27 Juli 2015

Regentage

 

Pladderregen. Wie aus Kübeln schüttet und trommelt es dumpf gegen die Scheiben. Wir genießen die Zeit im Haus, hängen Gedanken und Ideen nach, kochen zusammen, essen, lesen, zeichnen, erzählen, kuscheln miteinander und spielen mit dem verrückten Kater. Hach, es könnte grad schöner nicht sein.

 

Das Strickstück wächst und wächst - obwohl ich nicht jeden Tag stricke. Inzwischen mußte ich auf eine längere Nadel umsteigen.

 

Seide ist so wunderbar zu verstricken. Insgeheim freue ich mich schon jetzt auf das fertige Stück irgendwann. Bis dahin dauert es aber noch ein Weilchen.

 

Noch ein Knäuel dieser Größe, und es ist vollbracht.

 

Genäht habe ich auch wieder und dabei festgestellt, wie sehr sich meine Sehstärke erneut verschlechtert hat. Wenn das in dem Tempo so weiter geht, wechsle ich meine Brillengläser öfter, als andere Leute ihre Bettwäsche. Hätte ich dieses Einfädeldingsbums nicht gehabt, nie hätte ich den Faden durch das Nadelöhr bekommen. Au weia! Und bevor ich auf meiner Seite nur noch Ameisenkacke ausmachen kann, nehme ich die nächstgrößere Schrift. Vielleicht kommt das der ein oder anderen von euch auch entgegen ;-).

25 Juli 2015

Gestern und heute

 

Kräuter... hmmm... Einen ganzen Wagen voll aus dem Gartencenter mitgenommen, um unser Kräuterbeet wieder zu vervollständigen. Wenn wir kochen wird mit Kräutern nicht gegeizt. Schade, daß Koriander hier nichts wird. Den bestelle ich bundweise wöchentlich auf dem hiesigen Wochenmarkt. Sooo lecker!! Argentinischer Minzstrauch, Zitronenthymian, großblättrigen Schnittlauch (das kleine Kind hat bereits im Auto davon genascht), Zitronenverbene, Salbei, Basilikum und einiges andere mehr mußte mit...

 

Nachdem das Kräuterbeet neu ergänzt wurde, habe ich mir zur Belohnung einen tiefen Schnuff bei dieser Schönen abgeholt.

 

Zu dieser konnte ich nur aufschauen.

 

Während das Feuer im Garten loderte einen kleinen Rundgang gemacht.

 

Mich über die erste Blüte der Bauernhortensie gefreut.

 

Die Winde hat den Bambus erklommen.

 

Unser Abendessen (nix Webergrill) neandertalermäßig über der Glut gegart, geschmaust, geschmust und erzählt... und einen weiteren
Walnußbaum von der Freundin in unseren Garten gepflanzt. 

 

Mich kaum satt sehen können an diesen wunderschönen Farben.

 

Während die kleinen Herren am nächsten Morgen in Wettstreit beim Kräftemessen geraten sind, (man achte bitte auf die selbstgedrehten Wollfäden, die zur Fesselung benutzt wurden ;-)), 

 

habe ich das wunderschöne Starkregenwetter mit imposantem Gewitter unendlich genossen (eine Wohltat für den Garten - die leere Regentonne ist wieder voll).

 

Unbedingt etwas Einfaches aus Jersey nähen wollen. Leider nichts in meinen favorisierten Farben gefunden. Gestern diesen Stoff als das kleinste Übel aus dem Stoffladen mitgenommen. Das erste Mal, daß ich überhaupt mit Jersey genäht habe. Hat gut geklappt. Ein über die Knie gehender Rock mit elastischem Bündchen ist entstanden - angenehm und unkompliziert zu Hause zu tragen. Ich denke, davon werden in nächster Zeit noch einige mehr entstehen.

Was treibt ihr so??

Schönes Wochenende euch allen!

23 Juli 2015

Unterwegs auf allen Vieren

"Wer einen Garten hat, braucht weder Fitneßstudio noch Urlaub", hat mal irgendein Schlaumeier gesagt. 
Seit längerem pflüge ich durch unseren Garten. So schnell wie Muskeln aufgebaut werden können, so schnell verschwinden sie leider auch wieder, wenn man sie nicht beständig fordert. Mein Rücken schreit seit Tagen "Aua aua!" Ich befinde mich im Wettstreit mit dem Unkraut. Was für eine Sisyphusarbeit..., aber ich gebe nicht auf. 

