18 September 2014

Kinder°Augen




 

Kinder°Augen - nach einer Idee von KrokodiLina

Viele Bilder hat Sohn1 von seiner ersten Klassenfahrt mitgebracht. Hier sind die ersten vier aus dieser Serie.


16 September 2014

Auszeichnung

Sohn1 befindet sich auf Klassenfahrt, und mein Mann wird erst wieder zum Wochenende da sein. Ich verwöhne das kleine Kind und stehe dafür einige Stunden in der Küche, um ihm zu kulinarischen Hochgenüssen zu verhelfen. Wir sitzen uns gegenüber und beginnen zu essen. Er nimmt von allem, was ich aufgetafelt habe und probiert. Plötzlich erstrahlt sein Gesicht und mit vor staunen weit aufgerissenen Augen sagt er: "Mama..., wo hast du das nur gelernt?? Du kannst Salat sooo guut!"

Nur für's Protokoll: Ich kann auch Brote schmieren.

15 September 2014

You never know how things turn out

 

Oder zu Deutsch: Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Die Rede ist von meiner vergangenen Woche. Einwenig Herzschmerz war noch da, als wir Sohn1 zur Klassenfahrt, Sohn2 in den Schulunterricht und uns am Bahnhof verabschiedeten. So ganz allein ist's seltsam dachte ich etwas verloren, als Sohn2 bereits gegen Mittag wieder eintrudelte. Schnell ließen wir uns aufeinander ein und machten einige der schönen Dinge, die wir uns in Abwesenheit des großen Bruders vorgenommen hatten. Blöd waren nur die mörderischen Kopfschmerzen, und die Dauerübelkeit, die ich in dieser Form zuletzt von meinen Schwangerschaften kannte. Du meine Güte: Was neue Brillengläser ausmachen können... Wir ließen uns unsere Vorhaben dennoch nicht vermiesen und genossen unsere Zweisamkeit. Alle mahnten mich an, bzgl. der Brille durchzuhalten. Augen müssen sich erst an die Umstellung gewöhnen - weiß man ja. Am dritten Tag fiel ich völlig fertig beim Optiker ein. Ein erneutes Durchmessen der Sichtstärke ergab auf einem Auge komplett neue Werte. Shit happens! Neue Gläser wurden in Eilauftrag gegeben. Derweil freute ich mich unbändig auf einen Bloggewinn, mit dem ich stündlich rechnete. Nichts passierte. Nur die Postbotin bekam jedes Mal einpaar hektische Flecken mehr, wenn ich mit hoffnungsvoller Freude aus dem Haus auf sie zustürzte, und sie schon von weitem kopfschüttelnd zum nächsten Haus hastete. Am nächsten Tag kam wieder kein Gewinn, aber immerhin eine Nachricht vom Optiker: Brillengläser waren da. Was soll ich sagen: ich kann wieder sehen. Kein Vergleich ist es zu dem, was vorher war. Wir nähern uns dem Optimum. Das Verwöhnprogramm mit Sohn2 konnte nun deutlich ungetrübter weiter gehen. Auch wenn die Buchsendung, auf die ich mit unbändiger Freude wartete immer noch nicht da war, hatte ich genug zu lesen. Sohn2 schleppte Abend für Abend fünf Bilderbücher an, die ich ihm unabhängig von der Länge, von A bis Z vorlas, bis mir die Zunge in Fetzen hing. 


