31 Januar 2015

Tee für Anfänger


 

Ist das nicht hübsch? Stammt aber nicht von mir ;-)...

In den vergangenen Wochen habe ich hartgesottener Kaffeekonsument Tee getrunken. Sehr viel, ach was sag ich, unvorstellbar viel Tee. Es gab viele Enttäuschungen. Und auch eine Sache, die ich für absolut ungenießbar befand (schüttel!). Aber die Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.

 

Ich habe mir zu Hause Tee gemacht, genau so wie ich auch woanders um welchen gebeten habe. Beuteltee habe ich genau so geschlürft, wie auch den Losen. Es gab günstigen Tee, wie auch sehr Teuren. Was ich bislang nicht probiert habe ist, mir selbst aus einzelnen Zutaten/Gewürzen welchen zu brühen. Das kommt jetzt als Nächstes. Und ich könnte mir vorstellen, daß es da Kompositionen geben könnte, die auch mir munden. Einige Vorschläge habt ihr mir gemacht, und manches davon konnte ich tatsächlich probieren – aber nicht alles. 


Unter’m Strich bin ich für mich bei den Klassikern gelandet wie „Assam“ und „Darjeeling“, und meinem bisherigen Highlight „Pfefferminz-Tee“ werde ich weiterhin die Treue halten. Ich konnte mich tatsächlich daran erinnern, daß auch meine Mutter früher diese Tees gerne trank.

Was ich gelernt habe ist, daß es unendlich viele Sorten und Zusammensetzungen gibt und man diese nicht in trockenem Zustand nach Geruch aussuchen kann, sondern sie tatsächlich trinken muß. Auch habe ich festgestellt, daß namensgleiche Teesorten von verschiedenen Herstellern ganz unterschiedlich schmecken können.


Dann bekam ich überraschend Post von der, nicht nur von mir so geschätzten, Frau Amselgesang. Und soll ich euch mal was verraten? Zu ihren Zeilen fügte sie noch einen Beutel Tee ihres Lieblings-Wintertees hinzu. Und das meine Lieben war tatsächlich etwas, was mich geschmacksmäßig vom Hocker gehauen hat. Hier kommt er nun: Tatatataaaaa…

 

Der schmeckt! 

29 Januar 2015

Wer rastet, der rostet!

 

Was für Wetterkapriolen: während die Tulpenzwiebeln sprießen, versinken wir mal in sintflutartigen Regenfällen, werden von heftigen Stürmen heimgesucht, dann von Schneetreiben mit Gewittern und Glatteis außer Gefecht gesetzt. Das alles wechselt sich seit Wochen in extremer Folge ab, so daß man bis auf die üblichen Wege kaum vor die Tür kommt, um sich mal zu bewegen. Bis ich mich wieder unter freiem Himmel in die Fluten stürzen darf, dauert es noch Monate. Schmerzlich habe ich es bisher vermißt. Wie sehr man binnen kürzester Zeit körperlich abbaut, das habe ich sehr deutlich gespürt, als ich mich für etliche Wochen nach meinem Unfall garnicht mehr bewegen konnte. Seither weiß ich mehr denn je zu schätzen, wie wunderbar es ist, seinen Körper zu fordern. Altersbedingt bemerke ich mehr und mehr eine Trägheit, die mir nicht gefällt. Ich habe kurzerhand in den sauren Apfel gebissen und mich in einem Fitness-Tempel angemeldet. Neuerdings stemme ich Gewichte und fordere mich gezielt an Geräten heraus. Und soll ich euch mal was verraten: das macht so einen Spaß! Wie überbrückt ihr diese Zeiten, wo man wettertechnisch kaum vor die Türe kommt?