 

Ein großer Kofferraum voller Bodendecker wartete gestern auf meinen Einsatz.
Ysander und die Dreiblattgolderdbeere sind es letztlich geworden. 
Nach stundenlangem Unkraut ziehen durften sie verteilt und eingebuddelt werden. 
Die kleinen Herren halfen tatkräftig - für eine schier unglaubliche Stunde lang mit -, bis sie plötzlich alles stehen und liegen ließen, um sich auszuruhen. Weil ist ja anstrengend ;-)...
Immerhin.


Jetzt hoffe ich, daß die Pflanzen überbordend gut anwachsen und alles unter sich zudecken,
damit meine bessere Hälfte sich nicht immerzu durch die blanke Erde 
an unser seliges Ende erinnert fühlt ;-). 
Und wenn dann noch das hier prächtig gedeihende Unkraut dadurch verhindert wird...
was will ich mehr?!

 

Die Schleifenblumen-Polster in unserem Garten, die mag ich sehr. 
Dieses Mal habe ich den Zeitpunkt nicht verpaßt, um die Samenstände rechtzeitig abzuernten.

 

Hier habe ich die Spreu vom Weizen getrennt.

 

Übrigens war die Gefriertütenkeimung bei mir leider nicht erfolgreich.
Gekeimt hat da garnichts. Die ziemlich aufgequollenen Anemomensämlinge habe ich dennoch in die Gartenerde entlassen. Die steinharten Heckenrosensämlinge blieben auch noch nach Wochen steinhart. 

 

Unser Garten ist immer wieder gut für Überraschungen. Ich kann mich kaum daran erinnern, wann ich diesen Himbeerstrauch eingepflanzt habe. Plötzlich stand ich vor schmackhaften, reifen Himbeeren. Lecker!!

 

Seit Jahren gibt das kleine Bäumchen nur eine handvoll Sauerkirschen...
Eine Erinnerung an meine Mam.

 

Einer der beiden Quittenbäume, die mein Papa vor Jahren in den Garten gepflanzt hat: beide Bäume kamen als Winzlinge aus der Türkei - woher sonst?! Dieser hier hat noch nie Früchte getragen. Er hat letztes und dieses Jahr Blütenansätze heraus gebildet, aber Früchte konnte ich nie ausmachen. Aus den Früchten des anderen Quittenbaumes kann man nur Sirup oder Gelee machen. Die Früchte von diesem hier soll man verzehren können, wie einen Apfel. Ich warte einfach ab und lasse mich auch da gern überraschen. Übrigens klettern hieran so gern die kleinen Schnirkelschnecken hoch.

 

Diese lustigen Puschel habe ich im Garten der Freundin fotografiert.
Mohn. Die Farbe irritiert mich.

 

Der Herr Mautz schlägt seit Wochen nur zum Fressen zu Hause auf.
Zwischendurch genießt er seinen Hochsitz und döst bei Vogelgezwitscher in aller Frühe im
Sonnenlicht vor der Eßkastanie - der Genießer...

19 Juli 2015

Liebe ist

Mautz, Mäutzi, Mäuschen, The Mäutz, body&brain, Schmallippe, Reißzahn, Glupschauge, Ohnehintern, Brettfuß, Plüsch, Imperator, Bodyguard, Bartratte, Flohsack, der Narrenkönig... So viele und noch viel mehr Namen hat unsere Liebe zu diesem Tier. Wenn wir lieben, dann mit Haut und Haaren und auch allen erdenklichen Parasiten (örks). 

Ab meinem jugendlichen Alter war ich mir absolut sicher, nie mehr ein Haustier in mein Herz lassen zu wollen. Ich Narr - als wäre es mir möglich, mich der Liebe zu verschließen... Zu groß war das Leiden jedes Mal, wenn ein geliebtes Tier verstarb.

Jahrzehnte hielt ich durch... bis er kam und sich kaum merklich in unser Leben und unsere Herzen schlich. Völlig fassungslos hörten wir, daß er nach 1,5 Jahren ins Tierheim sollte: er war nicht mehr gewollt. Kurze Zeit später wurde amtlich, was längst klar war: wir bekamen ein neues Familienmitglied.