Am Donnerstag kamen gleich zwei Briefe von Sohn1 an, die wir unzählige Male studierten. Er berichtete von schönen Ausflügen und seinen Kameraden, jedoch auch von etwas Heimweh. Schluck. Und dann kam der Satz: "Mama, bitte bitte schreib mir unbedingt hierher. Bitte!!" Keine Post hätte es geschafft, was der Sohn da verlangte. Also durchforstete ich alle Unterlagen, bis mir eine EMailadresse in die Hände fiel. Eine Eil-Mail wurde binnen kürzester Zeit abgeschickt. Nacht für Nacht hatte ich mir filmreif ausgemalt, wie unser Wiedersehen sein würde: Der Bus würde einfahren, die aufgeregt wartenden Eltern würden Ausschau nach ihrer Brut halten, wenn aus den sich öffnenden Türen die ersten Kinder herausstürmen würden - geradewegs in die Arme ihrer Eltern. Und endlich... endlich würde auch ich wieder mein Kind in meine weit geöffneten Arme schließen. Hach... So weit zur Theorie. Praktisch sah das Ganze ganz anders aus. Mein Kind gehörte zu dem kümmerlichen Haufen, dessen Eltern aus diversen Gründen telefonisch nicht erreicht werden konnten, als man eine Stunde vor der vereinbarten Zeit an der Schule eintraf. Äh, wie jetzt?! Nach näherem Fragen stellte sich heraus, daß meine "neue" Nummer, die ich vor einem Dreivierteljahr mehrfach und immer wieder korrigierend an die Schule weiter gegeben hatte, immer noch falsch geführt wurde. Ich war sauer, enttäuscht, ichweißnichtwas. Die Wiedersehensfreude hatte einen deutlichen Dämpfer bekommen. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Nichtsdestotrotz  nahmen wir uns erleichtert wieder in die Arme (nein, dem Sohn sind die Eltern immer noch nicht peinlich, obwohl wir stündlich mit solchen Reaktionen rechnen). Die fröhlich plappernden Söhne, ein Zentner Sand und ich fuhren nach Hause, wo die Postbotin mit zerknirschtem Gesichtsausdruck und quietschenden Reifen an uns vorbei fuhr... 

Der erste Geschwisterstreit hat nicht lange auf sich warten lassen, aber hey, im Moment ist das (noch) Musik in meinen Ohren...

11 September 2014

Kinder°Augen

 

 Während Sohn2 mit der kleinen Kamera auf Motivsuche geht, hat Sohn1 meine Kamera zur Verfügung.
 
 


 



Kinder°Augen - nach einer Idee von KrokodiLina

Alle Bilder stammen von Sohn1


09 September 2014

Wegen Sanierungsarbeiten kurzzeitig geschlossen

Mir ist schlecht. Ich habe Kopfschmerzen. Mein Gehirn ist dazu vergattert, gerade Höchstleistungen zu erbringen. Denn im Gegensatz zur Industrie, die einem ja gerne vorgaukeln möchte, daß man als "Best Ager" (Nein, noch ist es bei mir nicht so weit. Aber in nicht weiter Ferne darf ich mich dann auch zur Generation Gold, Silver Ager, Golden Ager, Third Ager, Mid-Ager, was weiß ich, was denen bis dahin noch einfällt, zählen) hochleistungsfähig ist, sagt mir mein Körper seit geraumer Zeit etwas anderes. Hört man eher auf die Medizin, sitzt man schon mit den beginnenden Zwanzigern biologisch betrachtet auf dem absteigenden Ast. Bei mir mehren sich die Zipperlein deutlich, auch wenn ich mich gewiß noch fitt nennen darf. Nun sind es also die Augen. "Warten Sie mal ab, was in den nächsten Jahren noch alles kommen wird...", sagt der Hausarzt. Na, herzlichen Dank auch! Eine Brille trage ich seit meiner Grundschulzeit und bin extrem dankbar, daß ich mir nach einer kurzen Probephase keine Kontaktlinsen mehr in die Augen fummeln muß. Was für eine Folter! Selten hat sich jemand dabei dämlicher angestellt als ich. Seit geraumer Zeit schiele ich unter den Brillengläsern hindurch, wenn ich lese oder handarbeite. Durch die Gläser schaue ich in die Ferne. Irgendwann war das auch nicht mehr ausreichend, und der Gang zum Optiker unvermeidlich geworden. So kostengünstig bin ich noch nie zu einer neuen Sichtstärke gekommen, denn ich habe einfach mein zwölf Jahre altes Brillengestell behalten. Nicht, daß ich mir kein Neues hätte leisten können, aber ich fand einfach kein Schöneres. Haarscharf bin ich an der Gleitsicht vorbeigeschrabbt. Man hat die Sichtstärke der Augen aneinander angeglichen quasi. Fragt mich nicht - Optiker können das erklären.  Dafür muß mein Gehirn jetzt diese Höchstleistung erbringen und alles auffangen. Ich habe zur Zeit etwas Seegang. Die Augen sollen sich gewöhnen. In meinem Alter gönnt man sich dann gerne mal eine kleine Auszeit. Aber nur eine Klitzekleine. Versprochen. Man sieht sich ;-).

