut, daß es diese Gespräche gibt, soo gut, daß es ihn noch gibt.

"Ruf an!", sagt er. "Ruf, wieder an, ja?!"
"Mach dir keine Sorgen, baba, hörst du? Ich werde dich immer anrufen. Immer!"
"Ja, ich weiß", sagt er. "Aber ruf an!"





31 Januar 2015

Tee für Anfänger


 

Ist das nicht hübsch? Stammt aber nicht von mir ;-)...

In den vergangenen Wochen habe ich hartgesottener Kaffeekonsument Tee getrunken. Sehr viel, ach was sag ich, unvorstellbar viel Tee. Es gab viele Enttäuschungen. Und auch eine Sache, die ich für absolut ungenießbar befand (schüttel!). Aber die Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.

 

Ich habe mir zu Hause Tee gemacht, genau so wie ich auch woanders um welchen gebeten habe. Beuteltee habe ich genau so geschlürft, wie auch den Losen. Es gab günstigen Tee, wie auch sehr Teuren. Was ich bislang nicht probiert habe ist, mir selbst aus einzelnen Zutaten/Gewürzen welchen zu brühen. Das kommt jetzt als Nächstes. Und ich könnte mir vorstellen, daß es da Kompositionen geben könnte, die auch mir munden. Einige Vorschläge habt ihr mir gemacht, und manches davon konnte ich tatsächlich probieren – aber nicht alles. 


Unter’m Strich bin ich für mich bei den Klassikern gelandet wie „Assam“ und „Darjeeling“, und meinem bisherigen Highlight „Pfefferminz-Tee“ werde ich weiterhin die Treue halten. Ich konnte mich tatsächlich daran erinnern, daß auch meine Mutter früher diese Tees gerne trank.

Was ich gelernt habe ist, daß es unendlich viele Sorten und Zusammensetzungen gibt und man diese nicht in trockenem Zustand nach Geruch aussuchen kann, sondern sie tatsächlich trinken muß. Auch habe ich festgestellt, daß namensgleiche Teesorten von verschiedenen Herstellern ganz unterschiedlich schmecken können.


Dann bekam ich überraschend Post von der, nicht nur von mir so geschätzten, Frau Amselgesang. Und soll ich euch mal was verraten? Zu ihren Zeilen fügte sie noch einen Beutel Tee ihres Lieblings-Wintertees hinzu. Und das meine Lieben war tatsächlich etwas, was mich geschmacksmäßig vom Hocker gehauen hat. Hier kommt er nun: Tatatataaaaa…

 

Der schmeckt!