Mautz ist, was er ist: ein starkes, intelligentes Raubtier mit einer extrem anhänglichen Seite. Er ist ein außergewöhnlich treuer Wegbegleiter (mein Schatten) - im wahrsten Sinne des Wortes.

Jedesmal bin ich unendlich gerührt, wenn er mich bis in den Eingangsbereich des Freibades begleitet, dort stehen bleibt und auch bei Wind und Wetter so lange unter einem Auto wartet, bis ich wieder heraus komme. Dann begleitet er mich wieder zurück nach Hause.

Manchmal schaut er uns mit einem dieser Blicke an, daß ich schwören könnte, daß ein Kater nicht zärtlicher gucken kann. Auch ist er mit allen Wassern gewaschen, dieser unglaubliche Schelm, der uns immer und unentwegt so verzaubern kann.

Liebe ist, wenn einem das Herz überläuft vor Freude. Liebe ist, wenn man nicht anders kann, als sie in irgendeiner Form auszudrücken.

 

- Der Narrenkönig -
ca. 60x60 cm
Öl auf Leinwand 

16 Juli 2015

Ambitionen

"Was hast du vor mit all den Bildern, die du so emsig malst?", fragt mich die Freundin vor einiger Zeit.
"Hm", vielleicht mache ich so eine Art - Kunst to go -..."
"Wie soll das aussehen?"
" Also, ich habe mir überlegt, daß wenn irgendwann hier in der Nähe wieder Sperrmüll ist, ich eines meiner Bilder dazu tue. Dann verstecke ich mich hinter einem Busch und warte ab. Nimmt es jemand mit, dann freue ich mich darüber."
"Und was ist, wenn's keiner mitnimmt?"
"Dann decke ich noch eine kleine Kaffeetafel daneben und hoffe, daß das hilft."
"Und wenn nicht??"
"Dann versuche ich, nicht beleidigt zu sein"... ;-)

15 Juli 2015

Entdeckungen

Seit einigen Wochen wühle ich mich durch den Garten. Zuletzt habe ich das Kräuterbeet auseinander genommen, in dem auch das Unkraut wucherte. Dieses habe ich nun daraus entfernt, genau so wie auch jene Kräuter, die gerne selbst alles andere überwuchern. Diese werden nur noch in Töpfen gehalten, um ihnen von vornherein Einhalt zu gebieten. Überall dort im Garten, wo ich massenhaft Unkraut entfernt habe, sieht man zum Entsetzen des Mannes blanke Erde, welche ihn auf verstörende Weise an Friedhof erinnert. Also habe ich nun einige anspruchlose Sorten von Bodenbedeckern (Ysander (pachysandra terminalis) und die Dreiblatt Golderdbeere (Waldsteinie ternata)) geordert, die hoffentlich bald alles schön zudecken, sobald sie eingepflanzt werden. Kennt ihr schnellwachsende Sorten, die ihr mir empfehlen könnt? Muß auch nicht unbedingt blühend sein. Immergrün, niedrig und dichtwachsend wäre schön.

Was ich früher an zwei Tagen im Garten geschafft habe, dafür benötige ich heute deutlich längere Zeit. Es ist unvorstellbar, wie schnell alles zuwuchert. Berge von Unkraut habe ich entfernt. Und das Gras, welches in die Beete hineinwächst, das nervt mich noch viel mehr als der Giersch. Meist ist es so festgewachsen, daß ich es nur schwer da wieder raus bekomme.

Dieses Jahr gibt es Walderdbeeren satt bei uns. Das kleine Kind dreht emsig seine täglichen Runden und genießt das schönste Aroma, was Erdbeeren zustandebringen können. Abends, wenn ich meinen Rundgang durch den Garten mache und überlege, wo noch etwas zurechtgestutzt oder entfernt werden muß, da entdeckte ich das hier:

 

 

 

Und erkennt ihr es? Es sind die noch unreifen Fruchtansätze der Maulbeere. Als ich das entdeckt habe, habe ich mich sooo sehr darüber gefreut, gehören doch Maulbeeren zu den ersten Früchten meines Lebens, die ich als Kind so unwahrscheinlich gerne von den Bäumen von babaanne Leyla genascht habe. Warum Schokolade mich bis zum heutigen Tage eher weniger interessiert ist dem Umstand zu verdanken, daß ich Obst so viel mehr liebe. Saftig und aromatisch läßt es für mich persönlich Schokolade neben sich ziemlich alt aussehen. Ob sich diese hier bis zur Genußreife entwickeln, das weiß ich natürlich nicht. Aber ich freue mich, daß diese beiden Sorten Morus Alba und Morus Nigra, die ich vor über einem Jahrzehnt in NRW erworben, jahrelang in großen Kübeln auf der Dachterrasse  gehalten und erst hier im Norden ausgepflanzt habe, nun erstmals Fruchtansätze gebildet haben. Übrigens mag ich persönlich Morus Alba lieber, weil sie keinerlei Fruchtsäure hat und einfach göttlich süß schmeckt.

