23 April 2017

Möhrchen räumt auf, oder vom Raubein zum sanften Lamm

Wer seine Katzen als Freigänger hält, der weiß um die Revierkämpfe, die bei heutiger Katzendichte recht häufig stattfinden. Mautz und auch Möhrchen haben ihr Revier stets unerbittlich verteidigt. Ich kann mich gut an alle ihre Verletzungen erinnern: Ohrenzinken, rausgerissene Fellstückchen, blutige Wunden, herausgerissene Katzenkrallen.


Mäutzi in seiner Kiste. Nur so durfte man ihn auf den Schoß nehmen und kraulen.

Wer sich mit der Rasse "Russisch Blau" auskennt, der weiß, wie scheu diese Katzen sind. Auch wenn beide Kater uns jedes Mal, wenn wir nach Hause kamen, meist an der Haustür überschwenglich begrüßten, so waren die Momente sehr rar gesät, daß sie sich in unserer Nähe nieder ließen. Mautz ließ es mit wenig Begeisterung über sich ergehen, wenn ich ihn einige Male am Tag in die Arme nahm, um ihn zu drücken und zu herzen. Spätestens 30 Sekunden später kam er wieder runter, und das war dann meist ok. Oder ich durfte ihn in einer Pappkiste liegend auf den Schoß nehmen und kraulen - aber ohne hätte er es nie zugelassen. Nur wenn er an seinem selbst gewählten Liegeplatz war, drehte er uns sein Bäuchlein zu, welches wir dann ausgiebig kraulen durften. Seine Treue uns gegenüber drückte er dadurch aus, daß er uns immer zum Freibad, oder durch den Wald, begleitete. Er war so ein tolles Raubtier. Wir werden ihn immer vermissen und uns an die vielen besonderen Erlebnisse mit ihm erinnern.

Möhrchen, dieses wilde Raubein, ist inzwischen sogar etwas zutraulicher. Bisher durften beide Kater nie in unser Bett und wegen ihrer Dauerverwurmung und dem ewigen Zeckenbefall war das auch mehr als eine vernünftige Entscheidung. Als hätten wir das beiden Katern auch  unmißverständlich klar gemacht, machten sie nie Anstalten, diese Regel zu umgehen.

Als ich vor einer Woche nachts wach wurde, entdeckte ich Möhrchen an meinem Fußende liegend und war höchst verwundert. Das war bis dahin noch nie vorgekommen. Ich tätschelte seinen Kopf und ließ ihn liegen - schließlich wollte ich die Betten noch am gleichen Tag neu beziehen. Im Morgengrauen war er sogar noch näher an mich heran gerückt, und ich schaute recht verdutzt aus nächster Nähe in das Kater-Gesicht. 

Später, als ich die Betten abzog, erschark ich sehr: größere Blutflecken befanden sich auf der Bettdecke. Ich untersuchte Möhrchen gründlich und sah es dann auch: kräftige Bisse am Schwanzansatz...


Möhrchen im Schlummerland

Nie hätte ich es für möglich gehalten, daß er es beinahe zwei Stunden lang, so tief schlafend, in meinen Armen aushalten würde.  

Das alles ist jetzt über eine Woche her und er ist, nachdem er ordentlich von uns gepäppelt und versorgt worden ist, wieder gut erholt unterwegs. Einige Tage allerdings hat er nur ruhend verbracht, sich sogar tiefenentspannt in meine Arme nehmen lassen, dabei auch tief und fest geschlafen. Das hat mich schon sehr berührt. Nie hätte ich gedacht, daß aus diesem dauerfauchenden und beißenden Raubein mal so ein zutrauliches Wesen wird. Er scheint angekommen zu sein. Jetzt müssen wir nur noch Möhrchen und Yoshi klar machen, daß sie beide zur Familie gehören. Ich hoffe, daß uns das gut gelingt.