27 Januar 2015

Familiengeschichte, oder ungeahnte Schätze

Vor Jahren hat es folgende Situation gegeben: Mein Mann leerte den Briefkasten und sah die Post durch. Er öffnete einen Umschlag von Jemandem aus der Familie, las den langen Brief und zerriß ihn vor meinen Augen, um ihn dann der Papiertonne zu übergeben. Ich war irritiert, denn sein Verhalten war so anders als das, was ich zu tun pflege mit meiner Post. Darauf angesprochen entgegnete er: „Ich habe es gelesen. Jetzt kann es doch weg.“ Der Brief hatte seinen Inhalt weiter transportiert und mein Mann hatte sich danach des Briefes entledigt. Ich habe noch lange darüber nachgedacht, wenn Post kam. Oftmals, wenn ein Brief an uns beide adressiert war und er es gelesen hatte, rettete ich manch einen vor dem Papierkorb und hob ihn auf, weil ich den Inhalt sehr interessant fand. Da gab es zum Jahresende oftmals regelrechte Rückschauen, die viel Aufschluß über die Verfasser gaben. Das der Papiertonne zu übergeben, kam mir so... herzlos vor. 

Im Laufe meines Lebens habe ich sehr viele Briefe geschrieben. Ich habe auch sehr viele Briefe und Karten bekommen – zu den unterschiedlichsten Anlässen, oder auch einfach mal so. Längst nicht alles, aber das Meiste davon, habe ich aufbewahrt. Anfangs noch in kleinen Kartons, die mit der Zeit größer und ausladender wurden. Meine Sammlung erweiterte sich um Dokumente, Zeitungsausschnitte, Tagebücher, Jahreskalender, alte Familienfotos, Urkunden, Super-8-Filme, Sprachaufzeichnungen und beherbergt nun auch Briefe und Fotografien meiner Eltern, sowie der erweiterten Familie. Wir reden bereits heute von  ungefähr 30 kg Papier. Da sind all die Sachen aus der Familie meines Mannes noch nicht dazu gezählt. Da gibt es ebenfalls eine große Menge an Fotografien, Super-8-Filmen und Dokumenten. Eines Tages werden gewiß auch Briefe unserer Kinder hinzukommen – die Kisten werden nicht weniger werden...


Gerne will ich einräumen, daß ich nicht gewillt bin, jeden Schnipsel aufzuheben, zumal ich mich keinesfalls zu den Sammlern dieser Welt zähle. Aber mich von all diesen Dingen zu trennen, die inhaltlich viel Aussagekraft haben über eine ganz bestimmte Zeit, Personen, Situationen - das bringe ich einfach nicht übers Herz. 

Es gibt Dinge, die sind Zeitzeugen eines gelebten Lebens. Autobiographische Aufzeichnungen machen historische Ereignisse und Zeitläufe eindrücklich nachvollziehbar. Auch wenn Onkel Hasan und Tante Erna längst unter der Erde weilen, kann man sich noch im Nachhinein ein gutes Bild von ihnen und ihren Lebensumständen machen. Solche wertvollen Dokumente landen nur allzu oft im hinterletzten Winkel des Kellers, auf dem Dachboden oder aber auf dem Müll, wenn die Nachkommen den Bezug zu den schreibenden Vorfahren verlieren oder schlicht und ergreifend die Schrift nicht lesen können. Auch ich stelle fest, daß ich bei weitem nicht jeden persönlich kenne, der in der aufbewahrten Post näher beschrieben ist. Unsere Kinder werden erfahrungsgemäß noch sehr viel weniger Menschen persönlich gekannt haben. 


Ein Paar Stapel Briefe sind kein Thema, aber bei den hiesigen Massen, da schielt man gerne des Öfteren zur grünen Tonne. Wenn ich ehrlich bin, habe ich mich manches Mal in meiner Vorstellung im Garten sitzen sehen, ein letztes Mal das ein oder andere sentimental werdend  lesend, dann aber endgültig alles den Flammen übergebend. Hach, wie erleichternd wäre es doch gewesen, alles mit einem Schlag loszuwerden…  Aber das zu tun habe ich nie geschafft. Insgeheim habe ich den Wert all dieser Schätze geahnt und habe Respekt vor dem, was jemand vor mir bereits gesammelt und aufgehoben hat. Genauso ahne ich allerdings die Arbeit, die mit entsprechender Aufbewahrung verbunden ist. Denn eines ist klar: wenn man solche Dokumente archivieren will, ist es meist nicht damit getan, nur etwas Zeit zu investieren. Solche Dinge zu tun kostet sehr viel Zeit. 