Nebenbei bemerkt hat es da wohl noch einen Zettel der Schule gegeben, der hier natürlich nie aufgetaucht ist. Das Abschlußzelten ist morgen!!! Nach den üblichen Telefonaten, weiß ich nun in etwa, was noch benötigt wird. Ach Kind!!! Seufz... 

13 Juli 2015

Next Generation

Gestern sagt der Sohn am Abend: 

"Du Mama, morgen ist ja auch dieses Abschlußdings bei mir an der Schule..."

"Äh..., nein! Ich habe keinerlei Termine mehr in meinem Kalender eingetragen. Das Schuljahr ist so gut wie vorbei. Jetzt kommt da nichts mehr."

"Doch Mama, ganz sicher! Ich finde den Zettel nicht mehr, aber da war noch was..." 

Wenn es um verloren gegangene Zettel geht, gleicht es einem Wunder, daß ich überhaupt je an irgendwelchen Terminen und Veranstaltungen der Schule teilgenommen habe. Die Stärken des Kindes liegen woanders ;-).

 

"Es geht weiter..."
 
10x15
Aquarell 

Einige Telefonate später erfahre ich tatsächlich von einem Termin an der Grundschule. Das "Musikalische Feuerwerk" ist auf eine knappe Stunde beschränkt. Wir werden Abschied nehmen von den Lehrkräften, die unsere Kinder fast alle vier Jahre lang unterrichtet, mitgeformt und begleitet haben. Mir schießen die Gedanken kreuz und quer durch den Kopf, als ich daran denke, mit welchen Hoffnungen und Wünschen wir den Sohn vor vier Jahren im Nachbarort, in eben dieser Schule angemeldet haben. Was hatte ich eigentlich damals im Sinn? Wollte ich Genies ihres Faches dort antreffen, starke Persönlichkeiten mit Talent und Berufung? Hoffte ich auf Einfühlsamkeit, ebenso wie Didaktik? Pädagogik genauso wie Begeisterung? Wenn ich ehrlich bin hatte ich die Hoffnung auf belastbare, initiative und stabile Persönlichkeiten, die wissen, daß der Schlüssel für Lernerfolge stets in der Begeisterung liegt, die sie für eine Sache aufbringen.

Vier Jahre gehen nun zu Ende. Nicht nur der Sohn hat gelernt zu Lernen und sich zu organisieren. Auch ich habe lernen dürfen in dieser Zeit. Ich habe gelernt, die Zügel in die Hand zu nehmen, oder aber auch locker zu lassen - je nachdem. Ich habe gelernt, mich zurück zu nehmen und zu vertrauen. Ich habe gelernt, daß es günstige, aber auch ungünstige Zeitfenster zum Lernen gibt. Ich habe gelernt, daß Begeisterung das A und O für die Lust ist, über sich hinaus zu wachsen. 

Für einen Moment überlege ich, ob ich nicht die Lehrerschaft der Grundschule mit der DVD "Frau Müller muß weg!", beglücken soll. Zu mißverstehen gäbe es da aus meiner Sicht nichts, geht es doch bei dem Kammerspiel lediglich um die Demontage einer überehrgeizigen Elternschaft, die festentschlossen eine Lehrerin absägen will. Ich habe mich köstlich darüber amüsiert. Nach kurzer Überlegung sehe ich davon ab und schreibe dem Klassenlehrer und der Lehrerin des Sohnes einpaar herzerwärmende Zeilen dafür, daß sie sein Wesen wahrgenommen und ihn maßgeschneidert und prima motiviert haben. Sechs Wochen Verschnaufpause haben sie demnächst - bis die nächsten Wilden kommen...

Ich geh mir dann mal, bestimmt tief ergriffen wie eh und je, einpaar herrlich krumm und schiefe Flötentöne reinziehen...