Der Countdown läuft... Die letzten Vorbereitungen für Yoshi werden getroffen... und kommendes Wochenende ist er dann endlich da. 

Habt einen feinen Sonntag Ihr Lieben - zwischen sintflutartigen Regenfällen lugt hier  die Sonne für kurze Zeit hervor.

20 April 2017

Frühlingserwachen, oder wie gut Freiheit schmeckt

Gestern waren wir noch ein letztes Mal bei Yoshi und haben bei Eiseskälte zweieinhalb Stunden lang dem wilden Treiben der Welpen zugesehen.


Mit acht Wochen sah das Bild noch so aus.


Hier ist er sogar auf den Tag genau sechs Wochen alt. Da sind wir ihm das erste Mal begegnet.
Der kleine Wald- und Wiesen-Schrat... Sooo entzückend!


Mit etwas mehr als neun Wochen wurde der Sohn unter einem Haufen wilder Wollknäuel schneller begraben, als er gucken konnte.


In diesem Alter tollt man ausgelassen mit den Geschwistern umher.
 

Man ist offen für so ziemlich jeden Unfug.


Man wird immer wieder liebevoll in die Arme genommen, gestreichelt, geknuddelt, beschnüffelt, geküßt...


Yoshi - was bist du nur groß und... schwer geworden!

 

Man wird gelegentlich von der Mama zur Wildjagd mitgenommen. Und auch sonst hat man einen großen Freiheitsdrang und möchte Wald und Wiesen auf eigene Faust erkunden. Man kann auch so gar nicht die Aufregung verstehen, wenn man ganz alleine durch einen winzigen Schlitz aus dem Zwinger abhaut und den Leutchen am frühen Morgen heiter und gelöst entgegenläuft.

 
 Bei all dem Trubel braucht man auch manchmal seine Ruhe.


Dann nagt man z.B. an einem leckeren Knochen. Yummy!

 

Egal, was man aber angestellt hat, am Ende des Tages  ist man immer noch Mamis Liebling.

In den letzten Tagen bekam ich viele Kurznachrichten von Sanchos Besitzerin. Sie ist kräftemäßig am Rande von Gut und Böse, hat nicht für möglich gehalten wie anstrengend das Leben mit einem so jungen Hund ist. Auch wenn ich natürlich weiß, was auch bald auf uns zukommen wird, muß ich schmunzeln: Ja, man holt sich keinen Teddybären ins Haus, sondern ein Lebewesen, um das man sich zu sorgen und zu kümmern hat. Aber ich bin mir sicher, sowohl sie, als auch wir werden unseren Weg machen. Wir freuen uns auf Yoshi, auch wenn er hier gewiß alles auf den Kopf stellen wird. Sollte ich auch nur ansatzweise anfangen zu jammern, erinnert mich ruhig daran: wir haben ihn gewollt ;-))...

19 April 2017

Equipment

Vielen Dank für Eure Erinnerungen, an denen Ihr uns habt teilhaben lassen! Weil es zum letzten Post einige Anfragen gegeben hat:

Die Messer bekommt man zum Beispiel hier. Wir finden, daß man gut mit ihnen schnitzen kann, wenn man nicht den Fehler macht, zu große Holzstücke abtragen zu wollen. Je feiner man das Holz abträgt, umso besser nähert man sich seinem Ziel. Sie liegen gut in der Hand - sagen die Söhne, sagen wir. Aber sicherlich kann man auch mit anderen Messern gut schnitzen.

Unser Alu-Kochset (benutzt haben wir einen Spirituskocher) haben wir vor Ewigkeiten angeschafft, als wir unsere erste gemeinsame Reise mit den Rädern durch das wunderschöne Österreich gemacht haben - damals, als wir noch jung und schön waren ;-)... 

Es gibt so viele schöne Erinnerungen, die wir bei unseren Familienausflügen gesammelt haben. Und was man sonst noch so grillen kann, das kann man hier sehen ;-).