Man muß nach Personen sortieren, manches muß man für die Nachwelt übersetzen, anderes digitalisieren, weil das Papier sich bereits zersetzt,  evtl. Notizen und Randbemerkungen zu den Verfassern machen, möglicherweise das Geschriebene mit Bildmaterial ergänzen. Das ist viel – sehr viel Arbeit. 



Insgeheim beneide ich meinen Mann manchmal um seine Denk- und Handlungsweise und wünschte, ich könnte mich genau so der Dinge entledigen. Aber so sehr wir einander in Manchem ähneln, so unterschiedlich gehen wir mit Anderem um. Vielleicht ist es ganz gut, daß ich diejenige sein werde, die sich um diese Art von Familiennachlaß kümmern wird. Denn ich… ich konnte schon immer gut in „Kompost“...

Habt auch ihr solche Familienschätze? Wie geht ihr damit um? Wer kümmert sich bei euch um die Archivierung und Erhaltung all dieser Dinge? 

20 Januar 2015

Honig im Kopf

 
 "Wie fühlt es sich an, wenn man alles vergißt?"

"Wie...Honig im Kopf."

Mit den kleinen Herren war ich vor wenigen Stunden in dem Film. Wir haben gelacht, und ich habe geweint. Wehmütig habe ich an unsere letzte große, viermonatige Reise mit Papa's VW-Bus durch die Türkei gedacht. Damals, 2008, als unsere Welt noch in Ordnung war...

Mit brennendem Herzen habe ich mich erinnert an unsere gemeinsamen vier Monate im Sommer 2014, an die Nebel und die Lichtungen, die wir miteinander betreten haben.


Drehbuch: Hilly Martinek
 Regie: Til Schweiger
 Grandios und unbeschreiblich: Dieter Hallervorden.

19 Januar 2015

Pleiten, Pech und Pannen

Während sich die Welt da draußen mit viel Kawumm weiter dreht, tut unser Alltag genau dasselbe im Kleinen. Das vergangene Jahresende verpaßte mir mit einem Total-Crash meiner externen 2TB-Festplatte einen üblen Seitenhieb. Fotos und Videos von 12 Jahren waren mit einem Mal nicht mehr zugänglich. Zuletzt geschah Ähnliches im Jahre 2011, als ich während unserer Umbaumaßnahmen im Haus meinen Arbeitsplatz an den Wohnzimmertisch auslagerte und irgendwann so unglücklich an einem Kabel hängenblieb, daß die damalige Festplatte zu Boden krachend den Geist aufgab. Im jetzigen Fall ist nichts dergleichen geschehen. Das Unglück ereignete sich genau zu dem Zeitpunkt, als ich endlich mal das Geld für eine zweite Festplatte in der Größenordnung zusammen hatte. Frisch gekauft wartete sie Ende des Jahres darauf, daß ich die Daten vom Vorgänger auf das neue Modell kopierte. Nur just in dem Moment, als ich damit beginnen wollte, gab das alte Modell (das mit allen Dateien drauf) mit einem kaum hörbaren „Pling“ den Geist auf. So Vieles, woran mein Herz hängt, ist auf der kaputt gegangenen Festplatte. Die Audienz bei einem Experten verhieß nichts Gutes. Auf mein ungläubiges Staunen hin, daß eine Festplatte nicht länger als drei Jahre hält, kam nur lapidar:“ Festplatten haben kein Haltbarkeitsdatum! Sie können lange halten oder aber schneller kaputt gehen.“ Während ich insgeheim davon ausging, mit einem blauen Auge davon zu kommen und für die Wiederherstellung so um die 100,- Euro wie in 2011 zu bezahlen, kam dann noch das Schmankerl hinterher: inzwischen kostet die Wiederherstellung bei Kroll-Ontrack 600,- Euro. Autsch! Für Firmen sind das Peanuts, nicht aber für den Normalsterblichen. Also habe ich erst einmal nichts gemacht und statt dessen viel, sehr viel Tee getrunken. Keine Frage: der ideelle Wert der darauf befindlichen Dateien übersteigt einen solchen Preis um ein Vielfaches. U.a. sind da alle Bilder und Videos vom Sommer 2014 mit meinem Vater drauf. Besondere Momente, die seinesgleichen suchen. Dagegen sind 600,- Euro natürlich lächerlich gering. Heute übergebe ich die Festplatte in andere professionelle Hände und hoffe, daß ich irgendwie um diese horrende Summe herum komme und die Dateien überhaupt wiederhergestellt werden können. Zwei neue, teure Festplatten lagern bereits hier. Das Risiko einer einzigen Festplatte werde ich künftig nicht mehr eingehen. Leider ist es bei meinen bisher wiederhergestellten Dateien so gewesen, daß meine tolle Sortierung nach Tagen, Wochen, Monaten, Jahren dahin war. Nach vielen Wochen voller Mühen hatte ich sie halbwegs wieder in eine gewisse Ordnung gebracht. Im Falle einer Wiederherstellung steht mir das erneut bevor. 