08 September 2014

Gemischte Gefühle, oder Spaß, Chaos, Klassenfahrt

 

Ein wunderschönes Wochenende liegt hinter uns, an dem wir den Geburtstag von Sohn2 gefeiert haben, einen wunderbar sommerlichen Abend in der Stadt erleben durften (beinahe wie im Süden war's), als wir ein neues Restaurant ausprobiert haben. Ein allerletztes Mal waren wir im Freibad schwimmen, bis sich die Pforten bis zum nächsten Jahr geschlossen haben. Ein Wimpernschlag weiter und Sohn1 befindet sich beinahe am Ende der Grundschulzeit. Wieder einmal fassungslos nehme ich das zur Kenntnis. In der vergangenen Woche haben wir gemeinsam seine Reisetasche gepackt. In den letzten Tagen kamen immer wieder Anmerkungen wie: "Mama, irgendwie vermisse ich euch jetzt schon..." Ich sprach ihm gut zu, malte aus, was sie dort alles an schönen und aufregenden Dingen machen werden und erzählte ihm schmunzelnd, daß schon ich in meinem gefühlt vorigen Leben in genau dem selben Schullandheim auf Klassenfahrt war. Alles war gut soweit, bis ich am Abend zur Ruhe kam. Da flossen dann doch einpaar Tränen. Mein Junge ist das erste Mal weg von zu Hause, getrennt von seiner Familie. Ich setzte mich hin und schrieb ihm einen liebevollen Brief, gespickt mit einem Mini-Täfelchen Schokolade, den ich heimlich in seinen Rucksack steckte. Sie werden reifen an dieser Klassenfahrt, so wie wir Eltern wieder ein Stückchen mehr loslassen müssen.

Am Bus selbst ein Gewimmel von Kindern, geschäftige Lehrkräfte, aufgeregte Zurufe, immer mehr verstummende Mütter und Kinder, in der Menge den letzten Blick zueinander suchend. Vereinzelt Väter, die zumindest dem äußeren Anschein nach sich von der Abschiedsszenerie völlig unbeeindruckt zeigen. Man kann in Menschen nicht hinein sehen, aber in solchen Momenten wäre ich manchmal gern ein Mann.

Sein Klassenlehrer und drei Lehrerinnen werden diese Tage gemeinsam stemmen. Lehrer, wie man sie sich nicht engagierter und besser wünschen kann. Alle miteinander haben sie meine Hochachtung.

Sohn2 sieht alles recht pragmatisch: "Mama, es ist schon komisch irgendwie, aber jetzt gibt es auch keinen Streit."

 
Über das unsichtbare Band hatte ich schon einmal geschrieben. Sichtbare habe ich von den Söhnen bekommen. Ich trage sie gerne, diese kunterbunten Dinger, die sie mit flinken Fingern hergestellt haben. Sie zu sehen tut mir einfach nur gut momentan.





06 September 2014

Die Welt aus Kinder°Augen sehen

Seit meinem siebzehnten Lebensjahr fotografiere ich leidenschaftlich gerne. In meiner Jugend war das Fotografieren noch um ein vielfaches aufwendiger und kostspieliger, als es das heute ist. Damals floß mein gesamtes Geld in die Dunkelkammer, und ich genoß die Stunden, die ich dort experimentierend verstreichen ließ. Meine Familie und Freunde kennen mich nicht ohne einen Fotoapparat in der Hand. So war es nicht verwunderlich, daß auch die kleinen Herren recht früh einen kindertauglichen Apparat nutzen konnten - oft genug auch meinen ;-). Neuerdings teilen sie sich einen eigenen.

Eines der spannenden Dinge am Elternsein ist gewiß, daß man noch einmal mehr die Welt durch Kinderaugen sehen darf. Der unverbrauchte, naive Blick von Kindern ist voller Lebenshunger, ein Geschenk aus ihrer Seele. Wenn man bereit ist, sich als Erwachsener auf die Position des Lernenden einzulassen, sind Kinder großartige Lehrmeister.

Eine neue Rubrik bei der KrokodiLina hat mich regelrecht angesprungen. Wer dem Blick aus Kinder°Augen folgen möchte, kann sich dort verlinken. Eine großartige Idee, bei der ich mit Einverständnis der kleinen Herren gerne mitmachen möchte. 

 

  Im Wald

 

 

 "Mama, Dede ist immer bei uns"
 

Ein ergiebiges Motiv:  Monsieur Mautz

Alle Fotografien dieser Reihe stammen von Sohn1