Aber nicht genug damit, vor neun Tagen ging es dann auch wettertechnisch wieder rund: Orkanböen mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 178 km/h wurden in unserer Region gemessen. Es heißt meist, daß es an der Nordseeküste am schlimmsten werden soll. Da ist es auch übel, ganz besonders übel wird es aber dann hier bei uns – zumindest die letzten zwei Male davor war es auch so. Dachdecker dürfen sich freuen; es gibt viel zu tun. Nahezu ein Jahr hat es gebraucht, bis die Aufräumarbeiten der letzten beiden Stürme erledigt waren. Noch mehr Bäume wurden entwurzelt, die Bahn war wieder lahm gelegt, kein Telefon, kein Internet, kein Strom… für fast eine Woche. Und zuletzt wieder die Feststellung: Heizöl ist alle.

Heute Morgen als ich meinen Mann mit dem Wagen wegfahren wollte, versuchte er die Beifahrertür mit seinem Autoschlüssel zu öffnen. Seither steckt der Schlüssel im Schloß und ist nicht mehr heraus bekommen. Das Schloß auf der Fahrerseite funktioniert zwar einwandfrei, aber sobald der Motor aus ist gehen die vorderen Fenster runter. Überflüssig zu sagen, daß es seit Stunden munter schneit. Inzwischen habe ich Froßtschutzmittel, Silikon etc. in das Schloß gespritzt. Der Schlüssel steckt nach wie vor. Immerhin habe ich entdeckt, wie die Scheiben  mit ausgestelltem Motor wieder zu gehen. Bis dahin allerdings waren die Vordersitze komplett naß.


Seit Jahrzehnten in meinem Besitz: damals, als es noch Poesiealben gab, schenkte mir eine liebe Klassenkameradin namens Sonja dieses selbstgezeichnete Bild auf einem kleinen Pappstück mit den dazugehörigen  Zeilen. Eine verlockende Wiese zum Reinspringen gibt es gerade nicht, aber ich gehe jetzt erst mal Tee trinken.



16 Januar 2015

Wir sind alle eine Welt!

 

"Wir sind alle eine Welt"
JANUAR
Nach einer Idee von KrokodiLina
 

Ich bin 

gegen jegliche Form von Gewalt - im Kleinen wie im Großen,

 gegen Krieg,

gegen die Todesstrafe.

Ich kann nur mit dem Kopf schütteln, wenn immerfort von Toleranz die Rede ist und sich Menschen, die einpaar Artikel gelesen haben, zu Islam-Experten erklären.

Lernt endlich zu differenzieren!

Toleranz ist ein dehnbarer Begriff. Alle reden darüber - die Wenigsten sind es.

08 Januar 2015